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Die Jahrhundertflut

Gefahr für Brandenburg Die Jahrhundertflut

Der Süden und Osten Deutschlands steht unter Wasser,
in vielen Regionen gilt Katastrophenalarm.
Mehrere Menschen kamen bereits ums Leben.

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Rettungskräfte bringen eine ältere Bewohnerin im von der Mulde überfluteten Grimma (Sachsen) in Sicherheit.

Quelle: dpa

POTSDAM. Kein Trinkwasser, kein Strom und braune Brühe im Keller: Das Hochwasser hat weite Teile im Süden und Osten Deutschlands in Katastrophenregionen verwandelt. In Passau erreichte die Donau gestern den höchsten Stand seit 500 Jahren. In vielen Städten Bayerns, Thüringens und Sachsens galt Katastrophenalarm. Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen. In reißenden Bächen und Flüssen starben in Deutschland, Tschechien und Österreich mehrere Menschen.
Auch in Brandenburg nimmt die Hochwassergefahr zu. Am stärksten betroffen sind Spree und Schwarze Elster. Auf sächsischer Seite droht die Talsperre Bautzen überzulaufen. Das hätte massive Folgen für Spremberg (Spree-Neiße). In Mühlberg (Elbe-Elster) soll heute die höchste Hochwasserwarnstufe ausgerufen werden. In der Prignitz wird am Wochenende der höchste Elbpegel erwartet.

Sachsen bekommt beim Kampf gegen das Hochwasser Hilfe aus Brandenburg. 103 märkische Feuerwehrleute und 35 Helfer des Technischen Hilfswerks sind seit gestern Morgen in Borna und Grimma im Einsatz.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will heute das Hochwassergebiet besuchen. Sie stellte den Betroffenen Hilfe in Aussicht. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) informier te sich in Herzberg (Elbe-Elster) über die Lage. Die Stadt an der Schwarzen Elster hat Nachholbedarf im Deichbau. Die Hochwasserprävention durch das Land sei unzureichend, rügte Herzbergs Bürgermeister Michael Oecknigk (CDU).

Das diesjährige Elbehochwasser könnte Brandenburg laut Plat-zeck ähnlich treffen wie das Hochwasser 2002. Im Gegensatz zu damals sei man aber besser vorbereitet. „Wir haben genug Sandsäcke, die Funktechnik funktioniert, die Lagezentren halten miteinander Kontakt“, sagte der Regierungs-chef gestern. 2002 war in Brandenburg vor allem die Prignitz betroffen. Die Schäden und Kosten wurden auf rund 200 Millionen Euro beziffert. Im Katastrophenschutzlager des Landes in Beeskow (Oder-Spree) können derzeit drei Millionen Sandsäcke sowie Sandabfüllmaschinen und Pumpen von den Landkreisen abgerufen werden.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren seit Samstag mehr als 4000 Kräfte des Bundes im Hilfseinsatz – darunter 1760 Soldaten. In Brandenburg könnten das Logistikbataillon in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) und das Fernmeldebataillon in Storkow (Oder-Spree) Hilfe leisten, teilte das Landeskommando der Bundeswehr in Potsdam mit.

Das Ausmaß der Hochwasserschäden in Deutschland lässt sich noch nicht beziffern, sagte Ernst Rauch vom Rückversicherer Munich Re. Die negativen Folgen für die Wirtschaft sind aber absehbar. Nachdem der lange Winter beinahe zu einer Rezession geführt hätte, droht wegen der Wetterkapriolen der erhoffte Frühjahrsaufschwung ebenfalls auszufallen. „Der Regen setzt nicht nur den Menschen zu, sondern auch der Konjunktur“, sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Alexander Schumann. Neben der Landwirtschaft trifft das Wetter die Bauindustrie. Dort klagte im Mai jedes neunte Unternehmen über Beeinträchtigungen durch Regen.

Einen Lichtblick gibt es aber: Der Deutsche Wetterdienst rechnet damit, dass der Regen in den kommenden Tagen fast überall nachlässt. MAZ/dpa

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