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Diese Märkerinnen stehen ihren Mann

Internationaler Frauentag Diese Märkerinnen stehen ihren Mann

Baggerfahrerin oder Bundeskanzlerin – in vielen Bereichen arbeiten Frauen nach wie vor selten und fallen dadurch auf. Wir stellen vier Brandenburgerinnen vor, die in typischen Männerberufen arbeiten: eine Prozess-Ingenieurin, eine Brandmeisterin, eine Steinmetzmeisterin und eine Schornsteinfegerin.

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Prozess-Ingenieurin Kerstin Apel (26, links) und Brandmeisterin Anne Hackel (25) arbeiten in Eisenhüttenstadt und Cottbus: in typischen Männerberufen.

Quelle: dpa

Potsdam. Trotz aller Möglichkeiten in der Berufswahl gelten in vielen Bereichen die alte Rollenklischees und -verteilungen weiterhin. „Pflege und Erziehung sind Frauendomänen, während technische und verarbeitende Berufe in Männerhand sind“, sagt Dennis Hoffmann, Sprecher der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg. Dabei hätten Frauen in sogenannten Männerberufen bessere Aufstiegschancen – weil es dort noch zu wenige von ihnen gibt. „Auch Männer, die sich für einen Frauenberuf entscheiden, haben bessere Aufstiegschancen“, sagt Hoffmann. Diejenigen Frauen, die in von Männern dominierten Berufen arbeiten, stechen deshalb heraus. Wir stellen vier von ihnen aus Brandenburg vor.

Kerstin Apel, 26, Prozess-Ingenieurin in Eisenhüttenstadt

Die 26-jährige Kerstin Apel ist Prozess-Ingenieurin im Arcelor Mittal Konzern in Eisenhüttenstadt und schaut hier in der Verzinkerei des Untern

Die 26-jährige Kerstin Apel ist Prozess-Ingenieurin im Arcelor Mittal Konzern in Eisenhüttenstadt und schaut hier in der Verzinkerei des Unternehmens durch einen sogenannten Stahlcoil.

Quelle: dpa

Stahl ist das Metier von Kerstin Apel. Die 26-Jährige Prozess-Ingenieurin arbeitet im Konzern Arcelor Mittal in ihrer Heimatstadt Eisenhüttenstadt (Oder-Spree). Als Trainee überwacht sie den Bereich, in dem Bandstahl mit Zink überzogen wird. Das soll verhindern, dass dieser rostet, wie Apel erklärt. Solche Produkte werden zum Beispiel für Autokarosserien verwendet. „Die Scherze sind manchmal rauer, aber dann heißt es oft: „Hey, es sind Frauen anwesend“.“, sagt Apel über ihre Arbeitswelt.

An dem Beruf habe sie das Technische gereizt, das mit praktischen Anwendungen verbunden werde. „Ich bin ein sehr logisch denkender Mensch und will Prozesse optimieren.“ Zum Studium zog es sie nach Freiberg in Sachsen. „Bei uns im Jahrgang war der Frauenanteil eher gering“, ergänzt Apel. Sonst habe er oft zwischen 25 bis 30 Prozent gelegen.

Heike Ferch-Struck, 50, Steinmetzmeisterin in Fürstenwalde

Die 50-jährige Steinmetzmeisterin Heike Ferch-Struck aus Braunsdorf bei Fürstenwalde (Oder-Spree) arbeitet in ihrer Werkstatt an einem Grabstein

Die 50-jährige Steinmetzmeisterin Heike Ferch-Struck aus Braunsdorf bei Fürstenwalde (Oder-Spree) arbeitet in ihrer Werkstatt an einem Grabstein.

Quelle: dpa

Grabsteine, Treppen und Gesimsteile für die Dresdner Frauenkirche: Heike Ferch-Struck muss in ihrem Job richtig zupacken. Sie ist Steinmetzmeisterin. Gelernt hat sie das Ganze von ihrem Vater, der auch ihr Ausbilder war. „Erst wollte er nicht, dass ich den Beruf mache“, erinnert sich die heute 50-Jährige. „Er dachte, es sei körperlich zu schwer für mich. Heute ist er froh, dass ich seine Firma übernommen habe“, sagt sie schmunzelnd.

