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Brandenburg Diese Frauen bringen Brandenburg voran
Brandenburg Diese Frauen bringen Brandenburg voran
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07:59 08.03.2018
Diese sechs Brandenburgerinnen sind erfolgreich in ihren Jobs: Katja Grünler-Erchinger,Katja Dietrich-Kröck, Rebecca Fuchs, Madleen Gieseler, Alessandra Buonanno und Christina Stettin (von oben links, nach unten rechts.) Quelle: Maz
Brandenburg/Havel

Madleen Gieseler, seit fünf Jahren Chefin des Tierheims in Brandenburg/Havel, ist eine taffe Frau, die nicht nur mit Samtpfoten umzugehen weiß. An der gut gesicherten Tierheimpforte klingeln auch Menschen, die ihr gegenüber massiv auftreten, um beschlagnahmte Tiere zurückzubekommen.

Madleen Gieseler leitet seit fünf Jahren das Tierheim Brandenburg in der Caasmannstraße. Quelle: JACQUELINE STEINER

Das Veterinäramt beschlagnahmt immer wieder Hunde oder Katzen aus tierquälerischer Haltung. Ruhig erklärt Madleen Gieseler dann diesen Leuten die Gesetzeslage. Einschüchtern lässt sich die Brandenburgerin nicht. „Ich kann die Tiere gar nicht herausgeben, weil das nur die Behörden entscheiden können. Das klarzumachen, hilft schon.“

Die 30-Jährige leitet ein vierköpfiges Team. Angestellt sind sie alle beim Deutschen Tierschutzverein Brandenburg, der das Tierheim betreibt. 2017 umsorgte die Notunterkunft 272 Hunde und Katzen. 150 Tiere konnte Madleen Gieseler vermitteln. Fingerspitzengefühl brauche es, damit das gelingt.

Zum Job gehört es auch, mit knappen Mitteln hauszuhalten. Doch das Geld reicht für die Personalkosten nicht. Zwei verdiente Kollegen musste Madleen Gieseler kürzlich entlassen. Die frühere Zahnarzthelferin beklagt, „wie wenig Lobbyismus für den Tierschutz in der Politik stattfindet.“

Sie erforscht die Schönheit des Kosmos

Frauen wie Marie Curie und Lise Meitner leisteten schon im 19. Jahrhundert Bahnbrechendes in der Physik. Heute ist die italienisch-amerikanische Forscherin Alessandra Buonanno dafür bekannt.

Prof. Alessandra Buonanno, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam. Quelle: Sven Döring / Agentur FocusSven Döring / Agentur Focus

Ihre Arbeitsgruppe am Potsdamer Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik hat zum experimentellen Nachweis von Gravitationswellen beigetragen. Den unvorstellbar winzigen Verzerrungen im Gefüge der Raum-Zeit kommt man kaum auf die Spur. Die 1968 geborene theoretische Physikerin hat in aufwendigen Berechnungen, Gleichungen und Simulationen untersucht, wie etwa Schwarze Löcher auf ihre Umgebung wirken und wie folglich die Gravitationssignale aussehen müssen, die von solchen Schwarzen Löchern mit Lichtgeschwindigkeit durchs Universum gesandt werden.

„Für mich liegt eine Schönheit im Verständnis vom Aufbau der Materie und des Universums“, sagt Buonanno über diese theoretische Arbeit. Es gäbe überhaupt keinen Unterschied zwischen der Schönheit, „die wir durch Wissenschaft wahrnehmen können und der Schönheit, die wir erleben, wenn wir Kunst, Musik oder eine schöne Blume bewundern.“ Ihre Berechnungen ermöglichten es zu belegen, dass ein 2015 eingefangenes Signal keine Störung, sondern Gravitationswellen waren.

Mit 24 die eigene Backstube gegründet

„Oh! Sie sind die Chefin!“ Das rutschte anfangs manchem Geschäftspartner raus, der das erste Mal mit Katja Grünler-Erchinger zu tun hatte. Die junge Frau hatte dafür Verständnis. Schließlich ist sie als Chefin des Unternehmens „Grünlers Backstube” mit dem Backshop im Kölle-Markt in Borgsdorf, dem Frühstückscafé an der Berliner Straße in Oranienburg und der „Villa Grünler“ in Borgsdorf mit heute 33 vergleichsweise jung. 2009 startete sie mit 14 Mitarbeitern, inzwischen sind es 43.

Katja Grünler-Erchinger Quelle: Heike Bergt

Gelernt hat die Oranienburgerin zunächst Floristin. Und entdeckt im Urlaub die Kunst der handgemachten Pralinen. Katja Grünler-Erchinger ging zum zweiten Mal in die Lehre. Beim Vater und beim Innungsobermeister. Den Abschluss als Konditor bestand sie mit „Sehr gut“. Mit gerade 24 gründete sie „Grünlers Backstube”.

Manchmal beschleiche sie schon etwas die Angst vor der eigenen Courage, gesteht sie. Aber ihr Spaß an der Arbeit, die Unterstützung durch die Familie lassen sie das schnell wieder beiseite schieben.

