Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Dicke Luft in Brandenburg

Luftverschmutzung Dicke Luft in Brandenburg

Dicke Luft in Brandenburg: Die anhaltende Hitze und Verkehrsabgase treiben überall im Lande die Ozonwerte in die Höhe. Ortsweise werden sogar Grenzwerte überschritten – mit gesundheitlichen Folgen für empfindliche Menschen.

Voriger Artikel
„Teenager sollten früher ins Bett“
Nächster Artikel
Verfassungsschutz warnt vor Neonazi-Partei

Mit den Temperaturen steigen auch die Ozonwerte.

Quelle: dpa

Potsdam. Sonne, Hitze, Atemnot: Das hochsommerliche Wetter macht empfindlichen Menschen zu schaffen. Denn mit den Temperaturen steigen auch die Ozonwerte. In Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) registrierte der meteorologische Dienstleister Wetter-Online am Montagabend mit 183 Mikrogramm pro Kubikmeter eine bedenkliche Konzentration. In Potsdam-Groß Glienicke waren es mit 177 Mikrogramm nur geringfügig weniger. Auch in Berlin liegen die Werte seit dem Wochenende um 180. Ab dieser Grenze gilt: „Besonders Kinder, Senioren und Asthmatiker sollten körperliche Anstrengungen vermeiden“, sagt Stefan Gilge, Chef des Referats Lufthygiene beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

In diesen Tagen kommt alles zusammen: Vor allem in städtischen Räumen bildet sich aus den Verkehrsabgasen Ozon – begünstigt durch die massive Sonneneinstrahlung, hohe Temperaturen und wenig Wind, wie Gilge erklärt. Die Behörden raten daher dazu, das Auto öfter einmal stehen zu lassen. Auch andere Verbrennungsmotoren, etwa von Rasenmähern und Motorbooten, sind Gift für die Luftreinheit. Eine Abkühlung, die zu sinkenden Ozonwerten führt, ist nicht in Sicht.

Bereits seit dem Wochenende nimmt die Schadstoffbelastung überall in Brandenburg zu. Verzeichnete Wetter-Online zum Beispiel an der Messstation in Potsdam-Groß Glienicke am Freitag noch unbedenkliche 78 Mikrogramm pro Kubikmeter, hatten sich die Werte bis Montag auf 158 mehr als verdoppelt. „Die Ozonbelastung ist nicht zu verwechseln mit der Ozonschicht“, sagt DWD-Luftygiene-Experte Gilge. „Ozon wird nicht direkt emittiert, sondern bildet sich aus Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden.“ Seit 1990 ist die Konzentration der Vorläuferstoffe laut Umweltbundesamt rund um zwei Drittelzurückgegangen. Für die gesamte Bevölkerung sprechen die Behörden erst ab 240 Mikrogramm Ozon Risiko-Warnungen aus.

Entwarnung gibt es vorerst nicht. „Wir liegen im Einflussbereich des kräftigen Tiefs Bonimir über Schottland“, sagt Ulrike Maiwald, Meteorologin vom Dienst beim DWD in Potsdam. Zwar startet der Mittwoch mit Höchstwerten zwischen 25 und 28 Grad Celsius geringfügig kühler als zu Wochenbeginn. „Aber das ist nur eine kurze Atempause“, verspricht Maiwald. Schon am Donnerstag zeigen die Thermometer wieder 30 bis 35 Grad in Brandenburg, am Freitag sind sogar Höchstwerte um die 38 Grad drin. Abends soll es vereinzelt Hitzegewitter geben, wie Maiwald sagt. „In der Nacht zu Samstag wird es vielerorts eine tropische Nacht werden“ – dann sinken die Temperaturen selbst auf dem Land nicht unter 20 Grad.

Darum ist Ozon so schädlich

Erhöhte Ozonkonzentrationen können beim Menschen eine Reizung der Atemwege, Husten, Kopfschmerzen und Atembeschwerden bis hin zu Einschränkungen der Lungenfunktion und Lungenkrankheiten hervorrufen, wie das Umweltbundesamt mitteilt. Das Ausmaß der Beschwerden wird durch die Aufenthaltsdauer in der ozonbelasteten Luft bestimmt.

In der Erdatmosphäre spielt Ozon eine Doppelrolle: Oberhalb von zehn Kilometern, in der Stratosphäre, schützt die bestehende natürliche Ozonschicht die Erde vor schädlicher ultravioletter Sonnenstrahlung. Der übrige Teil, rund zehn Prozent, kommt in Bodennähe ebenfalls natürlich vor, wird aber auch durch Luftverunreinigungen des Menschen gebildet.

 

Von Bastian Pauly

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg