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Die Venus ist der Star am Juni-Nachthimmel

Der Sternenhimmel im Juni über Brandenburg Die Venus ist der Star am Juni-Nachthimmel

Im Juni beginnt endlich der Sommer. Der 21. Juni ist der Tag des Jahres, an dem die Sonne auf der Nordhalbkugel der Erde am längsten über dem Horizont bleibt. Damit sind die Nächte entsprechend kurz. Doch das tut der Venus keinen Abbruch, die nach dem Mond das hellste Objekt am Nachthimmel ist.

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Der Herkuleskugelhaufen auf einer Aufnahme des Hubble-Space-Teleskops.

Quelle: HST

Königs Wusterhausen. Im Juni beginnt, zumindest im astronomischen Sinne, endlich der Sommer. Astronomisch gesehen ist der 21. Juni der Tag des Jahres, an dem die Sonne auf der Nordhalbkugel der Erde am längsten über dem Horizont bleibt. Dabei nimmt diese Tagesdauer bis zum Pol zu, so dass vom 67. Breitengrad bis zum Nordpol die Sonne gar nicht untergeht. Auch ist dieser Tag im Norden Deutschlands länger als im Süden. In Hamburg verzeichnen wir am 21.6. eine Tageslänge von 17 Stunden und 3 min, in München von 16 Stunden und 4 Minuten, in Mittenwalde zeigt sich die Sonne 16 Stunden und 47 Minuten. Der 21. Juni ist zwar der längste Tag des Jahres, aber nicht derjenige mit dem frühesten Sonnenauf- oder spätesten Sonnenuntergang. Ersterer ist am 17.6.2015 (SA: 4.43 Uhr). Letzterer folgt kurz nach der Sommersonnenwende am 25.6.2015 (SU 21.32 Uhr).

Die Erde benötigt für eine Umrundung der Sonne ca. 365 Tage. Dabei rotiert sie täglich einmal um die Erdachse – also die Achse vom Nord- zum Südpol. Würde diese Achse senkrecht zur Umlaufbahn um die Sonne stehen, dann gäbe es auf der Erde keine Jahreszeiten. Die Temperaturen wären auf jedem Breitengrad jeweils gleich. Da die Achse aber um 23,5 Grad gekippt ist, sind die Nord- und Südhalbkugel der Sonneneinstrahlung abwechselnd unterschiedlich ausgesetzt. Am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende steht die Sonne senkrecht über dem 23. nördlichen Breitenkreis (exakt 23,43°n.B), welcher auch als nördlicher Wendekreis bezeichnet wird. Oft findet man noch die Bezeichnung „Wendekreis des Krebses“. Diese Bezeichnung kommt daher, da bis zum Jahr 15 v.Chr. die Sonne am Sommeranfang das Sternbild des Krebses durchlief. Heute beginnt die Sonne am 21.6. ihren Weg durch das Sternbild Zwillinge.

Am relativ kurzzeitig dunklen Himmel im Juni zeigen sich in diesem Jahr drei Planeten. Die Venus ist der Star der Dämmerung im Westen. Sie ist nach dem Mond das hellste Objekt des Nachthimmels. Am Monatsanfang geht sie nach Mitternacht unter, am Monatsende bereits um 23.32 Uhr. Der Planetenriese Jupiter und Venus nähern sich weiter an, was am 30.6. in einer extrem nahen Begegnung beider Planeten gipfelt. Weniger als ein Grad sind beide Planeten dann in der Abenddämmerung auseinander. Venus ist dabei der hellere und dem Horizont nähere Planet.

Der Saturn ist der Planet der ganzen Nacht. Sein Aufgang erfolgt vor dem Sonnenuntergang, sein Untergang liegt weit nach Mitternacht. Gegen 23.00 Uhr hat er im Bereich der Sternbilder Waage und Skorpion am flachen südlichen Himmel Position bezogen. Dabei wird er gleich zu Monatsbeginn vom (fast) Vollmond besucht (6. Vollmond des Jahres, der sog. Brachmond, ist am 2.6.2015 um 18.19 Uhr). Am 28.6. schaut der Mond dann noch mal vorbei. Um 23 Uhr hat der Saturn am 28.6. jedoch schon seine höchste Stellung am Abend hinter sich. Alle anderen Planeten bleiben im Juni unsichtbar.

Der Sternenhimmel bietet am Abend mit dem hellen Stern Arktur hoch im Südwesten über die nördliche Krone, den Herkules bis hin zum Sommerdreieck aus Wega (Sternbild Leier), Deneb (Schwan) und, etwas tiefer, Atair (Adler) einen Blick auf den im Vergleich zum Winterhimmel relativ sternarmen Sommerhimmel.

Jedoch trügt hier die Helligkeit der Sterne. Bereits mit einem Fernglas kann man in die Ebene der Milchstraße schauen, welche sich entlang des Rückgrats des Schwans entlangzieht. Hier wird deutlich, dass tausende und abertausende Sterne mit uns in einem Sternsystem, der Milchstraße, ihr Dasein fristen. Weitere interessante (Fernglas-) Objekte sind der Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules oder das Vierfachsternsystem Lyrae, was mit bloßem Auge nur als ein Stern erkennbar ist.

Autor: Uwe Schierhorn, Lehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen, Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.
Quellen: Daten aus www.calsky.com
Abbildungen: erstellt mit „Stellarium 12.0“

Von Uwe Schierhorn

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