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Brandenburg Dieser Koffer rettet Leben
Brandenburg Dieser Koffer rettet Leben
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05:05 07.02.2017
Babynahrung, Smoothies, Milch und Säfte: Was steckt drin in unseren Lebensmitteln? Chemikerin Holly McKee von BioAnalyt öffnet den Zauberkoffer und testet. Quelle: Julian Stähle
Teltow

Es macht Klack, der graue Koffer öffnet sich und gibt den Blick frei auf den Inhalt vom Zauberkasten. Dafür, dass dieser 500 Gramm schwere Koffer Leben retten soll, steckt erstaunlich wenig drin: ein elektronisches Messgerät, eine Waage, ein Röhrchen für Proben, Batterien und ein Ladegerät.

Aber das Köfferchen hat es in sich: „Ein Labor wie dieses gab es bislang nicht auf der Welt“, betont Holly McKee, Marketing-Referentin des Teltower Unternehmens BioAnalyt. Das Besondere: Mit dem mobilen Mini-Labor kann der Nährstoffgehalt von Lebensmitteln innerhalb weniger Minuten analysiert werden. „Das war vorher nur in großen und komplexen Laboren möglich“, erklärt die Chemikerin.

Schnelltest im mobilen Koffer-Labor

Helfen kann der Koffer vor allem gegen den Hunger. So ist der Vitamin-A-Mangel ein großes Problem in Entwicklungsländern, der bei unterernährten Kindern zur Erblindung und Infektionen führen kann. Karotten oder Süßkartoffeln enthalten Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Besonders viel Vitamin-A steckt in Milch. „Ein Kind mit starkem Vitamin-A-Mangel hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, das fünfte Lebensjahr nicht zu erreichen“, sagt McKee.

Also versuchen viele Länder im Bedarfsfall, einen Mangel auszugleichen und setzen den Grundnahrungsmitteln Vitamine und Nährstoffe nachträglich zu, etwa im Speiseöl. Bestes Beispiel hierzulande ist jodiertes Speisesalz, um dem Jodmangel vorzubeugen. Um also zu prüfen, ob das Öl eine ausreichende Menge an Vitamin A enthält, muss getestet werden, ob die Qualität stimmt. Das ging bislang nur im Labor und dauerte mitunter mehrere Tage. Um den Test vor Ort zu erleichtern, entwickelten die Forscher das transportable Labor im Koffer – mit einem Schnelltest von fünf bis zehn Minuten.

Mit Seelöwen-Forschungen begann alles

Die Idee zum Zauberkoffer hatte Florian Schweigert, Professor für Ernährungswissenschaft und Experte im Bereich Vitaminstoffwechsel an der Universität Potsdam. Als junger Wissenschaftler wollte er den Stoffwechsel von kanadischen Seelöwen in Nova Scotia untersuchen, fand aber kein Labor für die Blutuntersuchungen. „Es wäre doch super, wenn man das Labor zur Probe bringen könnte“, dachte sich Scheigert, entwickelte die Idee vom „iCheck“-Koffer und ließ sich diese patentieren. Daraus entstand vor zehn Jahren die Firma BioAnalyt.

Die heute 20 Beschäftigten des Teltower Unternehmens haben sich zum Ziel gesetzt, Ernährung transparent zu machen, indem sie die großen Lebensmittelhersteller unterstützen, Nährstoffe im Lebensmittel oder im Menschen schnell und einfach zu messen. „Ist unsere Ernährung gut, dann bleiben wir auch gesünder“, sagt die promovierte Ökotrophologin Simone Frey, seit 2011 Geschäftsführerin von BioAnalyt.

Koffer-Test: Was steckt drin im Supersaft?

Der Kundenstamm des Unternehmens mit Sitz in Teltow kann sich sehen lassen: Dazu gehören Lebensmittelkonzerne wie Nestlé oder der Chemiekonzern BASF. Weltweit agiert BioAnayt aber auch mit Hilfsorganisationen wie Unicef in Nigeria und hilft dabei, Nahrungsmittelprogramme zu überwachen.

Und wie funktioniert das Labor-to-go? „Die Handhabung ist ganz einfach“, sagt Holly McKee und lässt den Zauberkasten, der aussieht wie ein Werkzeugkoffer, für einen Schnelltest aufschnappen. Getestet wird heute, wieviel Vitamin A im Smoothie „Wonderful Orange – Orange, Mango und Karotte“ der Firma Innocent steckt. Dazu nimmt die Chemikerin eine Spritze, zieht etwas Saft aus der Flasche und träufelt ihn in ein Röhrchen, das mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt ist. McKee schüttelt die Probe. Der orangefarbene Saft setzt sich im unteren Teil des Glasgefäßes ab und ist plötzlich gelb. Der sogenannte Photometer, ein Gerät, das an die kleinen Mini-Computer der Ordnungsamtmitarbeiter erinnert, misst anschließend die Lichtstärke, um die Konzentration von Vitaminen im Saft zu bestimmen.

Das Ergebnis: „Nicht schlecht“, sagt McKee. 19,4 Milligramm Carotenoide stecken in einem Liter Smoothie. Das seien wiederum 808 Mikrogramm aktives Vitamin A. Ein Erwachsener benötige im Schnitt 800 Mikrogramm Vitamin A. Also Vitamine satt im Saft? „Ein 250-Milliliter-Smoothie beinhaltet 25 Prozent des täglichen Vitamin A Bedarfs“, resümiert McKee.

Von Diana Bade

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