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Brandenburg Diese Handy-Regeln gelten an Brandenburgs Schulen
Brandenburg Diese Handy-Regeln gelten an Brandenburgs Schulen
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00:24 15.09.2018
Heimlich oder legal? Handys im Unterricht dürfen an Brandenburgs Schulen nicht überall genutzt werden. Quelle: dpa/Sven Hoppe
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Potsdam

Ein breites Bündnis aus Schülern, Opposition und Lehrerverbänden fordert klare Regeln für den Umgang mit digitalen Geräten im Klassenzimmer. Günther Fuchs, Chef der Brandenburger Lehrergewerkschaft GEW, sagt: „Das Bildungsministerium ist in der Pflicht zu sagen, was an der Schule Norm ist und was nicht. Das darf nicht den Schulen überlassen werden.“

Zwar stünden die Schulen mit dem Lehrermangel, der Beschulung von Flüchtlingskindern und dem gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Handicap vor ganz anderen Herausforderungen. „Doch man wird sich den neuen Medien nicht verschließen können und wir brauchen klare Leitplanken, in denen sich die Schulen bewegen können. Dazu gehören auch Fortbildungsangebote für Lehrer.“

Kein einheitliches Gesetz zur Handynutzung während des Unterrichts

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) wollte die Nutzung privater Smartphones für Unterrichtszwecke eigentlich freigeben – hatte aber wegen datenschutzrechtlicher Bedenken einen Rückzieher gemacht. Noch ist im Brandenburger Schulgesetz nicht verankert, wie Handys im Unterricht genutzt werden.

Schulen dürfen selber entscheiden, ob sie die Handynutzung im Klassenzimmer oder in den Pausen gestatten. Das Thema ist gerade der Aufreger an Brandenburgs Schulen, denn dort gelten, wie eine MAZ-Umfrage ergab, landesweit sehr unterschiedliche Handyregeln.

Klare Regeln in Brandenburg an der Havel

Am Evangelischen Domgymnasium in Brandenburg an der Havel sind Geräte wie Handys, Tablets und Smartwatches im Unterricht erlaubt, wenn ein Lehrer die Schüler ermuntert, eine Frage auf dem Smartphone zu recherchieren. Auch außerhalb des Klassenzimmers gelten klare Regeln für die Handynutzung.

Nur in der großen Mittagspause dürfen die Schüler in einem Zeitfenster von einer halben Stunde ihr Gerät nutzen, etwa um Absprachen mit den Eltern zu treffen. Wird ein Schüler außerhalb dieser Zeit mit seinem Handy erwischt, muss er es abgeben und bekommt es nach dem Schultag wieder ausgehändigt. „Mit dieser Regelung fahren wir seit Jahren sehr gut“, sagt Schulleiter Winfried Overbeck.

„Handy-Entzug ist für Schüler die schlimmste Strafe“

Dass Handys zu Unterrichtszwecken genutzt werden, ist auch am Marie-Curie-Gymnasium (Teltow-Fläming) in Ludwigsfelde möglich, sofern ein Lehrer dies gestattet. Ansonsten ist auf dem Schulgelände und im Gebäude die Nutzung des Handys jedoch strikt verboten.

Bei Verstößen landet das Smartphone auch dort bis zum Unterrichtsschluss im Sekretariat. Ein bis vier Handys seien das im Schnitt täglich, sagt Volker Freitag, Schulleiter des Ludwigsfelder Marie-Curie-Gymnasium (Teltow-Fläming). „Das Handy wegzunehmen, ist für die Jugendlichen die schlimmste Strafe.“

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Von der Nutzung privater Geräte im Unterricht hält Freitag generell wenig. „Das geht nur gut bis ein teures Smartphone verschwindet oder der erste Schüler gemobbt wird.“ Wenn alle Schüler das gleiche Gerät hätten, bestehe hingegen nicht die Gefahr, dass die Schüler über ihr privates LTE-Netz im Internet surften.

„Gute W-LAN-Versorgung ist der erste Schritt“

Was die Digitalisierung des Unterrichts angeht, hat das Gymnasium bereits mehr Erfahrung als andere märkische Schulen. Als einzige Schule des Landes testet das Gymnasium seit einem Jahr die Schul-Cloud, in der Daten virtuell gespeichert werden.

Der Schulleiter ist sich sicher: „Digitale Medien gehören definitiv in die Schule, aber dazu muss das Land ein paar Dinge grundsätzlich vorgeben.“ So müssten die Schulen etwa mit leistungsfähigem Internet ausgestattet werden, als nächster Schritt gehe es um eine gute W-LAN-Versorgung. Drittens müsse das Land vorgeben, welche Art von mobilen Geräten von den Eltern einheitlich angeschafft werden sollten. Dabei müsse es einen Zuschuss geben für sozial benachteiligte Schüler.

Für den Schulleiter des Ludwigsfelder Marie-Curie-Gymnasium, Volker Freitag, gehören Digitale Medien definitiv in die Schule. Er fordert jedoch einige Vorgaben vom Land Brandenburg. Quelle: Jens Kalaene/dpa

Die 230 Schüler der Leonardo-Da-Vinci-Gesamtschule in Nauen nutzen bereits seit vier Jahren einheitliche Geräte im Unterricht. „Jeder unserer Schüler hat ein Tablet, das er sich für den Unterricht kaufen musste“, sagt Irene Petrovic-Wettstädt, Geschäftsführerin vom Da-Vinci-Campus, zu dem die Schule gehört. Das Einloggen geschehe über ein schulinternes Netz mit einem persönlichen Passwort. Sozial schwächere Schüler, die sich ein solches Gerät nicht leisten könnten, erhielten Unterstützung von Ämtern. Private Handys sind in der Schule verboten.

Von Diana Bade

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