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Dieseldiebe zapfen Pipeline im Oderbruch an

Über eine halbe Million Euro Schaden Dieseldiebe zapfen Pipeline im Oderbruch an

Ein Landwirt entdeckt auf seinem Feld einen dunklen Fleck und hat eine böse Vermutung: Die Pipeline unter dem Grundstück ist leck. Stimmt, doch die Ursache für die undichte Stelle ist kein Materialschaden, sondern eine bisher einmalige Angelegenheit in Brandenburg: Kraftstoffdiebe haben die Pipeline angebohrt.

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Norbert Müller für Birgit Wöllert
Quelle: dpa

Heckelberg/ Schwedt. Ein dunkler Fleck auf seinem Acker machte den Landwirt aus Heckelberg (Märkisch-Oderland) stutzig. „Ich bin von meinem Traktor abgestiegen, hab’ die Erde in die Hand genommen und sie roch nach Diesel oder Heizöl“, sagte er am Donnerstag der MAZ. Auf seinem Feld wurde in einem Meter Tiefe eine Sprit-Pipeline angebohrt – ein bislang einmaliger Fall in Brandenburg. „Ich habe direkt den Raffinerie-Betreiber angerufen, weil ich dachte, dass die Leitung undicht ist und nicht, dass es ein Diebstahl ist“, erzählte der Landwirt über den Vorfall am Abend des 2. Oktober.

Bislang unbekannte Täter hatten die Pipeline angebohrt und durch die Öffnung Treibstoff abgezapft. „Als wir dort eintrafen, haben wir ein tiefes Loch vorgefunden, in dem ein Schlauch ins Erdreich führte“, erklärte Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß. Offenbar wollten die Diebe, nachdem der Landwirt den Acker verlassen hatte, erneut Treibstoff aus der Pipeline zapfen. Vor Ort fand die Polizei zwei Schubkarren, zwei Spaten und Kanister. „Es sah so aus, als hätten die Täter fluchtartig das Gelände verlassen“, sagte die Polizeisprecherin.

Für den Raffinerie-Betreiber PCK entpuppt sich der Fall als riesiger Verlust. „Der Schaden beträgt mehr als eine halbe Million Euro, und bis jetzt zahlen wir das aus eigener Tasche“, teilte Pressesprecherin Vica Fajnor mit. Teuer ist insbesondere die Entsorgung der mit Treibstoff durchtränkten Erde. Über 400 Container wurden in der Zwischenzeit von dem Gelände abtransportiert, knapp 5000 Kubikmeter. Rund ein Fünftel davon ist komplett kontaminiert und wird in der Raffinerie-eigenen Abfallverbrennungsanlage entsorgt. Der Rest wird gewaschen. „Für mich ist wichtig, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung des Trinkwassers bestanden hat, das ist gewährleistet“, sagte Holger Horneffer, Direktor des Amt Falkenberg-Höhe, zu dem Heckelberg gehört. Eine Lehmschicht hatte verhindert, dass der Treibstoff weiter nach unten sickert.

Die Polizei ermittelt nun wegen Diebstahls und Bodenverunreinigung. Insbesondere eine der beiden Schubkarren genießt die Aufmerksamkeit der Ermittler. Auf dieser ist beidseitig groß die Buchstabenkombination „K.K“ mit schwarzer Farbe aufgemalt, zwischen den Griffen mit blauer Farbe „Rev. 3“. „Nun wissen wir nicht genau: hat diese Schubkarre zu einer Firma gehört oder zu einer Privatperson, die ihr K.K angebracht hat“, sagte Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß.

Wie lange die 78 Kilometer lange Pipeline, die den Raffinerie-Standort in Schwedt (Uckermark) mit dem Tanklager in Seefeld (Barnim) verbindet und Berliner Tankstellen versorgt, angezapft war, weiß die Polizei momentan nicht. „Wir gehen aber davon aus, dass nicht nur einmal angezapft wurde“, so Cotte-Weiß. Der Landwirt fuhr wöchentlich über sein Feld. „Vorher ist mir allerdings nichts aufgefallen“, sagte er.

Von Stephan Henke

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