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Die Volksbühne tanzt

Neue Spielzeit Die Volksbühne tanzt

Chris Dercon – der neue Intendant der Berliner Volksbühne – startet mit einem ungewöhnlichen Projekt in seine erste Saison. Der Belgier ließ 200 Tänzer auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof auftreten. Motto: „Verrückt nach Tanz“. Los ging es mit einem „Public Warm-up“.

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Mitmachen erwünscht: Bei den Aufwärmübungen für „Fous de danse – Verrückt nach Tanz“ probierten sich auch Besucher an den Tanzschritten.

Quelle: dpa

Berlin. Neustart unter freiem Himmel: Mit dem Open-Air-Spektakel „Fous de danse – Verrückt nach Tanz“ hat der Belgier Chris Dercon (59) am Sonntag seine Intendanz an der Berliner Volksbühne begonnen. Schauplatz war allerdings nicht das Stammhaus des Theaters am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte, sondern der stillgelegte Flughafen Berlin-Tempelhof.

Dort traten rund 200 Tänzer auf, die bei zahlreichen Aufführungen auch das Publikum zum Mitmachen einluden. Die bis zum späten Abend geplante, zehnstündige Nonstop-Performance wurde von dem französischen Choreographen Boris Charmatz geleitet.

Aufwärmübungen gemeinsam mit dem Publikum

Dercon ist umstrittener Nachfolger von Frank Castorf, der 25 Jahre lang Chef der Volksbühne war. Von Castorf-Fans und Teilen der Berliner Kulturszene wird Dercon seit Monaten massiv angefeindet. Dercons Kritiker befürchten, dass der Museumsmann und Kulturmanager aus dem Repertoiretheater Volksbühne eine „Eventbude“ macht.

Beim „Verrückt nach Tanz“-Programm ging es zum Auftakt der Spielzeit erst mal mit einem „Public Warm-up“ los – Aufwärmübungen, die Choreograph Charmatz gemeinsam mit dem Publikum absolvierte. Nach zeitgenössischen Tanz-Performances zeigten Schülerinnen der Staatlichen Ballettschule klassischen Tanz mal nicht in Tutu und Spitzenschuhen, sondern in Jeans und Turnschuhen.

Der Neue


ist der neue Intendant der Berliner Volksbühne. Der 59-Jährige ist der Nachfolger von Frank Castorf, der seine langjährige Wirkungsstätte eher unfreiwillig verlassen hat.

Vor dem Neustart wurde die Volksbühne von Theaterkritikern noch einmal zum „Theater des Jahres“ gewählt.

Chris Dercon war zuletzt Direktor des Londoner Museums Tate Modern. In der Zeit von 2003 bis 2011 leitete er das Haus der Kunst in München.

Die Spielstätte der Volksbühne wurde in den Jahren 1913 und 1914 nach Plänen des Architekten Oskar Kaufmann errichtet. Der Zuschauerraum bot ursprünglich fast 2000 Zuschauern Platz. In den 1960er Jahren wurde die Anzahl der Zuschauerränge auf 800 reduziert.

Bei einer über das ehemalige Flugfeld führenden Soul Train Line war auch das Improvisationstalent des Publikums gefragt. Breakdance, Hip-Hop, türkische Tänze und Voguing standen neben vielen hochkarätigen Modern-Dance-Performances ebenfalls auf dem Programm.

Nach zwei weiteren Tanz-Premieren von Boris Charmatz hebt sich dann am 30. September im Hangar 5 in Tempelhof erstmals der Vorhang für eine Sprechtheater-Premiere: Die Syrer Mohammad al Attar und Omar Abusaada inszenieren „Iphigenie“ nach Euripides mit Flüchtlingsfrauen. Erst im November zieht das neue Volksbühnen-Team dann zurück an den Rosa-Luxemburg-Platz ins eigentliche Theater.

Von Elke Vogel

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