Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 15 ° Regen

Navigation:
Die strahlende Perlenschnur am Nachthimmel

Sternenhimmel über Brandenburg im Juli 2017 Die strahlende Perlenschnur am Nachthimmel

Die Tage werden wieder kürzer. Doch am Firmament strahlen jetzt die klassischen Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler. Die Milchstraße ist ebenfalls wunderbar zu sehen. Für ihre Entstehung hat die griechische Mythologie eine ganz eigene „Erklärung“.

Voriger Artikel
Kreisreform: Entschieden wird Mitte November
Nächster Artikel
Tausende Kinder ein Fall für das Jugendamt

Die Milchstraße.

Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium.

Königs Wusterhausen. Am 21. Juni war Sommeranfang. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt nun bis zum Winteranfang im Dezember stetig ab. Damit verbunden sind die Verschiebung der Sonnenauf- und untergangsorte in Richtung Süden und die Abnahme der Tageslänge.

Interessant ist, dass beispielsweise auf Mallorca die Tageslänge am Monatsanfang nur knapp 15 Stunden (Sonnenaufgang 6.25 Uhr, Sonnenuntergang 21.20 Uhr) beträgt. Dagegen ist sie in Dahmeland-Fläming am 1. Juli fast 17 Stunden lang (4.48 Uhr/21.30 Uhr). Bis zum Monatsende wird der Tag auf Mallorca noch einmal 40 Minuten kürzer. In der Region ist die Abnahme der Tageslänge um 69 Minuten deutlicher zu spüren.

Die Milchstraße

Die Milchstraße.

Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium.

Die kurzen, warmen Sommernächte lassen den Blick nur auf die hellsten Sterne zu. Zum Monatsende verbessern sich die Beobachtungsbedingungen. Besonders sehenswert ist das Band der Milchstraße , die Innenansicht der Galaxie, das sich entlang des Rückgrates des Schwans über den Himmel spannt. Ein Blick durch ein Fernglas lässt die Unmenge von Sternen erahnen, die sich in der galaktischen Scheibe tummeln.

Das Sternbild Schwan ist eines der drei auffälligen Sommersternbilder, deren hellste Sterne das Sommerdreieck bilden. Neben den Hauptsternen, die auch als „Kreuz des Nordens“, ob ihrer Ähnlichkeit zum Christuskreuz, bezeichnet werden, sind in diesem Sternbild interessante astronomische Nebel zu entdecken. Das Weltraumteleskop „Kepler“ suchte von 2009 bis 2013 in dieser Region, dem „Kepler-Field“, nach Exoplaneten, also nach weiteren Planetensystemen. Mit „Kepler“ fanden die Astronomen 135 bestätigte Planeten und über 3500Kandidaten, deren Planetenstatus noch geprüft werden muss.

Zum Sommerdreieck gehören neben dem Stern Deneb im Sternbild Schwan der Stern Wega im Sternbild Leier und der Stern Atair im Sternbild Adler. Zum Monatsende hin ist die Sternenkette vom Deneb zum Stern Arktur im Sternbild Bootes eine Hilfe, weitere Sternbilder zu erkennen. Dazu dient die Eselsbrücke: „Arktur – Gemma – Herkules – Wega – Deneb – merke es.“ Weiter: „Dieses ist die Perlenschnur zwischen Deneb und Arktur“. Gemma ist der hellste Stern des Sternbildes Nördliche Krone, einem Sternbild, was wie eine Schüssel am Himmel aussieht.

Das Sternbild Herkules verkörpert den Sohn vom Göttervater Zeus, den er mit der irdischen Schönheit Alkmene gezeugt haben soll. Aus Angst vor dem Zorn der hintergangenen Zeus-Gattin Hera setze Alkmene das Neugeborene aus. Zufällig kam Hera vorbei und wollte aus Mitleid mit dem unbekannten Neugeborenen dieses stillen.

Die Sage erzählt, dass der Knabe so kräftig saugte, dass ihn Hera schmerzerfüllt von sich stieß. Die Muttermilch ergoss sich in einem weiten Bogen über das Himmelszelt und bildete die Milchstraße. Die wenigen Tropfen Göttermilch aber, die Herkules getrunken hatte, reichten aus, um ihm die Unsterblichkeit zu verleihen.

Die Planeten Venus, Jupiter und Saturn erfreuten uns schon im Juni. Weitere Planeten sind auch im Juli nicht sichtbar. Venus erstrahlt ab 3 Uhr als Morgenstern im Osten. Jupiter ist weiter in der ersten Nachthälfte der hellste „Stern“ am Himmel und Saturn geht nach seiner Opposition im Juni jetzt immer eher auf und erreicht am Monatsanfang gegen kurz nach Mitternacht und am Monatsende bereit kurz nach 22 Uhr seine höchste Stellung im Süden. Diese fällt jedoch naturgemäß sehr flach aus. Er erreicht keine 20° Höhe im Sternbild Schlangenträger.

Am Donnerstag, dem 6. Juli, wird Saturn durch den fast vollen Mond besucht. Vollmond ist dann am Sonntag, dem 9. Juli.

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Keller, Hans-Ulrich (Hrsg.), Kosmos Himmelsjahr 2016; Kosmos-Verlag; Stuttgart, 2015
Daten: www.calsky.com und www.heavens-above.com
Abbildungen erstellt u.a. mit Stellarium 0.14.1 durch den Autor.

Von Uwe Schierhorn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Wie gefällt Ihnen die Kreiselkunst?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg