Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Die Suche nach dem Weg aus der Milch-Krise

Agrarwirtschaft in Brandenburg Die Suche nach dem Weg aus der Milch-Krise

Pfirsich-Bowle und Spanferkel-Burger auf dem Festgelände der Brandenburger Landwirtschaftsausstellung Brala in Paaren/Glien – nur in der Halle ist nichts mit eitel Sonnenschein: Auf der Landesbauernversammlung haben die märkischen Landwirte am Freitag an die Politik appelliert.

Voriger Artikel
Helfer im Namen des Herrn
Nächster Artikel
Aufregung während Abfertigung für Israel-Flug

Agrar-Technik zum Anfassen: Auf der Brala können Besucher echte Landmaschinen aus der Nähe ansehen.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Draußen auf dem Gelände der Brandenburger Landwirtschaftsausstellung Brala in Paaren/Glien (Havelland) genießen die Besucher Sonnenschein und ländliche Idylle, drinnen im Festzelt kann von Landromantik nicht die Rede sein.

„Zwei schwere Jahre, die bei weitem nicht überwunden sind, liegen hinter uns“, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, am Freitag auf der Landesbauernversammlung vor rund 300 märkischen Landwirten. Zwar hätten sich die Preise für Milch und Milchprodukte „leicht verbessert“, sie lägen aber mit einem Verkaufspreis von 31 Cent pro Kilogramm weiter im Keller.

Brexit wirkt sich auch auf Brandenburgs Landwirte aus

Auch der Ackerbau stehe mit klimatischen Veränderungen und einer neuen Düngeverordnung vor großen Herausforderungen und müsse sich weiterentwickeln. „Flankierende Agrarumweltprogramme fehlen uns, andere Bundesländer sind da weiter“, klagte Wendorff. Auch die immer höheren Anforderungen an das Tierwohl beschäftigen seine Berufskollegen. „Der Tierschutz liegt uns am Herzen“, so Wendorff. Trotz aller Schutzmaßnahmen spürten Tierhalter jedoch weiterhin eine pauschale Ablehnung. Aber es müsse bedacht werden, dass die Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie in Brandenburg Tausenden Menschen Arbeit gebe.

Nicht zu unterschätzen sei auch die Rolle der Europäischen Union. „Das System bröckelt“, sagte Wendorff mit Blick auf den Brexit. Bleibe es nicht bei einheitlichen Standards für alle europäischen Landwirte, drohten Brandenburger Betriebe benachteiligt zu werden. „Bei der künftigen Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik brauchen wir Stabilität und Augenmerk“, betonte der Verbandspräsident. Die Zahlung von Fördermitteln für benachteiligte Flächen seien weiter notwendig. Insgesamt mahnte Wendorff mehr Unterstützung durch die Politik an.

Minister Vogelsänger: „Wir lassen Euch nicht im Stich!“

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dankte den märkischen Landwirten für ihren Einsatz und ermunterte sie dazu, stärker in den Dialog mit den Verbrauchern zu treten. „Die Brandenburger Landwirtschaft sollte sich stolz und optimistisch nach außen hin zeigen.“ Zwar sei die Milchkrise längst nicht überwunden, aber die Situation habe sich leicht verbessert. Auch in puncto Tierwohl seien die Brandenburger Landwirte auf einem guten Weg. Naturgemäß habe ein Bauer ein enges Verhältnis zu seinen Tieren. „Jeder, der Tiere quält, verdient den Namen Landwirt nicht und wir werden nicht zulassen, dass wegen ein paar schwarzer Schafe in der Branche alle Brandenburger Landwirte diskriminiert werden“, sagte Woidke.

Auch Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) dankte den Landwirten, dass sie sich für das Tierwohl einsetzten und aktiv am gemeinsamen Tierschutzplan mitwirkten. Vogelsänger betonte, dass er bei den zunehmenden Gefahren durch Wölfe an der Seite der Schaf- und Weidetierhalter stehe. „Wir lassen Euch nicht im Stich“, sagte der Landwirtschaftsminister. Er bezeichnete es als großen Erfolg, dass der Umgang mit dem Wolf nationale Aufgabe geworden sei.

Der Spargel sorgt für einige Tausend Arbeitsplätze

Auch den Spargelbauern sicherte Vogelsänger Unterstützung zu. Dass Umweltschützer den Folien-Einsatz beim Spargel-Anbau infrage gestellt haben, hält er für „Unfug“. „Der Spargel sorgt für einige Tausend Arbeitsplätze, was manchen Grünen-Politikern aber egal zu sein scheint“, kritisierte Vogelsänger.

Brandenburgs Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) lobte die Landwirte für ihre Hilfe bei der Tierseuchenbekämpfung. „Sie waren sehr diszipliniert.“ Nachdem das hochansteckende H5N8-Virus in märkischen Geflügelbeständen nachgewiesen worden war, mussten rund 155 000 Tiere vorsorglich getötet werden.

Von Diana Bade

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Was ist Ihr Sommerhit?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg