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Brandenburg Die Angst vor der großen Dürre
Brandenburg Die Angst vor der großen Dürre
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00:28 11.06.2015
Ausgetrocknet und aufgerissen: Wie auf diesem Acker nahe Neuranft im Oderbruch sieht es dieser Tage vielerorts in Brandenburg aus.  Quelle: dpa
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Potsdam

 Trockenrisse im märkischen Sand und ausgedörrte Äcker statt goldener Ähren: Nach dem außergewöhnlich niederschlagsarmen Frühjahr befürchten Brandenburgs Landwirten erhebliche Ernteausfälle. Besonders Getreidefelder sind überall im Land mit vertrockneten Pflanzen übersät. „Da kann jetzt Regen kommen so viel will – tot ist tot“, sagt Holger Brantsch, Sprecher des Landesbauernverbands. Auch beim konkurrierenden Bauernbund ist die Angst vor wirtschaftlichen Einbußen groß: „Wir haben schwerwiegende und teilweise irreversible Schäden quer durch alle Kulturen“, beklagt Landeschef Reinhard Jung.

Ein Drittel weniger Regen im Frühjahr

Ursache ist der unerwartet dürre Frühling. 2015 regnete es um ein Drittel weniger als im langjährigen Mittel, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt. Höhepunkt war der Mai – der Wonnemonat verkam zur Dürreperiode. In Brandenburg fiel so wenig Niederschlag wie seit sieben Jahren nicht mehr (23 Liter pro Quadratmeter), normal sind mehr als das Doppelte (54). Mit Ausnahme Mecklenburg-Vorpommerns herrschte überall in Ostdeutschland Trockenheit. „Das ist dramatisch“, bilanziert DWD-Agrarmeteorologe Falk Böttcher. Etliche Pflanzen der Region zeigen demnach bereits Notreifeerscheinungen – und der große Regenguss lässt weiter auf sich warten.

Ernteverluste bis 20 Prozent

Die Folgen bekommt auch der Marktfruchtbauer Mathias Jung zu spüren. „Bei einigen Pflanzen wie Raps und Weizen rechnen wir in diesem Jahr mit Ernteverlusten von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, berichtet der Betriebsleiter von Agro-Farm Neukammer nahe Nauen (Havelland) mit 24 Beschäftigten.

Besonders betroffen: Uckermark und Lausitz

Die im Landesmaßstab zu befürchtenden Schäden sind laut Landesbauernverband noch nicht zu beziffern. Regionale Brennpunkte seien erwartungsgemäß die Uckermark mit traditionell hohen Kornbeständen und die Lausitz wegen des tagebaubedingt niedrigen Grundwasserspiegels, erklärt Sprecher Holger Brantsch. Bauernbund-Chef Reinhard Jung hält das Jahr schon jetzt für landwirtschaftlich weitgehend verloren: Bleibt es trocken, gibt es auf den Feldern wenig zu holen, kommt hingegen der Regen, erschwert Zwiewuchs die Ernte.

Vorerst gibt es keine Entwarnung: Die kommenden Tage soll es abgesehen von vereinzelten Schauern und Gewittern überwiegend trocken bleiben.

Regionenwetter für Brandenburg

Die Vermessung der märkischen Landwirtschaft

In Brandenburg werden rund 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzt – fast 45 Prozent der Bodenfläche, wie das Landamt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt.

Die 5400 Betriebe mit 39.400 Beschäftigten bewirtschaften im Durchschnitt über 240 Hektar Land.

Mais ist erstmals seit 1991 die Hauptfrucht (196.700 Hektar), bislang war es Roggen (184.800 Hektar).

Nach ökologischen Standards arbeiten 650 Betriebe auf einer Gesamtfläche von 137.000 Hektar.

 
2014 wurden 3,3 Millionen Tonnen Getreide, 420.900 Tonnen Kartoffeln und 701 200 Tonnen Zuckerrüben geerntet.

 
Hauptgemüse ist Spargel mit 17.000 Tonnen.

 
Gehalten werden 568 000 Rinder, 851 000 Schweine, 77 500 Schafe und 8,5 Millionen Hühner.

Von Bastian Pauly

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