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Brandenburg Die Suche nach Azubis wird immer schwerer
Brandenburg Die Suche nach Azubis wird immer schwerer
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15:18 26.02.2018
Rein rechnerisch könnte jeder Auszubildende zwei Stellen ergattern. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburgs Schulabgänger haben in diesem Jahr beste Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Bei den Brandenburger Arbeitsagenturen und Jobcentern meldeten sich bis Ende März 2017 9960 Jugendliche, die eine Lehrstelle suchten. Zugleich stellten die märkischen Betriebe 11 400 Ausbildungsplätze – das waren knapp 400 mehr als im vergangenen Jahr.

Für jeden Bewerber zwei Ausbildungsstellen

Laut Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) stünden damit zumindest „rein rechnerisch“ für alle Bewerber ausreichend Lehrstellen zur Verfügung. Doch tatsächlich sind aktuell noch immer 8 160 Plätze unbesetzt. Die Entwicklung bereitet der Wirtschaft Sorgen. Denn die Zahl der Stellen, die zum Ausbildungsstart im Herbst unbesetzt bleiben, steigt: Vergangenes Jahr blieben 1792 Plätze offen. 946 Jugendliche fanden dennoch kein passendes Lehrangebot und blieben unversorgt. Das sind laut Ministerium 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Um Nachwuchs bemüht, und zwar nicht nur im Frühjahr, ist etwa der Diplomingenieur für Holztechnik und Tischlermeister Fritz Müller aus Gransee (Oberhavel). „Wir suchen immer“, erklärt Müller. „Zwölf Monate lang“. Zur Zeit beschäftigt er zwei Tischlerlehrlinge im ersten Jahr. Doch die Azubi-Gewinnung wird immer schwerer, wie er erklärt. „Wir haben ganz wenige Bewerbungen von Mädchen. Darüber hinaus hatten wir vor einigen Jahren noch ein Drittel mehr Bewerbungen“, sagt er. Seit 1986 bildet er Tischler sowie Industrie-und Bürokaufleute aus. Damit gehört er zu den 53 Prozent aller Brandenburger Betriebe, die über eine Ausbildungsberechtigung verfügen.

Optimale Bedingungen

Allein im Bezirk der Handwerkskammer Potsdam blieben im vergangenen Jahr 500 Ausbildungsplätze unbesetzt. Dabei biete das Handwerk optimale Perspektiven, wie Präsident Robert Wüst wirbt. „Dem Handwerk geht es blendend, die Verdienst- und Karrieremöglichkeiten sind hervorragend.“

Doch die Zahl der geschlossenen Ausbildungsverträge ist rückläufig, auch wenn zuletzt wieder mehr Stellen angeboten wurden. 2010 gab es noch 13 622 Ausbildungsverhältnisse. Vergangenes Jahr wurden 3187 Verträge weniger abgeschlossen. Eine Ursache ist aus Sicht von Tischlermeister Müller das Unwissen über die Bandbreite der Ausbildung. „Die wissen gar nicht, was man auch bei uns im Betrieb alles für Möglichkeiten hat“, sagt er.

Nicht nur auf die Noten achten

Laut Arbeitsministerium liegt jedoch ein weiteres Problem darin, dass Betriebe zu sehr auf die Noten schielen und nicht den Menschen dahinter im Blick hätten, wie Gabriel Hesse, Sprecher des Arbeitsministeriums erklärt. Hinzu komme, dass sich die jungen Frauen und Männer immer noch an den „klassischen Berufen“ ihres Geschlechts orientieren. „Dabei gibt es in Brandenburg rund 270 verschiedene Ausbildungsberufe“, so Hesse.

Nicht alle Firmen, die ausbilden dürfen, tun es: Nur 39 Prozent der 67 000 märkischen Ausbildungsbetriebe haben Lehrlinge. Damit liegt Brandenburg zwar noch über dem Bundesdurchschnitt von 20 Prozent, schneidet im ostdeutschen Vergleich (43 Prozent) aber schlecht ab.

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Von Lisa Neumann

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