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Die Lehren aus dem Haasenburg-Skandal

Landtag verbessert Jugendschutz Die Lehren aus dem Haasenburg-Skandal

Der Haasenburg-Skandal um Gewalt und Unterdrückung in geschlossenen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche endete vorläufig im Dezember 2013 mit der Schließung der Heime. Jetzt hat der Landtag Verbesserungen beim Kinder- und Jugendschutz beschlossen.

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Geschlossenes „Haus Babenberg“ der Haasenburg GmbH in Jessern.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Drei Jahre nach dem Skandal um die Haasenburg-Heime hat der Landtag in Potsdam Nachbesserungen beim Kinderschutz beschlossen. Dazu gehören: Eine externe Qualitätssicherung, die Schaffung einer Ombuds-Stelle außerhalb der Jugendeinrichtungen und unabhängig von der Heimaufsicht, insbesondere aber der Versuch, die geschlossene Unterbringung von Kindern und Jugendlichen weitgehend zu vermeiden. Die Einrichtungen sollten untereinander besser kooperieren, fachliche Standards sollen weiter entwickelt werden. Diese Maßnahmen beschloss das Brandenburgische Parlament mit großer Mehrheit.

Ministerin Münch schloss die Heime 2013

Unter dem Namen Haasenburg hatte ein Unternehmen geschlossene Einrichtungen für Kinder im Land Brandenburg betrieben, bis die Heime im Jahr 2013 wegen fragwürdiger Zustände von der damaligen Bildungsministerin Martina Münch (SPD) geschlossen wurden. Kinder und Jugendliche waren in den Haasenburgheimen von pädagogischem Personal äußerst brutal behandelt worden, es war auch zu mehreren Todesfällen gekommen.

SPD, Linke, Grüne und CDU haben den nun gefassten Beschluss gemeinsam vorbereitet – die AfD hingegen wurde von den anderen Parteien von der Erarbeitung ausgeschlossen. Als einzige Fraktion stimmte die AfD daher auch nicht für den Antrag, sondern enthielt sich ihrer Stimmen.

Personal in den Einrichtungen wurde aufgestockt

Nach der Aufklärung und Aufarbeitung der Vorkommnisse rund um die Haasenburgheime habe man Konsequenzen ziehen müssen. Bisher wurde bereits das Personal in den Heimen im Land aufgestockt, es bestehen Fortbildungsangebote für das Heimpersonal und die Pflicht, Kinder auch in geschlossenen Einrichtungen beschulen zu lassen.

„Wir reden hier über Jugendliche, die oft als schwierig beschrieben werden“, so der Landtagsabgeordneter Günther Thomas (SPD). „Das trifft es nur am Rande. Die Jugendlichen in den Jugendhilfeeinrichtungen haben zum Teil schwere Straftaten begangen, sie sind aber genauso auch selbst Opfer. Diese Kinder und Jugendlichen brauchen Hilfe und Schutz.“

„Es geht hier um Jungs und Mädels, die in einen Hexenkessel und Teufelskreis geraten sind, der zu einem schwer dissozialen Verhalten geführt hat“, erklärt Bildungsminister Günther Baaske (SPD). „Alle präventiven Ansätze haben bei diesen Kindern nicht gefruchtet, dort müssen wir unbedingt ansetzen.“ Er versprach, künftig ganz konkret auch im Einzelfall zu helfen: „Wenn einem Jugendlichen nicht geholfen werden kann oder eine Einrichtung Unterstützung braucht, müssen wir da sein“.

Von Saskia Popp

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