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Die Grüne Woche und eine Großdemo

Agrarmesse 2016 in Berlin Die Grüne Woche und eine Großdemo

Die Grüne Woche in Berlin – größte Agrarmesse der Welt – ist nun für Besucher geöffnet. Doch die Stimmung bei vielen Landwirten ist gedrückt. Auch immer mehr Verbraucher sind unzufrieden und wollen am Samstag gegen subventionierte Agrarindustrie und gegen TTIP demonstrieren.

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Ein Kalb auf der Grünen Woche in Berlin.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam, Berlin. Rund 200 märkische Aussteller sind in der Brandenburg-Halle auf der diesjährigen Grünen Woche mit dabei – Spreewaldgurken, Lausitzer Wurstwaren, Obst aus Werder oder Backwaren und Kuchen. Die Grüne Woche wird am Donnerstagabend offiziell eröffnet. Privatbesuchern steht die weltgrößte Agrarmesse dann von Freitagmorgen an offen.

Bis zum 24. Januar werden mehr als 400.000 Menschen in den Hallen am Funkturm erwartet. Dort präsentieren sich 1660 Aussteller aus 65 Ländern. Partnerland ist diesmal Marokko.

Polizei warnt vor Taschendieben

Die Polizei warnt zur Grünen Woche vor Taschendieben an Berliner S-Bahnhöfen. „Erfahrungsgemäß bevorzugen die Taschendiebe das Gedränge zwischen den S-Bahnhöfen Messe-Nord und Messe-Süd sowie den Weg zum Messegelände, insbesondere die Fußgängerunterführungen, um an die Wertgegenstände ihrer Opfer zu gelangen“, teilten Polizei und Bundespolizei am Donnerstag mit. Auch in den Ausstellungshallen seien Langfinger aktiv. Die weltgrößte Agrarmesse läuft vom 15. bis 24. Januar. Mehr als 40 000 Menschen werden in den Hallen am Funkturm erwartet.

„Wir haben es satt“: Großdemo in Berlin

Das Aktionsbündnis „Wir haben es satt!“ ruft am Rande der Grünen Woche zu einer Demonstration gegen die Macht großer Agrarkonzerne und gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP auf. Mehr als 100 Agrarorganisationen wollen sich an der Demo ab 12 Uhr auf dem Potsdamer Platz beteiligen.

Eine Sprecherin von «Wir haben es satt!» sagte, immer mehr Landwirte müssten wegen der Agrarindustrie ihre Bauernhöfe aufgeben, die großen Konzerne gäben Billigpreise vor. «Auch die Verbraucher müssen bereit sein, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben.»

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14. Januar 2016: Die Grüne Woche in Berlin wird eröffnet. Auch Brandenburg präsentiert sich auf der Messe mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten, aber auch Handgefertigtem. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger hat die Messe inspiziert und den MAZ-Fotografen mitgenommen.

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Russland-Embargo und sinkende Preise

Dieses Jahr ist die Stimmung in der deutschen Ernährungsbranche schlecht, weil sinkende Preise auf den Weltmärkten und schwache Umsätze im Inland auf die Einkommen drücken. Auch unter dem Russland-Embargo leiden einheimische Landwirte. Vor allem Milch- und Obstbauern sind betroffen.

Schmidt: Landwirtschaft „eine wichtige Branche“

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sieht noch ein großes Marktpotenzial für Produkte mit höheren Tierhaltungsstandards und regionale Lebensmittel. „Die Deutschen sind bereit, für solche Produkte mehr zu zahlen“, sagte Schmidt vor der Grünen Woche, die am Donnerstagabend in Berlin offiziell eröffnet wird. Angesichts von Kritik etwa an der Massentierhaltung betonte der Minister: „Die Landwirtschaft ist eine starke und wichtige Branche, auf die wir nicht verzichten können.“ Sein Ziel sei, dass Kritiker und die Branche miteinander redeten, statt übereinander zu urteilen.

Öffnungszeiten und Ticketpreise

– Die Messe öffnet für Besucher am Freitag, 15. Januar und schließt am 24. Januar. Sie ist unter der Woche geöffnet von 10 bis 18 Uhr. Am 16., 22. und 23. Januar ist die Messe bis 20 Uhr geöffnet.

– Eine Karte für die Grüne Woche kostet 14 Euro. Sie kann entweder an der Tageskasse oder online gekauft werden.

– Wer mit der Familie die Messe besuchen will, kann sich für 29 Euro auch ein Familienticket (zwei Erwachsene und drei Kinder, die nicht älter als 14 Jahre alt sind)

– Sonntags kosten die Eintrittskarten nur 10 Euro.

– Außerdem gibt es Gruppenrabatte und ermäßigte Angebote für Studenten, Rentner oder Arbeitslose. Alle Informationen finden Sie hier.

Schmidt will bessere Lebensmittelkennzeichnung

Bei der Bezeichnung von Lebensmitteln will Minister Schmidt mehr Klarheit erreichen und die Arbeit der dafür zuständigen Kommission reformieren. „Mein Ziel ist, dass die Realität im Supermarktregal wieder stärker der Verbrauchererwartung entspricht.“ Die von der Kommission erarbeiteten Leitsätze sollen daher künftig unter anderem ausdrücklich das Ziel verfolgen, „insbesondere die Verbraucher vor Irreführung und Täuschung zu schützen“. In einem Antrag, der am Donnerstag im Bundestag beraten werden soll, mahnen auch die Koalitionsfraktionen von Union und SPD Änderungen an.

Von dpa

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