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Brandenburg Diese blauen Augen erobern Brandenburg
Brandenburg Diese blauen Augen erobern Brandenburg
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13:20 17.05.2016
Für seine blauen Augen wird der Kater auf Facebook geliebt. Quelle: Privat
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Brandenburg/H.

Thorin hat die Hosen an. Nicht nur weil der Kater den Namen des Zwergenkönigs aus dem Film „Der Hobbit“ trägt oder weil Katzenmama Martina ihm manchmal Klamotten anzieht. Nein. Thorin will hoch hinaus und ist dank seiner Facebook-Seite schon berühmter als die Schlosskatze Sheldon aus Rheinsberg. Mehr als 21 000 Fans zählt der in Brandenburg/Havel lebende Vierbeiner nach nicht mal einem Jahr Amtszeit auf Facebook. Bei Instagram sind es weitere 17 000. Thorin ist ein Star und hat Follower auf der ganzen Welt.

Seit knapp einem Jahr können Thorins Facebook-Fans verfolgen, wie aus dem kleinen frechen Kätzchen ein großer Kater wird. Regelmäßig posten seine Besitzer neue Fotos bei Facebook und Instagram. Thorin verzückt nicht nur mit seinen blauen Augen.

Bevor Thorin seine Besitzer Martina und Kevin im Frühjahr 2015 kennenlernte, haben sie einen schlimmen Schicksalsschlag einstecken müssen. Ihr erster Kater namens Fussel bekam im Alter von 8 Monaten nach der Kastration eine Bauchfellentzündung (FIP) und musste eingeschläfert werden. „Das war einfach schlimm für uns“, erzählt die 26-jährige Martina. Zuerst wollten sie keine neue Katze, weil sie sich sicher waren, dass Fussel durch nichts zu ersetzen ist, aber dann machten sie sich doch auf die Suche. „Die Wohnung war so leer, nichts hat mehr gepoltert, man musste nicht mehr wegen jedem Geräusch aufstehen“, sagt Kevin.

Thorin musste oft zum Tierarzt

Also rief er bei einem Züchter im niedersächsischen Soltau an, den sich das Paar vorher im Internet ausgesucht hatte. Als sie Thorin zwischen den anderen flauschigen Fellknäueln sahen, verliebten sie sich sofort. Nach 12 Wochen holten sie ihn dann nach Brandenburg und mussten feststellen, dass Thorin krank war. „Er hat Probleme mit den Augen. Der Züchter sagte uns, dass das mit Salbe und Antibiotika weggeht, aber in der ersten Zeit waren wir eigentlich ständig mit ihm beim Arzt“, so Katzenpapa Kevin. Thorin deshalb nicht mit nach Hause zu nehmen, kam für die beiden aber nicht infrage.

Martina stellte nach dem Tod von Fussel fest, dass fast alle Bilder der Katze viel zu dunkel oder verwackelt waren. „Ich bekam das Gefühl, die Erinnerung nicht festhalten zu können“, sagt sie. Das wollte sie bei Thorin nicht noch mal erleben. Also griff sie eines Tages zum Fotoapparat ihres Freundes und knipste drauf los. Thorin fand schnell Gefallen an seinem Modeldasein und zeigte sich fotogen. „Ich habe mich so über die Fotos gefreut, dass ich sie all meinen Freunden und meiner Familie geschickt habe. Die waren dann irgendwann genervt“, erzählt Martina. So entstand die Idee, die vielen Fotos zentral und öffentlich auf einer Facebook-Seite von Thorin zu sammeln. Seit Juli 2015 ist der Kater online.

