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Brandenburg Die MAZ wünscht ein frohes neues Jahr!
Brandenburg Die MAZ wünscht ein frohes neues Jahr!
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21:22 31.12.2017
Starten Sie ausgelassen ins neue Jahr! Quelle: Pixabay
Potsdam

Kurz vor Mitternacht, wenn die Gläser gefüllt sind, wird sie sich wieder einstellen – diese prickelnde, fast kindliche Vorfreude. Ein neues Jahr beginnt – was wird sich ändern, was kommt auf uns zu? Und was bleibt?

Im Privaten muss das jeder für sich beantworten: War es ein gutes Jahr? Hat man Zeit gefunden für die, die einem wichtig sind? Ist man achtsam mit seinem Umfeld umgegangen, aber auch mit sich selbst? Viele, die beruflich stark eingespannt sind, werden da ein schlechtes Gewissen haben. Aber dafür sind gute Vorsätze ja da.

Anders verhält es sich im Politischen. Es gibt zwar unterschiedliche Interpretationen, aber eines ist klar: 2017 war ein Jahr des Übergangs. Vieles, was einst sicher schien, ist es nicht mehr. Ein neuer US-Präsident verstört die Welt. Spielt mit dem Feuer, verspottet Konkurrenten, twittert wilde Anschuldigungen, schert sich nicht um alte Allianzen. Im besten Fall, etwa im Nahen Osten, kann das Verknotungen auflösen und neue Perspektiven eröffnen – hoffen zumindest die Trump-Unterstützer. Im schlimmsten Fall, etwa in Nordkorea, droht Krieg.

Henry Lohmar ist stellvertretender Chefredakteur der MAZ. Quelle: Friedrich Bungert

In Deutschland vollzieht sich Bemerkenswertes. Die Bindekraft der Volksparteien schwindet, die Zeiten stabiler Mehrheiten scheinen vorbei. Das ist – auch – eine Folge des Aufstiegs der AfD, deren nationalistische Antworten auf die neue Unübersichtlichkeit der Welt bei einer stabilen Minderheit verfangen. Nicht nur im Osten, aber dort besonders. „Jamaika-Aus“ wurde das Wort des Jahres, nachdem Union, Grüne und FDP vergeblich einen gemeinsamen Nenner suchten, nun ringt die SPD mit sich, ob sie nicht doch wieder mitmachen soll. Vielleicht wird es Ostern, bis es eine neue Regierung gibt. Vielleicht gibt es Neuwahlen. Deutschland, jahrelang Stabilitätsanker Europas, wird zum politischen Wackelkandidaten.

Und in Brandenburg? Auch hierzulande ist einiges ins Wanken geraten. Die dauerregierende SPD ist mit der Kreisgebietsreform krachend gegen die Wand gefahren. Den Widerstand der Kommunen gegen Zwangs-Zusammenschlüsse hat Ministerpräsident Dietmar Woidke sträflich unterschätzt. Gut für ihn und die mitregierenden Linken, dass die Wirtschaft (noch) wächst. Geld ist da, um die zahlreichen Baustellen des Landes – Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur, Energiewende – anzugehen. Doch wird es sinnvoll eingesetzt?

Viele Fragen und Ungewissheiten am Ende eines bewegten Jahres. Aber auch: Hoffnung. Deutschland ist trotz aller Probleme stark genug, um die Herausforderungen zu bewältigen. Brandenburg hat, besonders im Speckgürtel rund um Berlin, Boom-Regionen mit Bevölkerungs- und Jobwachstum. Kreatives Potenzial ist da – in der Forschung, in Kunst und Kultur, in zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen. Es gibt viele Gründe, anzunehmen, dass das neue Jahr ein gutes wird.

Von Henry Lohmar

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