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Diese Neuerungen warten auf Elster-Nutzer

Brandenburger sind Elter-Könige Diese Neuerungen warten auf Elster-Nutzer

In keinem Bundesland werden mehr private Steuererklärungen elektronisch ausgefüllt und digital abgegeben als in Brandenburg. Das Computerprogramm Elster hilft dabei. Im Jahr 2017 kommen Neuerungen auf die Elster-Nutzer zu.

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Steuerprogramm-CD für „Elster“.

Quelle: picture alliance / dpa

Potsdam. Brandenburger sind Elster-Könige: In keinem Bundesland werden mehr private Steuererklärungen elektronisch ausgefüllt und digital abgegeben als in Brandenburg. Das geht laut Finanzministerium aus einem Vergleich der „Elster-Quoten“ aller Bundesländer hervor – Elster heißt die gebräuchliche Steuererklärungs-Software. Demnach nutzen zwei Drittel der (65,44 Prozent) aller märkischen Steuerbürger das Computerprogramm – der Rest schwört noch auf Papierformulare. Rang zwei geht an Thüringen (64,9 Prozent), während der Bundesschnitt bei knapp 61 Prozent liegt. Nur Hessen und Mecklenburg-Vorpommer hatten keine Quoten für den länderübergreifenden Finanzvergleich geliefert.

Brandenburg hat die Elster-Verbreitung seit Jahren forciert

Brandenburg hat die Verbreitung des Programmes in den vergangenen Jahren vorangetrieben, weil es Finanzbeamten und Steuerpflichtigen zugleich Arbeit abnimmt: „Elster bringt den Finanzämtern etwas – den Verzicht auf die Dateneingabe per Hand“, sagt Staatssekretärin Trochowski (Linkspartei). Die Steuerpflichtigen ihrerseits können die Daten aus den Vorjahren übernehmen. Das verkürze die Bearbeitungszeit.

Elster-CDs sterben aus

Runterladen: Bislang lagen die Elster-CDs in Finanzämtern zur kostenlosen Mitnahme aus. Diesen Service schränkt das Ministerium ein, weil Elster als Internet-Download verfügbar ist.

„CDs gibt es nur noch für Gegenden, die noch nicht so gut versorgt sind mit Internetverbindungen“, sagt Ministeriumssprecherin Ingrid Mattern.

Wer unbedingt noch eine CD haben wolle, könne die telefonisch im Finanzministerium bestellen, so Mattern.

Die lag nach einer Berechnung des Online-Steuer-Portals Lohnsteuer-kompakt zuletzt bei 49,2 Tagen im Landesdurchschnitt. Das Finanzamt Luckenwalde schnitt nach der Statistik mit 41,5 Tagen durchschnittlicher Bearbeitungsdauer am besten ab vor Strausberg (41,9 Tage) und Königs Wusterhausen (46,9 Tage). Am schnellsten waren im Bundesvergleich Hamburger Finanzämter (45 Tage), am schlechtesten Bremen mit 80 Tagen. Andere Zahlen nennt das Finanzministerium, dem zufolge im Jahr 2016 Einkommensteuererklärungen im Schnitt 43,9 Tage dauerten – gut drei Prozent mehr als im Vorjahr. 2013 habe der Steuerbescheid noch 68 Tage gebraucht.

Bescheide gibt es künftig online

Der Abschied vom Papier wird in Brandenburg 2017 noch forciert: Erstmals erhalten Elster-Nutzer ihren Steuerbescheid nicht mehr zusätzlich in Papierform. „Bislang gab es zwar eine Mail bei Erledigung, aber der Bescheid landete trotzdem noch im Briefkasten“, sagt Finanzstaatssekretärin Trochowski. Einsprüche liefen ab 1.Januar 2017 ebenfalls über Mailverkehr. „Der Papierkrieg in den Haushalten soll abnehmen“, sagt Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski.

Vor Wunderglauben in die Automatisierung warnt Steuergewerkschafts-Chef Hans-Holger Büchler. „Die Technik wird nicht alles richten“, so Büchler. „Wir haben viele Fehler im Elster-Verfahren. Manches ist nicht plausibel, da muss der Kollege dann nacharbeiten. Elster ist Segen und Fluch.“

Überzogene Erwartungen an Automatisierung

„Komplett illusorisch“ sind laut Büchler die Erwartungen gewesen, mit Hilfe von Computerverfahren ließen sich große Teile der Steuerfälle maschinell bearbeiten, das treffe derzeit nur auf geschätzte drei bis vier Prozent zu.

Diesen Befund bestätigt das Ministerium. Bei der Einkommensteuer gebe es zwar eine „sehr weitreichende Automationsunterstützung“. Trotzdem liege der Anteil der „komplett automatisch bearbeiteten Erklärungen im niedrigen einstelligen Bereich“, so Ministeriumssprecherin Mattern.

Am kürzesten brauchten erfahrungsgemäß Steuererklärungen, die im März abgegeben werden, sagt Mattern. Denn im Januar und Februar seien die Daten der Sozialversicherungen meist noch nicht übermittelt. Die Finanzämter könnten also noch nicht loslegen – auch wenn der Bürger bereits Anfang Januar seine Erklärung abgeschickt hat.

Von Ulrich Wangemann

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