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Die wichtigsten Antworten zur Landratswahl

Stichwahl im Havelland am Sonntag Die wichtigsten Antworten zur Landratswahl

Auf die Bewohner des Landkreises Havelland wartet am Sonntag eine spannende Stichwahl um das Amt des Landrats. Sie können sich zwischen dem SPD-Kandidaten Martin Gorholt und dem CDU-Politiker Roger Lewandowski entscheiden. Der Ausgang der Wahl dürfte spannend werden. Wir klären alle wichtigen Fragen zum Wahlsonntag.

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Havelland. Rund 135.000 Menschen im Kreis Havelland können am Sonntag bestimmen, wer neuer Landrat wird. Die Havelländer waren bereits vor zwei Wochen zur Wahl aufgerufen. Weil sich keiner der Kandidaten im ersten Durchgang durchsetzen konnte, kommt es nun zur Stichwahl. Wir klären alle wichtigen Fragen.

MAZonline berichtet aktuell

Die ersten Ergebnisse werden am Sonntag kurz nach 18 Uhr erwartet. Nach etwa einer Stunde könnte das Ergebnis vorliegen. Auf MAZonline informieren wir sie aktuell über den Ausgang der Landratswahl.

Warum kommt es zur Stichwahl?

Am 10. April waren die Havelländer zum ersten Mal aufgerufen, einen neuen Landrat zu wählen. Wie erwartet, konnte sich keiner der acht Kandidaten durchsetzen. Deswegen kommt es zur Stichwahl.

Das Endergebnis der Wahl vom 10. April (Wahlbeteiligung: 44,04 Prozent):

– Roger Lewandowski (CDU): 30,5 Prozent

– Martin Gorholt (SPD): 27,1 Prozent

– Kai Gersch (AfD): 18,8 Prozent

– Harald Petzold (Linke): 10,5 Prozent

– Petra Budke (Grüne): 7 Prozent

– Holger Schilling (parteilos): 3 Prozent

– Raimond Heydt (Piraten): 1,8 Prozent

– Frank Kittler (NPD): 1,4 Prozent

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Selten war das Gerangel bei einer Landratswahl so groß: Acht Kandidaten bewerben sich um den Chefposten im Havelland. Gewählt wurde am 10. April. Wir stellen die Kandidaten in der Bildergalerie vor.

Zur Bildergalerie

Wer steht zur Wahl?

Bei der Stichwahl werden die stimmstärksten Kandidaten des Durchgangs antreten. Also Roger Lewandowski (CDU) und Martin Gorholt (SPD).

Wollen Landrat im Havelland werden

Wollen Landrat im Havelland werden: Roger Lewandowski (links) und Martin Gorholt.

Quelle: MAZ

Lewandowski ist aktuell amtierender Landrat , er füllt damit die Lücke, die Vorgänger Burkhard Schröder hinterlassen hatte. Schröder war Anfang April in den Ruhestand verabschiedet worden. Lewandowski (51) kommt aus Falkensee. Seit April 2005 ist er Erster Beigeordneter im Havelland und für die Finanzen zuständig. Er will die Arbeit der nach der Kommunalwahl 2014 erneut gebildeten Zählgemeinschaft – ein Kreistagsbündnis mit CDU und SPD an der Spitze – fortsetzen. Schwerpunkte sind bei Lewandowski Bildung, Ausbildung und der öffentliche Personennahverkehr. Der CDU-Politiker ist gegen eine Kreisgebietsreform. Das Havelland solle so bleiben, wie es ist.

Was die Kandidaten wollen

In der MAZ haben die Kandidaten vor der ersten Wahlrunde in einem ausführlichen Fragebogen Stellung zu ihren politischen Zielen genommen.

– Martin Gorholt will schnelle S-Bahn-Anbindung

– Roger Lewandowski will eine starke Regionalbahn

Vor der Stichwahl haben die Kandidaten erneut zum Interview gebeten, dieses Mal haben wir nach persönlichen Vorlieben gefragt.

– Roger Lewandowski hat verraten, wo im Havelland sein Lieblingsplatz ist

– Martin Gorholt hat der MAZ gesagt, welches Buch er gerade liest

Martin Gorholt (59) ist Kulturstaatssekretär und hat bereits vor einigen Jahren den Unterbezirksvorsitz im Havelland von Burkhard Schröder übernommen. Er versuchte 2009 und 2014 vergeblich, das Landtagsdirektmandat für Rathenow zu ergattern. Als Landrat würde Gorholt, der in der SPD und in der Landesverwaltung bereits in zahlreichen Positionen war, vor allem die Kreisprogramme zur Unterstützung von Sportvereinen, Handwerkern und Tourismusbetrieben weiterführen. Die Flüchtlingsfrage ist ein weiteres Thema.

