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Die braune Spree staut sich bei Spremberg

Angst vor dem nächsten Hochwasser Die braune Spree staut sich bei Spremberg

Bis Spremberg und nicht weiter: Das Sofortprogramm des Landes Brandenburg bewahrt den Spreewald vor der Verockerung der Fließe. In Spremberg staut sich dagegen die braune Brühe. Das Problem wird die Region noch auf Jahre hinaus beschäftigen.

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Eine sogenannte Sediment-Falle (vorn) ist in Bühlow installiert – vor der Talsperre Spremberg. Dort ist die Verockerung deutlich zu sehen.

Quelle: LMBV/Radke

Potsdam. Peter Stephan hat Angst vor dem nächsten Hochwasser. Dann, so befürchtet er, könnte die braune Brühe bis in den Spreewald hinüber schwappen. An normalen Tagen kommt das mit Eisen gesättigte Wasser, das der Spree eine rostige Färbung verleiht, nicht über die Talsperre Spremberg (Spree-Neiße) hinaus. Die Anlage filtert 95 Prozent des Eisenhydroxids ­heraus, das auf Deponien verklappt wird, der Gehalt sinkt dadurch von sieben Milligramm pro Liter auf weniger als ein Milligramm.

Flussabwärts, in Cottbus und im Spreewald, ist das Wasser weitgehend klar. In Spremberg, kurz vor der Talsperre, wähnt man sich an einer Klärgrube. „Die Spree ist dort weiterhin braun und wird es noch mindestens zehn Jahre lang sein“, sagt Peter Stephan, der dem Verein Aktionsbündnis „Klare Spree“ vorsteht.

Die braune Spree wird so schnell also nicht aus den Schlagzeilen herauskommen, aber zumindest zeigt das brandenburgische Sofortprogramm erste Wirkungen, das vor zweieinhalb Jahren auferlegt wurde. Die Erfolge können auch Umweltschützer nicht verneinen, und so ist es eine Frage der Perspektive, wie dramatisch die Lage zu beurteilen ist – je nachdem, auf welcher Seite der Talsperre Spremberg das Wasser inspiziert wird.

Zehn Millionen Euro hat der staatliche Bergbausanierer LMBV zuletzt pro Jahr in die Reinheit der Spree investiert. Im Spreewald wurden Wasserreinigungsanlagen errichtet und Fließe entschlammt, wie Sprecher Uwe Steinhuber erklärt. Bei der maßgeblich vom Bund finanzierten Gesellschaft denkt man „mittel- bis langfristig“. Im Jahr 2025 sollen die Maßnahmen greifen, die nun hauptsächlich unweit der Quelle auf sächsischer Seite getroffen werden. Steinhuber zählt viele Pilotprojekte auf, Brunnen sollen gebaut und die Kleine Spree bei Spreewitz vertieft werden.

Die Finanzierung ist allerdings ungeklärt. Angeblich will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den LMBV-Etat für die Jahre 2018 bis 2022 um ein Viertel auf 800 Millionen Euro zusammenstreichen. Dazu kommt die Ungewissheit, wie ernst der tschechische Neu-Investor EPH die Sanierung der Kohlegruben nimmt. „Klare Spree“-Chef Stephan übt sich in Diplomatie: „In Vattenfall hatten wir einen Partner, auf den wir uns verlassen mussten. Jetzt gibt es viele Fragezeichen.“ Man sei guter Hoffnung, bei allerdings hohen Erwartungen.

Neben der Verockerung treibt eine andere Folge des Braunkohleabbaus Umweltschützer um: die bedenklichen hohen Sulfatwerte im Grundwasser, die sogar in Berlin zum Problem für die Trinkwasserversorgung geworden sind. „Die Spree scheint hier noch sauber, aber es ist eine Frage der Zeit, bis die Grenzwerte von 250 Milligramm pro Liter überschritten werden“, sagt Brandenburgs Grünen-Abgeordneter Benjamin Raschke, der gerade mit seiner sächsischen Parteikollegin Franziska Schubert gemeinsam auf dem Tandem die Spree entlang geradelt ist – von der Quelle bis nach Berlin (siehe Interview). Die Sulfatbereinigung in den Wasserwerken sei sehr aufwendig, sagt Raschke, der den Ausstieg aus dem Braunkohleabbau fordert. „Es ist schwierig, am Ende der Leitung etwas zu reparieren, das am Anfang kaputt ist.“

Von Bastian Pauly

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