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Die Politik hat sich fulminant verhoben

Volksentscheid zu Tegel Die Politik hat sich fulminant verhoben

Die Berliner hängen an ihrem alten Tegel. Sie haben sich klar dafür ausgesprochen. Das ist kaum verwunderlich, denn der alte Flughafen steht für Verlässlichkeit, während der BER im Chaos versinkt, glaubt MAZ-Redakteur Torsten Gellner. Der Volksentscheid ist ein Misstrauensvotum für jene, die sich beim BER-Projekt so fulminant verhoben haben.

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Die Berliner wollen zurück auf Anfang: der Flughafen soll nicht geschlossen werden, die Entscheidung dazu rückgängig gemacht werden.

Quelle: dpa

Berlin. Die Berliner können nicht loslassen. Sie hängen an der alten Tante Tegel, dem verlässlichen Stadtflughafen Berlins, womit der Hauptgrund für das Abstimmungsergebnis schon geliefert wäre: Verlässlichkeit. Es ist das Gegenteil dessen, wofür der BER steht. Der BER steht für Chaos, für Fehlplanung, für außer Kontrolle geratene Türen und zu kurz geratene Rolltreppen, mithin aber auch für politische Kurzsichtigkeit und Arroganz (man denke nur an die schändliche Standortentscheidung).

Das offizielle Ergebnis des Volksentscheids

56,1 Prozent der Wähler votierten am Sonntag für eine Offenhaltung des Airports.

41,7 Prozent forderten eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren.

Wenn die Berliner jetzt für einen Tegeler Weiterbetrieb gestimmt haben, dann auch deshalb, weil sich die politische Klasse beim BER-Projekt so fulminant verhoben hat. Die sollen uns einen verlässlichen Flughafen bescheren? Niemals! Halten wir also fest an dem, was seit Jahren unter Volllast funktioniert. Egal was es kostet, egal wie groß die juristischen Risiken sind, egal wie viele Menschen vom Lärm betroffen sind.

MAZ-Redakteur Torsten Gellner sieht im Volksentscheid ein Misstrauensvotum

MAZ-Redakteur Torsten Gellner sieht im Volksentscheid ein Misstrauensvotum.

Quelle: Julian Stähle

Der Volksentscheid ist damit auch ein Misstrauensvotum gegen die Flughafenpolitik Berlins, aber auch der Mitgesellschafter Brandenburgs und des Bundes gewesen. Selbst das intensive Bemühen von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat am Ende nicht gefruchtet. Er hatte auf die hohen Kosten verwiesen, die bei einer Verlängerung für Tegel nötig seien, und den BER-Ausbau medial vorangetrieben. Seine Botschaft, dass Tegel überflüssig sei und die Passagiermillionen am BER abzuwickeln seien, verfing nicht. Den Berlinern fehlte der Glaube. Wer könnte es ihnen verdenken?

Von Torsten Gellner

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