Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Die Politik hat sich fulminant verhoben
Brandenburg Die Politik hat sich fulminant verhoben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 25.09.2017
Die Berliner wollen zurück auf Anfang: der Flughafen soll nicht geschlossen werden, die Entscheidung dazu rückgängig gemacht werden. Quelle: dpa
Berlin

Die Berliner können nicht loslassen. Sie hängen an der alten Tante Tegel, dem verlässlichen Stadtflughafen Berlins, womit der Hauptgrund für das Abstimmungsergebnis schon geliefert wäre: Verlässlichkeit. Es ist das Gegenteil dessen, wofür der BER steht. Der BER steht für Chaos, für Fehlplanung, für außer Kontrolle geratene Türen und zu kurz geratene Rolltreppen, mithin aber auch für politische Kurzsichtigkeit und Arroganz (man denke nur an die schändliche Standortentscheidung).

Das offizielle Ergebnis des Volksentscheids

56,1 Prozent der Wähler votierten am Sonntag für eine Offenhaltung des Airports.

41,7 Prozent forderten eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren.

Wenn die Berliner jetzt für einen Tegeler Weiterbetrieb gestimmt haben, dann auch deshalb, weil sich die politische Klasse beim BER-Projekt so fulminant verhoben hat. Die sollen uns einen verlässlichen Flughafen bescheren? Niemals! Halten wir also fest an dem, was seit Jahren unter Volllast funktioniert. Egal was es kostet, egal wie groß die juristischen Risiken sind, egal wie viele Menschen vom Lärm betroffen sind.

MAZ-Redakteur Torsten Gellner sieht im Volksentscheid ein Misstrauensvotum. Quelle: Julian Stähle

Der Volksentscheid ist damit auch ein Misstrauensvotum gegen die Flughafenpolitik Berlins, aber auch der Mitgesellschafter Brandenburgs und des Bundes gewesen. Selbst das intensive Bemühen von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat am Ende nicht gefruchtet. Er hatte auf die hohen Kosten verwiesen, die bei einer Verlängerung für Tegel nötig seien, und den BER-Ausbau medial vorangetrieben. Seine Botschaft, dass Tegel überflüssig sei und die Passagiermillionen am BER abzuwickeln seien, verfing nicht. Den Berlinern fehlte der Glaube. Wer könnte es ihnen verdenken?

Von Torsten Gellner

Nachdem sich die Berliner am Wahlsonntag klar für den alten Flughafen Tegel ausgesprochen haben, fordert Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) die Gesellschafter des BER auf, über eine Offenhaltung nachzudenken. Er sieht dabei einen Vorteil für die eigene Gemeinde. Doch wie genau könnte es weitergehen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

03.03.2018
Brandenburg Brandenburg nach der Bundestagswahl - AfD vor Zäsur: Wer kommt nach Gauland?

Brandenburgs AfD muss nach Alexander Gaulands Einzug in den Bundestag künftig ohne ihren bisherigen Fraktionschef auskommen. Der Weg dürfte nun frei sein für den 44-jährigen Andreas Kalbitz. Zu Spannungen könnte Gaulands Nachrücker in der Fraktion sorgen.

28.09.2017

Bei der Bundestagswahl 2017 gehen neun der zehn Direktmandate an die CDU. Nur Manja Schüle (SPD) konnte sich im Wahlkreis 60 mit Potsdam knapp gegen die CDU-Kandidatin durchsetzen. Die Gewinner der Direktmandate im Überblick.

25.09.2017