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Diese Frage müssen sich Juristen jetzt gefallen lassen

MAZ-Kommentar Diese Frage müssen sich Juristen jetzt gefallen lassen

Der Fall von Jan G., dem mutmaßlichen Dreifach-Mörder von Beeskow und Müllrose, wirft viele Fragen auf. Zweimal hat ihn ein Gericht vor der Einweisung in die geschlossene Psychiatrie bewahrt. Verschiedene Therapieversuche durchziehen die Jugend des 24-Jährigen. Juristen müssen sich nun vor allem eine Frage gefallen lassen.

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Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Die Bluttaten von Müllrose und Beeskow gehen auf das Konto eines schwerkranken Mannes, der schon als Kind für zwei Monate in der Psychiatrie untergebracht war. Therapieversuche durchziehen die gesamte Jugend von Jan G. Am Ende dieser durch Drogenkonsum vermutlich noch verstärkten Aggressionsspirale steht eine Katastrophe. Aus Pietätsgründen hält die Opposition sich noch mit Kritik zurück. Aber die brennenden Fragen werden kommen: Warum wurde kein Zweit- oder Drittgutachten eingeholt, als das Landgericht Frankfurt (Oder) entscheiden sollte, ob Jan G. in die geschlossene Anstalt überwiesen wird?

MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann

MAZ-Redakteur Ulrich Wangemann.

Quelle: Friedrich Bungert

Jetzt sitzt irgendwo in einer Praxis ein Psychiater, der sich ein Leben lang Vorwürfe machen wird. Er hätte Hilfe benötigt, eine alternative Meinung vom Fachkollegen. Dann wäre er womöglich zu einer anderen Erkenntnis gelangt. Im Gericht mögen zwar drei Berufs- und zwei Laienrichter über den Fall entschieden haben. Wenn es um die menschliche Seele geht, sind aber alle Rechtsgelehrten Laien. Was die Juristen sich fragen sollten: Wie viele Bewährungsauflagen dürfen Straftäter brechen, bevor sie aus dem Verkehr gezogen werden?

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Von Ulrich Wangemann

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