Der Kater bekommt Pakete und Geschenke aus aller Welt

Zuerst schickte Martina nur Einladungen an ihre Freunde, die Seite zu liken. Irgendwann postete sie etwas in eine Gruppe der Rasse „Ragdoll“ und Thorin verbreitete sich in Windeseile auf Facebook. „Es wurden von Sekunde zu Sekunde mehr Follower“, sagt sie. Anfangs konnten sie kaum glauben, wie viele Menschen die Fotos likten, teilten und kommentierten. Irgendwann stellte Martina fest: „Die Katze hat mehr Freunde als ich.“ Momentan hat Thorin mehr als 21 200 Fans – Tendenz steigend. Rheinsbergs Schlosskatze hat auf Facebook zum Vergleich nur rund 5300.

Zu den Fotos posten Kevin und Martina kleinere Texte (mittlerweile zweisprachig), die aus Katzensicht geschrieben sind. Beim Lesen der Kommentare denkt Martina manchmal, dass Thorins Fans nicht mehr wissen, dass Menschen am anderen Ende des Computers sitzen. „Manche sind wirklich süß aber auch skurril. Die werden auch nervös, wenn längere Zeit mal kein Foto kommt und fragen, ob es Thorin gut geht. Ich kriege sogar einige private Nachrichten.“ Mittlerweile schafft Martina es nicht mehr, alle Kommentare nach der Arbeit zu beantworten.

Aber Kommentare und Nachrichten sind nicht alles, was Thorin von seinen Fans bekommt. Zum Geburtstag im Februar trudelten Pakete aus Schweden, Kanada, England und Belgien ins Haus. Gefüllt waren sie mit liebevoll handgeschriebenen Karten, Spielzeug und Leckerlis.

Katzenfotos werden besonders auf Instagram häufig geklaut

Damit Thorin nicht den ganzen Tag alleine ist, wenn seine beiden Katzeneltern aus dem Haus sind, stieß im Winter der kleine Kater Tyrion zur Familie. Auch er ist besonders wegen seiner kleinen Ohren auf Facebook beliebt. Thorin kommt nach kleinen anfänglichen Schwierigkeiten nun gut mit seinem Brüderchen aus und rauft gerne mit ihm.

Die Lumpenpuppen-Katze

Ragdoll ist eine Anfang der 60er-Jahre gezüchtete Katzenrasse. Die Stammmutter der Ragdoll war eine weiße, „angoraähnliche“ Katze, die einer Nachbarin von Ann Baker in Kalifornien gehörte. Sie erkannte damals die Besonderheiten der Nachkommen: Sie hatten halblanges Fell, einen freundlichen Charakter und konnten sich auf dem Arm getragen wie Stoffpuppen hängen lassen.

Ann Baker verpaarte die Katze mit einem der Birma-Rasse ähnlichen und einem Burma-ähnlichen Kater. Die Nachkommen waren die ersten Ragdolls, benannt nach der aus dem englischen abgeleiteten Bedeutung „Stoffpuppe“ oder „Lumpenpuppe“. Fasziniert von diesen Katzen entschloss sich Ann Baker diese neu kreierte Rasse weiter zu entwickeln.

Ein Problem, das sich aus den vielen öffentlich geposteten Fotos von Thorin und Tyrion ergibt, ist der Missbrauch des Urheberrechts. Obwohl alle Bilder mit einem Wasserzeichen versehen sind, werden sie oft geklaut und zum Beispiel als Profilbilder verwendet. Viel machen können Martina und Kevin dagegen nicht. Weil sie nicht wollen, dass Thorins Gesicht in Massen auf Stofftaschen in China gedruckt wird, nehmen sie auch keine Aufträge mehr an, die zum Beispiel Werbezwecken dienen und vertraglich den Abtritt der Urheberrechte verlangen. „Diese Facebook-Seite ist mein Hobby und es macht mir sehr viel Spaß, aber solche unangenehmen Sachen zu regeln, braucht eben viel Zeit und die habe ich nicht“, so Katzenmama Martina.

Haben Sie auch ein berühmtes Haustier, das im Land Brandenburg lebt und viele Facebook-Fans hat? Dann schreiben Sie uns unter online@maz-online.de

Von Luise Fröhlich

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