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Deutlich weniger Abtreibungen in Brandenburg

Abbruch der Schwangerschaft Deutlich weniger Abtreibungen in Brandenburg

Immer mehr schwangere Frauen verzichten nach einer Konfliktberatung auf eine Abtreibung. In Brandenburg sind die Schwangerschaftsabbrüche in den vergangenen Jahren um rund ein Viertel zurückgegangen. Die Zahlen sind vor allem auf zwei elementare Gründe zurückzuführen.

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Immer mehr Brandenburgerinnen entscheiden sich für das Kind – und damit gegen eine Abtreibung.

Quelle: dpa

Potsdam. Schwangerschaftsabbrüche in Brandenburg sind in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Viertel zurückgegangen. Die Zahl der Abtreibungen bei Frauen mit Wohnsitz in der Mark sank von rund 4350 im Jahr 2005 auf etwa 3280 im vergangenen Jahr, wie das Gesundheitsministerium in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag mitteilte. 1996 ließen noch rund 5650 Brandenburgerinnen abtreiben.

Allerdings gab es im Vorjahr erstmals seit zehn Jahren wieder einen leichten Anstieg im Vergleich zu 2014 von etwas mehr als 100 Abbrüchen. Gründe dafür nannte das Ministerium nicht.

Viele Frauen haben bereits ein Kind

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren rund zwei Drittel (knapp 67 Prozent) der Brandenburgerinnen zum Zeitpunkt des Eingriffs im vergangenen Jahr ledig und 30 Prozent verheiratet. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) waren im Alter von 25 bis unter 35 Jahre, knapp sieben Prozent älter als 40 Jahre. Die größte Gruppe der Frauen (rund 33 Prozent) hatte bereits ein Kind, knapp 27 Prozent hatten zwei Kinder.

Deutlich höher ist die Zahl der in Brandenburg vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüche. Sie lag im vergangenen Jahr bei 3724. Das waren 41 mehr als im Jahr 2014. Darin eingeschlossen sind Abtreibungen von Frauen, die aus anderen Bundesländern oder dem Ausland zu dem medizinischen Eingriff nach Brandenburg kommen.

Polinnen geringere Hürden in Deutschland

Es kommen auch viele Polinnen, in deren Heimatland es für Abtreibungen hohe rechtliche Hürden gibt. Der polnischstämmige Gynäkologe Janusz Rudzinski, der am Krankenhaus Prenzlau arbeitet, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe im vergangenen Jahr bei rund 1000 polnischen Frauen Abtreibungen vorgenommen. 2009 seien es lediglich rund 300 gewesen.

Nach Beobachtung der Schwangerenkonfliktberatung Pro Familia ist der bundesweite Rückgang der Abtreibungen vor allem darauf zurückzuführen, dass Sexualaufklärung und Informationen über Verhütungsmittel verbessert wurden, wie eine Sprecherin sagte. Ähnlich sieht es auch das Brandenburger Gesundheitsministerium, das die Konfliktberatungen in diesem Jahr mit 3,85 Millionen Euro fördert. Rund 5050 Frauen suchten diese Einrichtungen im vergangenen Jahr in Brandenburg auf, gut 100 mehr als 2014.

Von Manfred Rey, dpa

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