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Diese Brandenburger trotzen „Irma“

Hurrikan im US-Bundesstaat Florida Diese Brandenburger trotzen „Irma“

Auf der Flucht vor dem Katastrophensturm: Über das Zuhause von Christin und Stefan Zeuschner in Miami Beach ist vor wenigen Tagen der zerstörerische Hurrikan „Irma“ hinweg gefegt. In ihrem Zufluchtsort machen die Wahl-Amerikaner aus Fürstenwalde/Spree das Beste aus ihrer Situation. Trotz Warnungen macht sich das Paar am Dienstag auf den Rückweg.

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Sturmerprobt: Stefan und Christin Zeuschner.

Quelle: Foto: privat

Potsdam. Es muss das lässige Leben im Sonnenscheinstaat sein mit Meeresrauschen und Dauer-Sonnenschein. Denn wie sonst lässt es sich erklären, dass Stefan Zeuschner und seine Frau Christin am Telefon so entspannt klingen – wenige Tage nachdem der zerstörerische Hurrikan „Irma“ im US-Bundesstaat Florida über ihr Zuhause hinweggefegt ist.

Am Montagabend deutscher Zeit erreicht die MAZ das Ehepaar aus Fürstenwalde telefonisch an ihrem Zufluchtsort in einem Hotel im Bundesstaat South Carolina. Die wichtigste Nachricht: „Es ist alles in Ordnung“, sagt Stefan Zeuschner, der mit seiner Frau seit zwei Jahren in Miami Beach lebt. Zeuschner arbeitet als Verwaltungsangestellter im Deutschen Generalkonsultat Miami. Bereits am vergangenen Mittwoch war das Paar dem Evakuierungsaufruf der Behörden gefolgt, um dem zerstörerischen Sturm zu entkommen. „Wir wohnen auf der Insel in Miami Beach und haben uns deshalb entschieden, rechtzeitig abzuhauen“, berichtet der 34-Jährige. Die richtige Wahl, wie sich jetzt herausstellt: Nachdem die Küsten Floridas am Montag von hohen Sturmfluten heimgesucht wurden, brach am Dienstag in vielen Haushalten die Stromversorgung zusammen.

Vor dem Katastrophensturm: Hamsterkäufe im Supermarkt

Bereits vor ihrer Flucht wollten sich die beiden Miami-Beach-Anwohner daher wie viele andere noch mit Lebensmitteln eindecken. „Doch die Supermarktregale waren bereits leer geräumt“, erzählt Zeuschner. Am Abreisetag selber habe sich der Katastrophensturm mit keinem Lüftchen angekündigt. „Es war wie immer, Sonnenschein bei 30 Grad.“

Die Brandenburger flohen trotz trügerischen Wetters, ließen ihre Wohnung zurück und machten zunächst Halt bei einer Freundin in Orlando, der fünftgrößten Stadt Floridas, nördlich von Miami. „Dort haben wir die News verfolgt. Weil nicht klar war, ob der Hurrikan weiter nach Norden abdriftet, sind wir nach South Carolina aufgebrochen.“

„Tropische Stürme haben wir jedes Jahr“

In ihrem Zufluchtsort machen die drei nun das Beste aus ihrer Situation. „Wir sehen das Ganze ein bisschen wie einen Kurztrip: Unsere Wohnung ist gut versichert und ich habe mich gefreut, mal in den Norden zu reisen“, sagt Stefan Zeuschner. Inzwischen gibt es gute Nachrichten. Von einer Nachbarin, die entgegen aller Warnungen im Wohnhaus geblieben war, hat das Paar am Telefon erfahren, dass ihre Wohnung unversehrt geblieben ist. „Vielleicht weil das Haus aus Beton ist und unsere Wohnung im vierten Stock liegt.“

Am Dienstagmorgen amerikanischer Zeit wollten sich die Hurrikan-Flüchtlinge auf den Rückweg nach Miami Beach machen. „Wir wissen nicht, was uns erwartet, ob die Straßen noch überflutet sind und ob Strom da ist“, sagt Zeuschner. Auch wenn die Wahl-Amerikaner einen so gewaltigen Hurrikan wie „Irma“ bislang noch nicht erlebt haben, sind sie inzwischen sturmerprobt. „Tropische Stürme mit Regenfällen haben wir jedes Jahr“, sagt Zeuschner. Ohnehin müsse, wer in Florida wohnt, mit dem Hurrikan-Risiko in den Monaten April bis Oktober leben. Die zwei Sonnenstaaten-Bewohner planen dennoch auf lange Zeit keine Rückkehr nach Brandenburg. „Die USA sind unser neues Zuhause.“

Von Diana Bade

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