Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Die Angst vorm bösen Wolf
Brandenburg Die Angst vorm bösen Wolf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:50 08.10.2013
Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Quelle: dpa
Anzeige
Beelitz

Die jüngste Attacke eines Wolfsrudels auf eine Schafherde in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) sorgt für Angst in der Bevölkerung und Streit zwischen Landwirten und Tierschützern. Vergangenen Sonntag hatten mehrere Wölfe insgesamt fünf Tiere eines Schäfers in dem Ort südlich von Potsdam getötet und drei weitere verletzt.

„Viele Eltern lassen ihre Kinder jetzt nicht mehr alleine in den Wald, die Hunde bleiben beim Spaziergang an der Leine“, erzählt Jutta Bellin, die Beelitzer Ortsvorsteherin. „Es heißt ja, der Wolf meide den Menschen, aber das ist für uns alle eine neue Situation“, sagt sie. Viele Leute im Ort seien verunsichert oder fühlten sich von den lokalen Behörden im Stich gelassen. „Besonders grantig sind die Tierhalter, deren Existenz am Vieh hängt.“

So fordert der Bauernbund Brandenburg, den Wolf in besiedelten Gebieten zum Abschuss freizugeben: „Wir haben 200 Jahre gut ohne die Wölfe gelebt, so darf es gerne bleiben“, sagt Verbandsgeschäftsführer Reinhard Jung. „Spätestens, wenn das erste Kind an einer Bushaltestelle angegriffen wird, ist das Geschrei groß. So weit sollten wir es gar nicht erst kommen lassen.“ Der Vertreter von rund 360 Familienbetrieben fordert, die Obergrenze für die Wolfspopulation in Brandenburg auf 500 Tiere festzusetzen. „So, wie sich der Bestand entwickelt, haben wir in zehn Jahren gut 2000 Wölfe im Land“, sagt Reinhard Jung. „Und dann habe ich wirklich Angst.“ In ganz Brandenburg leben nach jüngsten Schätzungen des Umweltministeriums bis zu 90 Wölfe. Etwa 30 weitere Tiere gibt es in anderen Bundesländern.

Unzufrieden sind die Bauern auch mit der gegenwärtigen Entschädigungspraxis der Landesregierung: „Ersetzt werden nur die tatsächlich getöteten Tiere, aber zum Beispiel Fehlkalbungen durch Stress werden nicht berücksichtigt“, so Reinhard Jung.

Tierschützer halten die Forderungen der Landwirte für Panikmache: „Der Wolf ist ein sehr scheues Tier und Nutzvieh gehört eigentlich nicht zu seinem Beutespektrum“, sagt Renate Seidel, die Vorsitzende des Tierschutzbundes Brandenburg. Außerdem liege die Verantwortung zum Schutz des Viehs bei den Haltern: „Das schreibt das Tierschutzgesetz eindeutig vor.“ Um ihre Herden effektiv zu schützen, müssten Viehhalter bessere Elektrozäune aufstellen: „Wer einmal einen Hund an so einem E-Zaun gesehen hat, weiß, da würde ein Wolf nie wieder in die Nähe kommen.“ Tatsächlich war das Wolfsrudel am Sonntag unter dem Stromzaun hindurchgerobbt.

Die Opposition im Landtag teilt die Kritik der Landwirte: „Solche Angriffe auf Schafe und Kälber werden sich in Zukunft häufen,“ so Dieter Dombrowski, Vorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Die Tierhalter dürfen mit diesen Problemen auf keinen Fall alleine gelassen werden.“ Gregor Beyer, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, fordert eine Regelung für „Problemwölfe“: „Wenn es sich häufen sollte, dass Wölfe in Siedlungen eindringen, brauchen wir einen rechtssicheren Mechanismus, um einzelne Tiere auch abschießen zu können.“

Von Martin Küper

Weiß oder rot? Nie haben zwei Farben für so viel Furore gesorgt wie im Fall des märkischen Wappentiers. Traditionell rot, prangt der Adler seit kurzem ganz in weiß auf weißem Untergrund im neuen Potsdamer Landtag und erhitzt die Gemüter. Für die MAZ beantworten zwei Spitzenpolitiker des Landes die Adler-Frage.

08.10.2013

Minderjährig und schon im Vollrausch: Ein 13-jähriges Mädchen ist in Cottbus nach Komasaufen besinnungslos in ein Krankenhaus eingeliefert worden.Sie hatte mit einer Freundin zusammen eine ganze Flasche Wodka auf Ex geleert. Danach war sie nicht mehr ansprechbar und wurde von der Polizei aufgegriffen.

03.10.2013
Brandenburg Politikfestival im Havelland, Volksfest in Berlin - Tausende feiern Tag der Deutschen Einheit

Tausende Menschen haben den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Sowohl am Brandenburger Tor in Berlin als auch beim ersten Politikfestival in Paretz (Havelland) kamen die Besucher für Diskussionsrunden, Kabarett-Aufführungen und Konzerte zusammen. An der Premiere im Havelland nahmen Spitzenpolitiker wie Gregor Gysi (Linke) teil.

04.10.2013
Anzeige