Wer geht als Favorit in Wahl?

Das ist schwer zu sagen. Da Roger Lewandowski (CDU) nach dem ersten Wahldurchgang vorne lag, dürfte er leichte Vorteile haben. Entscheidend wird sein, wie sich die Wähler der unterlegenen Kandidaten entscheiden. Außerdem war im Havelland mit Burkhard Schröder 26 Jahre ein Sozialdemokrat Landrat. Das könnte Martin Gorholt (SPD) in die Karten spielen.

– So lief der Wahlabend am 10. April – der Ticker zum Nachlesen

Reicht einem Kandidaten die absolute Mehrheit?

Nein, der siegreiche Kandidat muss nicht nur mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen erreichen. Er muss zusätzlich auch das sogenannte Quorum erreichen. Das liegt bei dieser Wahl bei 20.206 Stimmen. Wahlberechtigt sind 134.700 Menschen. Nur wenn das Quorum erreicht wird, ist ein Kandidat direkt zum Landrat gewählt.

Was passiert, wenn das Quorum nicht erreicht wird?

Kommt das Quorum nicht zustande, dann wird der Landrat vom Kreistag gewählt. Die Landratsstelle würde ausgeschrieben, das könnte der Kreistag voraussichtlich am 11. Mai beschließen. Daraufhin kann sich wieder jeder bewerben, auch die Kandidaten aus der Direktwahl. Am 20. Juni könnte der Kreistag den Landrat dann wählen.

Welche Rolle spielen die unterlegenen Kandidaten?

Sie spielen eine wichtige Rolle, haben sich aber bisher nicht eindeutig zur Stichwahl geäußert. Im ersten Wahldurchgang haben sich mehr als 40 Prozent der Wähler nicht für einen der beiden stimmenstärksten Kandidaten entschieden. Es dürfte also spannend werden, wen sie am Sonntag wählen. Besonders interessant und spannend dürfte sein, wie sich die Wähler des AfD-Kandidaten Kai Gersch entscheiden. Gersch holte von den unterlegenen Kandidaten mit Abstand die meisten Stimmen (18,8 Prozent). Sollten sich viele AfD-Wähler am Sonntag entscheiden, nicht zu wählen, könnte es für den Wahlgewinner sogar knapp werden mit dem Quorum.

Gibt es Wahlempfehlungen?

Die Unterlegenen haben keine Empfehlungen abgegeben. Nur der Kandidat der Piraten, Raimond Heydt, sicherte dem CDU-Kandidaten Lewandowski Unterstützung zu. Seine Wahlempfehlung wird aber wahrscheinlich keine große Rolle spielen. Heydt holte im ersten Wahldurchgang gerade einmal 1,8 Prozent

Was erwartet den Sieger?

Den neuen Landrat vom Havelland erwartet eine schwere Aufgabe. Burkhard Schröder hatte den Landkreis mehr als ein Vierteljahrhundert geführt. Er hinterlässt nur wenig größere Baustellen. Der Kreis steht insgesamt gut da, besonders die berlinnahen Gemeinden. Eine wichtige Aufgabe, die auf Schröders Nachfolger zukommt, dürfte die Kreisreform werden. Geht es nach den Plänen der Brandenburger Landesregierung soll die verschuldete und bisher kreisfreie Stadt Brandenburg/Havel dem Havelland zugeschlagen werden.

Eine ausführliche Analyse finden Sie hier.

Zahlen und Fakten

155.000 Einwohner leben im Landkreis Havelland, er entstand 1993 aus den Altkreisen Nauen und Rathenow.

26 Kommunen, darunter sieben Städte, gehören zum 1727,3 Quadratkilometer großen Kreisgebiet.

42.000 Einwohner zählt Falkensee und ist damit die größte Stadt des Kreises, der Kreissitz Rathenow folgt dahinter mit 24.000 Einwohnern. Nauen auf Platz drei hat 16.700 Bewohner.

56 Sitze hat der Kreistag. 15 entfallen auf die SPD, 15 auf die CDU und zehn auf die Linke. Grüne: fünf, AfD: vier, FDP: drei, NPD: zwei, Familienpartei und Bauern je einen. Der 57. Sitz gehört dem Landrat qua Amt.

Eine Direktwahl der Landräte gibt es in Brandenburg seit 2010. Bislang wurde elf Mal direkt gewählt, sieben Mal wurde das Quorum verfehlt. Deshalb musste nach den Stichwahlen der jeweilige Kreistag den Landrat wählen.

Von MAZonline

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