Und jetzt hat sie wieder investiert: 500.000 Euro, davon 200.000 Euro Fördergelder, für ihre neue Schau-Backmanufaktur. Und so „ganz nebenbei“ macht die Mutter eines vierjährigen Jungen ihren Betriebswirt. Am Wochenende. 2019 hat sie den Abschluss im Visier.

Lobbyistin für die Landwirtschaft

Wenn es um Rinderzucht geht, um Fruchtfolgen oder Milchpreise, macht Christina Stettin niemand so leicht etwas vor. Die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz ist vom Fach. Seit nunmehr 18 Jahren vertritt die studierte Diplom-Agraringenieurin die Interessen der Landwirte in der Prignitz.

Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz. Quelle: Andreas König

Vielleicht liegt es daran, dass sie in Rühstädt an der Elbe auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, vielleicht daran, dass sie in Rostock Tierproduktion studiert hat. Ganz sicher liegt es an ihrer ruhigen, bodenständigen Art, mit der sie gleichermaßen mit Landwirten fachsimpelt, wie sie Minister und andere Funktionäre für die Nöte und Sorgen ihrer Landwirte sensibilisiert.

„Die Landwirtschaft ist heute natürlich nicht mehr dieselbe wie zu der Zeit, als ich angefangen habe“, räumt Christina Stettin ein. Angefangen hat sie einst in der LPG Tierproduktion Sükow bei Perleberg.

180 Landwirtschaftliche Betriebe hat die Prignitz, so viele wie kein anderer Kreis in Brandenburg. 1800 Beschäftigte hat die Branche, weitere tausend Arbeitsplätze hängen indirekt daran. Egal, ob Milchpreiskrise oder Umweltauflagen: Wenn es um Lobbyarbeit für Landwirte geht, kann Christine Stettin wie ein Löwe kämpfen und wenn es sein muss auch mal so stur sein wie ihre Bauern.

Vom „Waschhaus“ ins Wirtschaftsministerium

Eine Reportage, die sie für das Radio gemacht hat, brachte Katja Dietrich-Kröck auf ihren Berufsweg. 1992 besuchte die Potsdamerin mit dem Mikrofon die Besetzer der Industriebrache „Schiffbauergasse“. Ein Jahr später wurde sie Mitglied im Waschhaus-Verein, der dort Kultur veranstaltete. Sie selbst legte Platten auf und war schnell für Filme, Literatur und Kunst im Waschhaus verantwortlich. 18 Jahre blieb sie in der Schiffbauergasse, die in dieser Zeit zum sanierten Kulturstandort wurde.

Katja Dietrich-Kröck Quelle: Bernd Gartenschläger

„Damals war es mir besonders wichtig, die vielen Kultur- und Kreativschaffenden miteinander zu vernetzen“, sagt Dietrich-Kröck. Mit ihren Kontakten hatte sie beste Voraussetzungen für eine neue Herausforderung: Ab 2011 hat sie im Auftrag der Landesregierung die Kreativwirtschaft in Brandenburg vernetzt und sichtbarer gemacht. Seit einem Jahr ist Dietrich-Kröck Referentin im Wirtschaftsministerium, wo sie sich vor allem mit der Digitalisierung der Wirtschaft des Landes befasst.

Ihre Affinität zur Kultur ist geblieben. Sie engagiert sich im Potsdamer Rat für Kunst und Kultur sowie im Vorstand des Brandenburgischen Kunstvereins. Zu ihren Wurzeln im Waschhaus kehrt die 47-Jährige bis heute regelmäßig zurück und legt als DJ Katjuscha auf – die nächste Party mit ihr steigt bereits diesen Samstag.

Begleiterin auf dem letzten Lebensweg

Rebecca Fuchs arbeitet seit wenigen Wochen als Pflegedienstleiterin im stationären Hospiz in Luckenwalde. Wer in die Einrichtung kommt, ist unheilbar krank und tritt den letzten Weg in seinem Leben an. Rebecca Fuchs weiß damit umzugehen. Sie arbeitete bereits 14 Jahre in der Altenpflege in Werder an der Havel. „Der Tod gehört zum Leben“, sagt die 32-Jährige.

Rebecca Fuchs vom Hospiz in Luckenwalde Quelle: Margrit Hahn

Mit ihren Mitarbeitern versucht sie den Gästen, die bewusst nicht Patienten genannt werden, jeden Wunsch von den Augen abzulesen. „Sie alle möchten am Lebensende nicht allein und möglichst schmerzfrei sein“, berichtet sie. Die gebürtige Luckenwalderin hilft anderen gern. Früher kümmerte sie sich beim familienentlastenden Dienst um Behinderte. Jetzt begleitet sie Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. „Ich bin zufrieden mit dem Leben, wie es derzeit ist“, fügt die junge Frau hinzu. Wichtig sind ihr eine intakte Familie und ein Freundeskreis, auf den sie sich verlassen kann. Nebenher studiert sie Pflegemanagement. In zwei Jahren will sie ihren Abschluss haben. Ob sie danach noch das Masterstudium absolviert, ist noch offen. Rebecca Fuchs wünscht sich, dass der Tod nicht länger Tabuthema ist, dass man darüber spricht und den Gästen im Hospiz Freude bereitet – manchmal reiche dazu schon ein Blumenstrauß.

Von MAZonline

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