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Die Gefahren beim Chemie-Unfall auf der A 10

Ein Chemie-Experte berichtet Die Gefahren beim Chemie-Unfall auf der A 10

Alexander Trenn ist der Chemie-Experte der Brandenburger Landesfeuerwehr. Auch beim brennenden Gefahrguttransporter auf der A 10 war der 40-Jährige im Einsatz. Mit der MAZ sprach Trenn über die Lage vor Ort, die Gefahren und die Auswirkungen.

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Alexander Trenn ist Gefahrgutberater der Feuerwehr..

Quelle: Privat

Potsdam. Alexander Trenn ist der Fachberater für Gefahrstofflagen bei der Feuerwehr des Landes Brandenburg. Wenn die Kameraden der Feuerwehr bei Einsätzen mit gefährlichen Chemikalien zu tun haben, rufen sie Trenn hinzu. So auch bei dem schweren Unfall am Dienstag auf der A 10.

Herr Trenn, wie lief der Einsatz auf der A 10 am Dienstag für Sie ab?

Alexander Trenn: Ich wurde etwa zwei Stunden nach dem Unfall alarmiert, gegen 17 Uhr war ich dann am Unfallort am Dreieck Nuthetal.

Welches Bild hat sich Ihnen dort geboten?

Trenn: Die Kameraden hatten bereits einen Chemikalienschutz angelegt und waren mit den Lösch- und Sicherungsarbeiten befasst. Die Polizei informierte darüber, dass kein Frachtschein auffindbar war, aber die Spedition ein entsprechendes Schriftstück gefaxt habe.

Was hatte der Lkw laut diesem Schreiben geladen?

Trenn: Die Lage ließ ohnehin darauf schließen, dass die Fracht aus hoch reaktiven Substanzen bestanden haben muss, die gekühlt transportiert und schnell verwendet werden. Das Schreiben der Spedition hat diese Annahme soweit bestätigt: Der Frachter hatte demnach sechs verschiedene Substanzen gelagert. Allerdings muss ich dazu sagen, dass wir vor Ort auch Hinweise auf weitere Substanzen gefunden haben, daher ist unklar, wie sehr man dem Schreiben vertrauen kann.

Woher kommt die hoch giftige Flusssäure am Unfallort?

Trenn: Die tritt aus, wenn die verschiedenen Substanzen auf dem Gefahrguttransporter sich vermischen.

Wie gefährlich ist Flusssäure?

Trenn: Das kommt darauf an, wie hoch sie konzentriert ist und wie – einatmen, verschlucken, Hautkontakt – und über welchen Zeitraum man sie aufnimmt.

Wie sah die ärztliche Versorgung vor Ort aus?

Trenn: Um auszuschließen, dass Rettungskräfte verletzt wurden, haben mehrere Notärzte noch vor Ort alle untersucht, die irgendwie mit dem Gefahrgut in Kontakt gekommen sein könnten. Rund 90 Kollegen kamen über Nacht zur Beobachtung in umliegende Krankenhäuser.

Die Fahrbahn wurde noch in der Nacht von der Feuerwehr dekontaminiert. Wie funktioniert das?

Trenn: Mithilfe von Calzium- und Magnesiumchlorid konnten wir die Flusssäure sozusagen neutralisieren. Nicht nur auf der Fahrbahn, auch auf den Einsatzgeräten, Fahrzeugen und der Kleidung.

Ist jetzt noch Flusssäure auf der Fahrbahn nachzuweisen?

Trenn: Aus meiner chemischen Sicht ist da jetzt alles entfernt worden.


Interview: Saskia Popp

Von Saskia Popp

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