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Deutsche Rote Kreuz fordert Geld für Hauptamtliche

Forderung an die Landesregierung Deutsche Rote Kreuz fordert Geld für Hauptamtliche

Mit Hilfe hauptamtlicher Stellen („Ehrenamts-Koordinatoren“) sollen nach Vorstellung des DRK die Freiwilligen in den Kreisverbänden entlastet werden – die Hilfsorganisationen des Katastrophendienstes sorgen sich, hinter den Feuerwehren zurückzustehen im Versuch, Ehrenamtler zu gewinnen.

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Freiwillige vom DRK.

Quelle: ZB

Potsdam.

Die Träger reklamieren die gleichen Vergünstigungen für sich, die das Land den Wehren in Aussicht gestellt hat. Die vom Ministerium erwogene Prämie für verdiente Feuerwehrleute – 1000 Euro pro zehn Dienstjahre – müsste allen Vertretern im Katastrophenschutz angeboten werden, fordert man etwa beim DRK. „Sonst entscheidet sich ein junger Mensch womöglich aufgrund dieser Vergünstigung für die Feuerwehr und gegen uns“, so DRK-Landesbereitschaftsleiter Wolfgang Reitsch. Dasselbe gelte auch für Zuschüsse zur persönlichen Schutzausrüstung, die Anerkennung von Freiwilligendiensten im Rentensystem und die Lohnfortzahlung im Einsatzfall, wie es in einem gemeinsamen Positionspapier der Hilfsorganisationen heißt: „Eine Gleichstellung von ehrenamtlichen Helfern auf allen Ebenen ist wünschenswert“, heißt es in dem Schreiben an die Regierung.

Das Deutsche Rote Kreuz, das bislang bei der Bewältigung von Ausnahmesituationen wie Evakuierungen oder Hochwasser ausschließlich auf Freiwillige setzt, fordert außerdem vom Land Geld für hauptamtliche Kräfte, wie die Brandenburger DRK-Führung der MAZ bestätigte. Damit beschreitet das DRK einen ähnlichen Weg wie der Feuerwehrverband, der zur Absicherung der Einsatzbereitschaften am Tag die Einstellung hauptberuflichen Personals für Schwerpunkt-Wachen befürwortet. Das Innenministerium will bis Ende des Jahres ein Konzept zur Reform des Brand- und Katastrophenschutze vorlegen.

Mit Hilfe der hauptamtlichen Stellen („Ehrenamts-Koordinatoren“) sollen laut DRK die Freiwilligen in den Kreisverbänden vor allem von Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Wer sich als Katastrophenfall-Helfer freiwillig melde, wolle „keinen Papierkram erledigen“, sagt Gordon Teubert, Katastrophenschutzbeauftragter beim Landesverband des DRK. Tatsächlich schlagen sich die ehrenamtlichen DRK-Helfer mit Dienstplänen, Lagerhaltung, Weiterbildungswesen und der Organisation von Veranstaltungen herum. Eine halbe Stelle pro Kreisverband könnte fürs Erste genügen, schätzt Reitsch. Mit rund einer Viertelmillion Euro pro Jahr wäre die Einführung auch bezahlbar. Das DRK will jedoch keine hauptberuflichen Einsatzleiter: „Es demotiviert Ehrenamtler, wenn sie in einem scharfen Einsatz eine hauptamtliche Leitung vor die Nase gesetzt bekommen“, sagt Reitsch.

Das Innenministerium bestätigt, dass solche Pläne derzeit geprüft werden. „Das wäre eine Möglichkeit, Entlastung und Professionalität reinzukriegen“, sagt Vize-Ministeriumssprecher Lothar Wiegand.

Von Ulrich Wangemann

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