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Brandenburg Zu wenig Besucher: Buga droht Millionenminus
Brandenburg Zu wenig Besucher: Buga droht Millionenminus
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18:22 08.07.2015
Die Buga-Tickets könnten billiger werden. Quelle: dpa-Zentralbild
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Brandenburg an der Havel

Blumenschau in finanziellen Nöten: Weil weniger Menschen als erwartet die Bundesgartenschau in der Havelregion besuchen, droht der Betreibergesellschaft am Ende ein Defizit von etwa 4,5 Millionen Euro. Das ergibt sich nach MAZ-Informationen unter anderem aus fehlenden Ticketeinnahmen sowie aus geringeren Umsätzen in der Gastronomie. Als Konsequenz daraus erwägt der Zweckverband nun eine Änderung der Preispolitik bei den Eintrittskarten. Eine Entscheidung dazu könnte bereits am Freitag fallen.

Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU), die Vorsteherin des Buga-Zweckverbands ist, hat am Mittwoch den MAZ-Bericht bestätitgt. Die Buga-Dauerkarte werde demnächst nur noch 45 statt 90 Euro kosten. Details will der Zweckverband am Freitag besprechen.

Drei Arten von Eintrittskarten

Bislang können Besucher zwischen diesen Tickets wählen: die Buga-Standard-Eintrittskarte, mit der alle fünf Standorte (Brandenburg an der Havel, Rathenow, Premnitz, Stölln und Havelberg) besucht werden können, die Dauerkarte für alle 177 Tage und die Feierabendkarte (ab 17 Uhr).

20 Euro kostet bisher eine Standard-Eintrittskarte. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt, Jugendliche bis 17 zahlen zwei Euro.

Eine Tageskarte für einen Standort gibt es bislang nicht.

Legt man die bisherige Resonanz zugrunde, dann werden zum Ende der Gartenschau wohl weit weniger als die erhofften 1,2 Millionen Eintrittskarten (dazu 30.000 Dauerkarten) verkauft werden. Kurz vor Halbzeit sind es noch nicht einmal 500.000 Tickets. Das hat auch Folgen für den Gesamtumsatz: Der General-Caterer beispielsweise zahlt Lizenzgebühren und Gewinnabgaben abhängig von der Besucherzahl. Ähnliche Verträge dürften auch andere Dienstleister haben.

Tägliche Ticketverlosung

Die MAZ verlost täglich zwei Tickets für die Bundesgartenschau. Dazu müssen Sie nur eine Frage richtig beantworten und auf einen Anrufbeantwortet sprechen. Das aktuelle Gewinnspiel finden Sie täglich in der gedruckten Ausgabe der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Jeden Tag auf der Titelseite.

Kommunen haften für mögliche Verluste

Die Geschäftsführung des Zweckverbandes hält sich bislang mit finanziellen Prognosen zurück. Ihre Argumentation: Exakte Voraussagen seien erst Ende August möglich. In den fünf beteiligten Kommunen Brandenburg, Premnitz, Rathenow, Havelberg und Stölln wächst jedoch die Ungeduld. Denn diese haften für mögliche Verluste – allein die Stadt Brandenburg aufgrund ihrer Größe mit etwa 67 Prozent. Deshalb fordern beispielsweise die Bürgermeister von Rathenow und Premnitz, Ronald Seeger und Roy Wallenta, bereits jetzt konkrete Aussagen. Am Freitag will Geschäftsführer Erhard Skupch nach MAZ-Informationen Zahlen liefern.

Tageskarte für 12 Euro scheint wahrscheinlich

Gleichzeitig sollen Szenarien diskutiert werden, wie man zu mehr Besuchern kommt. So will man mit einer Werbe-Offensive zusätzliche Gäste aus Berlin und der näheren Region locken. Zugleich will die Geschäftsführung vorschlagen, neben der normalen Eintrittskarte zu 20 Euro für die fünf Standorte eine echte Tageskarte zu 12 Euro für einen Standort anzubieten. So sollen Tagesausflügler gelockt werden. Der Haken daran: Um am Ende mehr Geld einzunehmen, müssten dann noch mehr Besucher als die erhofften 1,5 Millionen gewonnen werden.

„Ich verfolge eine andere Idee, muss dafür aber erst am Freitag werben“, sagt Brandenburgs Oberbürgermeisterin und Zweckverbandsvorsteherin Dietlind Tiemann (CDU). Es sollen neben den Eintrittskarten auch Tickets für den gleichen Preis von 20 Euro verkauft werden. Diese könnten dann „doppelte Tageskarten“ sein, gültig für einen Standort. So wurde es auch gestern in der städtischen Buga-Task-Force diskutiert: „Das ist ein vernünftiger Vorschlag, dem ich mich nur anschließen kann“, sagt Norbert Langerwisch (SPD).

Ermittlungen nach Todesfall eingestellt

Nach dem tödlichen Unfall auf der Bundesgartenschau hat die Staatsanwaltschaft Potsdam ihre Ermittlungen abgeschlossen. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass der Unfall nicht vorhersehbar gewesen sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Von Andre Wirsing

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