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Deutlich weniger neue Windräder in Brandenburg

Rückschlag für Branche Deutlich weniger neue Windräder in Brandenburg

Lange Zeit war Brandenburg beim Ausbau der Windenergie führend, doch damit scheint es vorerst vorbei. Der Ausbau der Windenergie in Brandenburg ging 2015 deutlich zurück. Ein Branchenvertreter tritt der Befürchtung entgegen, durch Windräder im Wald würden geschützte Buchen- und Eichenwälder zerstört. Noch bis Anfang Juli läuft hierzu ein Volksbegehren.

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Windräder sind vielen Brandenburgern ein Dorn im Auge.

Quelle: dpa

Potsdam. Lange Zeit war Brandenburg beim Ausbau der Windenergie führend, doch damit scheint es vorerst vorbei. Der Ausbau der Windenergie in Brandenburg ging 2015 deutlich zurück. Insgesamt wurden 148 Anlagen mit einer Leistung von knapp 400 Megawatt (MW) neu errichtet. Das war fast ein Viertel weniger als 2014. „Dennoch sind wir mit der Zahl der Aufstellungen zufrieden, weil sie etwas über dem Mittel der vergangenen vier Jahre von 350 Megawatt jährlich liegt“, erklärte Jan Hinrich Glahr, Landeschef des Bundesverbands Windenergie. Zehn Prozent der deutschen Installationen entfielen auf Brandenburg. Dieser Anteil blieb den Angaben zufolge in etwa konstant.

Branchenverband: Brandenburg schöpft Potenzial nicht aus

Brandenburg setze beim Ersatz alter Anlagen durch neuere, leistungsfähigere sein Potenzial noch nicht aus. „Hier Anreize zu setzen ist auch Aufgabe der Landespolitik“, sagte Glahr. So ließen sich die energiepolitischen Ziele bis 2030 mit vergleichsweise wenigen Windenergieanlagen erreichen, erklärte er. Insgesamt wurden in Brandenburg Windkraftanlagen mit einer Leistung von 5080 Megawatt installiert. Auch im laufenden Jahr erwartet der Verband einen weiteren Rückgang der neu errichteten Anlagen.

Windräder nur im Kiefernwald?

Mit Blick auf das Volksbegehren trat Glahr der Kritik an Windrädern im Wald entgegen. Anders als von Windkraftgegnern behauptet, stünden solche Anlagen praktisch nur im Kiefernwald. Es würden für die Windenergie keine geschützten Buchen- und Eichenwälder zerstört, betonte er.

Der Artenschutz wird bei Waldstandorten umfassend berücksichtig. Und von dem Geld, dass die Windmüller für Ausgleichsmaßnahmen zahlen, wurden so viele Maßnahmen umgesetzt, dass die biologische Vielfalt größer ist als vorher.

Volksbegehren will gesetzliche Neuregelung erreichen


Ein Gutachten des Parlamentarischen Beratungsdienstes im Auftrag der Grünen kam nun zu dem Schluss, dass es praktisch keine landesrechtlichen Möglichkeiten gebe, die geforderten deutlich größeren Mindestabstände zwischen Siedlungen und neuen Windrädern vorzuschreiben. Winfried Ludwig, Sprecher der Bürgerinitiative Fichtenwalde, betonte, dass es dennoch Sinn mache, für das Volksbegehren weiter zu unterschreiben.

Es gehe den Initiatoren um eine rechtliche Neuregelung. Geregelt werden sollten ein Verbot von Windkraftanlagen in Wäldern aus ökologischen und brandschutztechnischen Gründen sowie größere Mindestabstände zu Wohnbebauungen aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung. „Und dazu wird das Volk befragt“, so Ludwig. „Stimmen also mehr als 80 000 wahlberechtigte Brandenburgerinnen und Brandenburger dem Volksbegehren zu, muss sich der Landtag mit einer Neuregelung befassen“, sagte er. „Er muss also neues Recht schaffen. Oder auch nicht. Dann käme die dritte Runde, ein Volksentscheid.“

Von Torsten Gellner

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