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Digitalisierung: Sorge wegen hoher Investitionskosten

Digitalisierung in Brandenburg Digitalisierung: Sorge wegen hoher Investitionskosten

Neue Studie über digitalen Wandel in Brandenburgs Wirtschaft: 77 Prozent der Firmen sehen die nötigen Investitionen als größte Herausforderung an. Eine übergroße Mehrheit der Firmen sehen die laufenden Digitalisierungsprozesse als „sinnvoll und gelungen“ an. Nur 7,5 Prozent der befragten Unternehmen lehnen den digitalen Wandel ab. Auf einer Konferenz „Arbeit 4.0 in Brandenburg“ wurden Chancen und Risiken bei der Digitalisierung ausgelotet.

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Quelle: dpa

Potsdam. Die rasanten Veränderungen durch die Digitalisierung fordert vor allem kleine und mittlere Unternehmen in Brandenburg heraus. Nach einer neuen Studie sehen vier von fünf dieser Unternehmen die mit dem digitalen Wandel verbundenen zusätzlichen Investitionen als größte Schwierigkeit an. In diesen Betrieben würde die Kosten-Nutzen-Relation bei der Digitalisierung sehr genau geprüft, heißt es in der Studie „Digitalisierung der Arbeitswelt in Brandenburg“ der Wirtschaftsförderung Brandenburg, die am Mittwoch bei der Konferenz „Arbeit 4.0“ präsentiert wurde. In die Untersuchung flossen Angaben von 84 Unternehmen mit fast 8400 Beschäftigten aus allen wichtigen Branchen ein. Die schwierige Suche nach der geeigneten technischen Lösung steht an zweiter Stelle der Sorgen – vor Fragen des Datenschutzes und der Systemsicherheit. 41 Prozent der Unternehmen sehen als große Schwierigkeit für einen erfolgreichen Weg die Abwehrhaltung von Beschäftigten gegenüber den digitalen Neuerungen an. Der Studie zufolge würden sich in der Regel nicht ganze Belegschaften, sondern einzelne Beschäftigten dem Wandel in den Weg stellen. Weit mehr als die Hälfte der Firmen (60 Prozent) wünscht sich mehr Beratung und mehr Förderprojekte. Insgesamt hält eine große Mehrheit der Firmen die Digitalisierung für „sinnvoll und gelungen“. Nur 7,5 Prozent der Unternehmen lehnen den digitalen Wandel ab.

Auf der Konferenz – der ersten dieser Art in Brandenburg – trafen sich rund 150 Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft, von den Gewerkschaften, der Arbeitsagentur und der Wissenschaft zu einem Gedankenaustausch. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: „Uns steht eine neue Art von Strukturwandel bevor.“ Sehr viele Unternehmen würden bereits auf IT-gestützte Arbeitsprozesse setzen, wie Rolls Royce in Dahlewitz. In anderen Bereichen wiederum würden die Chancen der Digitalisierung noch brach liegen. So fände betriebsübergreifende Zusammenarbeiten noch zu wenig statt, sagte Woidke. Er rief auf, auch die Sorgen ernst zu nehmen, wonach die Digitalisierung zu einem „Jobkiller“ werden könnte. Man dürfe aber davor auch keine Angst haben, betonte Woidke. Wandel gehe nur gemeinsam. Dabei müsse immer im Blick behalten werden, „dass am Ende Menschen stehen, mit denen und für die das gemacht wird“. Er wolle nicht, dass Brandenburger Rentner in ihrer sozialen Teilhabe zum Beispiel dadurch eingeschränkt würden, dass sie Rufbusse ausschließlich über das Netz bestellen können, so Woidke.

Der Vizechef des DGB Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, forderte angesichts sich verändernder Arbeitsplätze eine Stärkung des Arbeitsschutzes sowie eine stärkere Tarifbindung.

Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) sagte, die Digitalisierung müsse gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden. Es sei wichtig, dass mit den Betriebsräten versucht werde, diese Ängste ernst zu nehmen und die Beschäftigen beim digitalen Wandel mitzunehmen. Ziele sollten gute Arbeit, gesunde Arbeitsbedingungen und eine Kultur der Mitbestimmung sein. Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Prof. Jutta Allmendinger, viele Menschen würden nicht wissen, wie sie den Wandel mitgestalten könnten. „Beratung muss aktiv angeboten werden“, betonte sie.

Von Igor Göldner

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