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Digitaler Dolmetscher für die Arztpraxis

Gesundheit Digitaler Dolmetscher für die Arztpraxis

Die Verständigung fällt nicht immer leicht, schon gar nicht im Behandlungszimmer. Oftmals stehen Sprachbarrieren einer erfolgreichen ärztlichen Behandlung von Flüchtlingen im Weg. Eine neue App der Krankenkasse AOK Nordost soll das ändern.

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Oftmals stehen Sprachbarrieren einer erfolgreichen Behandlung im Weg: Ein Arzt untersucht einen syrischen Flüchtling.

Quelle: dpa

Potsdam. Als Mohammed Hezzam vor drei Jahren aus Syrien nach Deutschland kam, hätte er sich diese App auf seinem Smartphone gewünscht: Als „einfach zu bedienen und nicht kompliziert“ beschreibt der 25-Jährige den „AOK HealthNavigator“. Die zunächst nur für das Android-Betriebssystem erschienene App der Krankenkasse AOK Nordost soll die Kommunikation zwischen Asylsuchenden und Ärzten erleichtern. Das viersprachige Programm soll Sprachbarrieren überwinden und die medizinische Behandlung erleichtern.

Wie schwierig das sein kann, hat Mohammed Hezzam selbst erfahren. „Die neue Sprache ist eine große Herausforderung, gerade in Notfallsituationen“, sagt der junge Syrer, der bei der AOK derzeit ein Praktikum absolviert. Neben der Sprachbarriere stellt auch das komplexe Gesundheitswesen an sich eine Hürde dar, wie die Ärztin Pia Skarabis-Querfeld erklärt. „Die meisten Flüchtlinge verstehen das deutsche System aus Haus- und Fachärzten und Überweisungen nicht ohne Weiteres.“ Grundsätzlich könne eine Behandlung nur schwer ohne Sprachmittler oder Dolmetscher durchgeführt werden, berichtet die Mitbegründerin der Initiative „Medizin hilft Flüchtlingen“, die den Entwicklern der AOK-App beratend zur Seite stand.

Das Programm übersetzt grundlegende Abläufe, Fragen und Hinweise für einen Arztbesuch auf Persisch, Arabisch, Englisch und Deutsch, ergänzt von Piktogrammen. Dazu kommen allgemeine Informationen zum deutschen Gesundheitssystem. Die Nutzung ist kostenfrei, eine Internetverbindung ist nicht nötig. Entwickelt wurde die schlanke Software von Curamatik, einem ausgegründeten Start-up der Technischen Universität Berlin.

Die Macher der App versprechen sich eine schnellere und effizientere ärztliche Behandlung. „Stellen Sie sich vor, Sie wollen einer Mutter sagen, dass ihr Kind das fiebersenkende Mittel dreimal am Tag nehmen soll. Das muss korrekt übersetzt werden, was mithilfe der App auf einfachem Weg möglich ist“, sagt Skarabis-Querfeld. Dass dahinter eine Krankenkasse stehe, ist für die Ärztin nicht ungewöhnlich, sondern „gesundheitspolitisch vernünftig“.

AOK-Nordost-Vorstandschef Frank Michalak hofft, mit dem mobilen und digitalen Angebot einen kleinen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge zu leisten – und Praktikant Mohammed Hezzam auf eine dauerhafte Perspektive bei der Krankenkasse. Der junge Syrer ist einer der Aspiranten auf einen Ausbildungsplatz.

Von Bastian Pauly

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