Als Frau habe sie sich gegenüber ihren männlichen Kollegen während der Ausbildung in den 1980er Jahren bewähren müssen. „Ich war das einzige Mädchen in der Berufsschule. Es wurde schon geschaut, wie man sich als junge Frau anstellt“, erzählt Ferch-Struck. Heute muss sie sich längst nicht mehr bewähren. „Viele Kollegen holen sich heute Rat bei mir“, sagt sie stolz.

In der Werkstatt in Braunsdorf (Oder-Spree) beschäftigt Ferch-Struck zwei Gesellen. Vor allem Grabsteine fertigt die Firma, aber auch Außentreppen oder Küchenarbeitsplatten. Den Naturstein bezieht Ferch-Struck unter anderem aus Italien, Skandinavien und von Übersee.

Stephanie Frenk, 35, Schornsteinfegerin in Königs Wusterhausen

Die Dächer von Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) sind der Arbeitsplatz der  35-jährigen Schornsteinfegermeisterin Stephanie Frenk

Die Dächer von Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) sind der Arbeitsplatz der 35-jährigen Schornsteinfegermeisterin Stephanie Frenk.

Quelle: dpa

Stephanie Frenk macht sich gerne die Hände schmutzig und steigt dazu auf Hausdächer: Die 35-Jährige ist eine von wenigen Schornsteinfegerinnen in Brandenburg. Schon bei der Berufswahl in Jugendjahren stand für sie fest: „Ich wollte keinen „Mädchenberuf““. Statt in einer Bank, Apotheke oder bei einer Versicherung zu arbeiten, wollte Frenk lieber etwas Handwerkliches mit Technischem kombinieren. Ihre Wahl fiel auf den Beruf des Schornsteinfegers. Dass noch heute vor allem Männer in dem Bereich tätig sind, stört sie nicht: „Alle sind total kollegial.“ Nach Angaben des Schornsteinfeger-Landesinnungsverbands sind im Land etwa acht Schornsteinfegerinnen tätig – und mehr als 500 männliche Schornsteinfeger.

Frenk lebt in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) und betreut Teile der Stadt und des Umlandes. Seit 2007 arbeitet sie als gelernte Schornsteinfegerin und ist seit 2011 Meisterin. Für viele Hausbesitzer ist das ein offensichtlich ungewohnter Anblick. Wenn eine Haustür aufgeht, komme häufig der Satz, dass man einen Mann erwartet habe, berichtet sie schmunzelnd. „Die meisten sind dann freudig überrascht und fragen mich viel.“ Das habe auch Vorteile: „Viele Leute reagieren freundlicher und geduldiger, als sie es vielleicht bei einem Mann täten.“

Anne Hackel, 25, Brandmeisterin in Cottbus

Die 25-jährige Brandmeisterin Anne Hackel ist eine von zwei Frauen unter 100 männlichen Kollegen bei der Berufsfeuerwehr Cottbus

Die 25-jährige Brandmeisterin Anne Hackel ist eine von zwei Frauen unter 100 männlichen Kollegen bei der Berufsfeuerwehr Cottbus.

Quelle: dpa

Anne Hackel steigt aus einem großen Feuerwehrauto. An der Seite des Fahrzeugs steckt sie einen Schlauch fest - alles sitzt. Die 25-Jährige ist Brandmeisterin bei der Berufsfeuerwehr in Cottbus. „Man muss anpacken können“, beschreibt die sportliche junge Frau ihren Job. Topfit zu sein, ist eine der Voraussetzungen für den Beruf. Die 25-Jährige hat schon in der Jugendzeit in ihrem Heimatort Rathenow (Havelland) bei der Jugendfeuerwehr mitgemacht. Danach war sie auf einer Sportschule in Potsdam. Seit 2014 ist Hackel Brandmeisterin.

Es sind vor allem Männer, die bei der Cottbuser Berufsfeuerwehr im Einsatzdienst arbeiten: Auf 100 Männer kommen nach eigenen Angaben zwei Frauen. Gibt es da auch „Frauengespräche“ im Job? „Ach, Männer können sich auch über Haare unterhalten“, sagt Hackel, deren Job sich nicht nur um Löscheinsätze dreht: Brandmeister fahren auch Rettungswagen.

Von MAZonline mit dpa

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