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Deutsch-Polnisches Jugendwerk wird 25

Internationale Beziehungen Deutsch-Polnisches Jugendwerk wird 25

Am 17. Juni 1991 unterzeichneten die Außenminister Deutschlands und Polens, Hans-Dietrich Genscher und Krzysztof Skubiszewski, den Vertrag für das Deutsch-Polnische Jugendwerk. Der Geschäftsführer der deutschen Geschäftsstelle, Stephan Erb, nennt die vergangenen 26 Jahre eine Erfolgsgeschichte. 2,7 Millionen Jugendliche haben von der Förderung profitiert.

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Jugendwerk-Geschäftsführer Stephan Erb.

Quelle: Foto: Michael LüderP

Potsdam. Auch das Potsdamer Helmholtz-Gymnasium hat schon von der Förderung profitiert. Mehrmals hat sich das „Junge Orchester“ der Schule mit jungen Musikern aus Opole zu Proben getroffen. Dabei habe es sich „auf alle Fälle“ um echte persönliche Begegnungen zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen gehandelt, sagt Schulleiterin Grit Steinbach. Mit anderen Worten: Die musikalischen Begegnungen junger Potsdamer mit Schülern aus Opole sind ein Beispiel dafür, dass sich die Gründung des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes vor 25 Jahren im Rahmen des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags gelohnt hat. Zur offiziellen Geburtstagsfeier des von einem deutsch-polnischen Gremium verwalteten Jugendwerkes wird am 14. Juni in Warschau auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erwartet.

Von Schülergruppen bis zum Sportverein

Als Erfolgsgeschichte bewertete nicht nur Bildungsminister Günter Baaske (SPD) die vergangenen 25 Jahre, auch der Geschäftsführer der in Potsdam ansässigen Geschäftsstelle der deutschen Seite, Stephan Erb, ist zufrieden. In den vergangenen Jahren haben 2,7 Millionen deutsche und polnische Jugendliche von Projekten profitiert, die das Werk unterstützte. Gefördert werden Treffen von Schülergruppen, von Kultureinrichtungen, Sportvereinen und kirchlichen Gruppen. Das Werk finanziert die oft mehrere Tage dauernden Begegnungen allerdings nicht aus. Jugendliche erhalten einen durchschnittlichen Tagessatz von etwa 12 Euro pro Projekt.

Der Bund finanziert das Jugendwerk jährlich mit 5 Millionen Euro, die polnischen Regierung reicht umgerechnet 4,2 Millionen Euro aus. Jährlich nehmen laut Erb bis zu 120 000 Jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren aus beiden Ländern an insgesamt rund 3000 Projekten teil. „Es ist uns gelungen, die Begegnungen systematisch auszuweiten“, sagt Erb. „Es gibt kein Bundesland und keine Wojewodschaft mehr, wo es keine Begegnung gibt.“

260 Projekte allein 2015 in Brandenburg

Besonders Brandenburg profitiert vom Jugendwerk. Es hat eine rund 280 Kilometer lange Grenze zu Polen. „Brandenburg führt die Statistik der Bundesländer an“, sagt Erb. Dietmar Woidkes Staatssekretär Thomas Kralinski, Beauftragter für Internationale Beziehungen, nennt das Deutsch-Polnische Jugendwerk darum auch eine „Herzensangelegenheit“ des Landes. 2015 hätten rund 5000 deutsche Jugendliche an den 260 vom Jugendwerk unterstützten und in Brandenburg stattfindenden Projekten teilgenommen. Die Zahl sei über die Jahre gestiegen. „Es ist gut angelegtes Geld.“

Das Geld ist aber knapp: Laut Geschäftsführer Erb ist das Jugendwerk mit 9,2 Millionen Euro nicht ausfinanziert. Seit 2006 seien die Zuwendungen nicht gestiegen. Deshalb könnten auch viele Projekte nicht gefördert werden. Die Wartelisten seien lang, die Länge der Projekte habe durchschnittlich um zwei bis drei Tage abgenommen. Das Jugendwerk würde gerne jüngere Teilnehmer unterstützen: „Es ist durchaus auch sinnvoll Begegnungen von Kindern zu ermöglichen.“ Auch Projekte für Behinderte seien oft schwer zu finanzieren.

Von Rüdiger Braun

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