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Brandenburg Die Erklärung der Bürgermeisterin im Wortlaut
Brandenburg Die Erklärung der Bürgermeisterin im Wortlaut
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18:32 25.08.2016
Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) bei der Pressekonferenz. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Elisabeth Herzog-von der Heide, Bürgermeisterin der Stadt Luckenwalde:

„Ich habe am Montag eine Entscheidung getroffen, die viele Gemüter seitdem bewegt. Sie beruht auf folgender Auffassung: Eine öffentliche Verwaltung hat nach außen hin sichtbar und erkennbar weltanschaulich und religiös neutral aufzutreten. Das gilt für alle Beschäftigten, egal ob Festangestellte, Auszubildende oder Praktikanten. In unserer Verwaltung wird die gebotene Neutralität konkret dadurch gelebt, dass es z. B. in unseren Diensträumen keine Kruzifixe an den Wänden gibt. Keinem Besucher unseres Rathauses soll zwangsläufig aufgedrängt werden, welcher religiösen oder politischen Weltanschauung sein amtliches Gegenüber anhängt. Deshalb wird von allen Mitarbeitern erwartet, sich in Fragen ihrer persönlichen Überzeugungen größte Zurückhaltung aufzuerlegen. Dabei wird nicht unterschieden, welchen Glauben sie anhängen. Das Rathaus ist „religionsfreie Zone“. Weil wir uns als Vertreter unseres religiös und weltanschaulich neutralen Staates ansehen, sprechen wir uns nicht für oder gegen eine bestimmte Religion aus.

Das islamische Kopftuch ist Ausdrucksmittel einer religiösen Weltanschauung. Es zu tragen kann als ein selbstbewusstes nonverbales Signal und Bekenntnis zum islamischen Glauben verstanden werden. Dagegen ist nichts einzuwenden. Am Rathausarbeitsplatz überschreitet es jedoch die in unserer Verwaltung angewendeten Regeln der Neutralität. Bei dieser Meinung bleibe ich.

Selbstkritisch ist festzustellen, dass es sehr viel besser gewesen wäre, die Grundsätze der Neutralität schon bei der Anbahnung des Praktikums deutlich zu machen. Das wird in künftigen Fällen auch so gehandhabt werden. Die Stadt gehört zu den Kommunen, die Praktikumsplätze für berufsvorbereitende Maßnahmen für Geflüchtete eingerichtet hat. So sind bereits sechs männliche Flüchtlinge im städtischen Bauhof angeleitet worden und haben mit den dortigen Kollegen und Kolleginnen zusammengearbeitet.

Ich bedauere es sehr, dass die Praktikantin nun die Leidtragende ist, deren Aussicht auf einen sicheren Praxisplatz durch meine grundsätzliche Haltung zunichte gemacht worden ist. Deshalb habe ich für diesen konkreten Fall nach einer Lösung gesucht und hatte gestern Abend eine Idee. Wir hatten für die Praktikantin aufgrund ihrer guten Sprachkenntnisse Praktikumsstationen im Rathaus vorbereitet, in denen sie als Sprachmittlerin eingesetzt werden sollte. Ich habe mich mit dem Geschäftsführer unserer kommunalen Wohnungsgesellschaft in Verbindung gesetzt und mit ihm überlegt, ob diese Gabe der Praktikantin im Vermietungsgeschäft Anwendung finden könnte. Herr König war sofort bereit, den Vorschlag aufzunehmen und mit seinen Mitarbeiterinnen zu besprechen. Heute Morgen hatte ich seine Zusage.

So konnten wir der Praktikantin den Vorschlag unterbreiten, ihr gesamtes Praktikum in unserer Tochtergesellschaft, die keine öffentlichen Aufgaben wahrnimmt, zu absolvieren. Sie kann dort den Vertrieb genau mit ihrer Kompetenz unterstützen und für die arabisch sprechenden Wohnungssuchenden und Mieter als Sprachmittlerin tätig werden.

Bisher haben die Mitarbeiterinnen der Luckenwalder Wohnungsgesellschaft mit einer App die Gespräche mit den internationalen Kunden geführt, in der Regel in „Google-arabisch“, nicht immer perfekt. Umso besser ist es jetzt, hier menschliche Unterstützung zu bekommen.

Heute Nachmittag hat die Praktikantin ihre Wirkungsstätte besucht und wird bereits in ihre Aufgaben eingewiesen.“

Von MAZonline

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