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Brandenburg Discounter Lidl verpasst sich ein grünes Image
Brandenburg Discounter Lidl verpasst sich ein grünes Image
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19:24 25.08.2016
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Logistikzentrums in Großbeeren. Quelle: Julian Stähle
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Großbeeren

Die Ausmaße des neuen Verteilzentrums sind gigantisch. Der zweigeschossige Lagerkomplex umfasst 42 000 Quadratmeter – das sind etwa sechs Fußballfelder. Von dort versorgt die Supermarktkette Lidl ihre 70 Filialen in Brandenburg und Berlin mit ihren rund 1800 Artikeln. 200 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Bei der Errichtung des neuen Logistikzentrums achtete der Lebensmittel-Discounter streng auf Umweltfreundlichkeit. Auf einer riesigen Rampe wird der anfallende Müll mit System getrennt und zum Recyceln vorbereitet. Jede zerdrückte Plastik-Flasche wird nach Farbe ordentlich sortiert, zerkleinert und wiederverwertet.

Plastikflaschen werden später nach Farben sortiert, zerkleinert und wiederverwertet. Quelle: Julian Stähle

Zur Kühlung der frischen Lebensmittel werden ausschließlich natürliche und damit klimafreundliche Kältemittel verwandt. Ziel sei es, die Energiekosten in den Filialen und Logistikzentren zu senken sowie die Umwelt weniger zu belasten, sagte Wolf Tiedemann von der Geschäftsführung Lidl Deutschland bei der Vorstellung der vor allem bautechnischen Neuerungen im Logistikzentrum in Großbeeren (Teltow-Fläming). Sein großes Ziel: Lidl solle „nachhaltigster Discounter“ werden, betonte Tiedemann, der sich nicht scheute, bei seiner Führung durch den Komplex auch in das Tiefkühllager zu bitten, um dort die energetischen Aspekte zu erklären. Dort herrschen permanent 25 Grad Frost. Mitarbeiter, die dort arbeiten, sind eingepackt in Wattejacken, haben Mützen auf. Allzu lange mochte sich aber auch Tiedemann dort nicht aufhalten. „Erkälten Sie sich nicht“, rief er.

Ein Lagerist transportiert die Lidl-Waren im Logistikzentrum in Großbeeren. Quelle: Julian Stähle

Tiedemann fährt mit seinem Unternehmen eine grüne Strategie. Das Lager in Großbeeren war im März dieses Jahres in Betrieb genommen worden und gilt für den Konzern aus Neckarslum als Vorzeigestandort. Bis zu 1000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr sollen dort eingespart werden. Zum Vergleich: Ein Kleinwagen mit einem Verbrauch von fünf Litern pro Kilometer und einer jährlichen Laufleistung von 20 000 Kilometern verursacht etwa 2,3 Tonnen CO2.

E-Tankstelle auf dem Parkplatz des Zentrallagers: Lidl-Deutschland-Chef Wolf Tiedemann (r.) und Dominik Freund von der Firma Wallbe. Quelle: Julian Stähle

Kernstück ist die Photovoltaikanlage auf dem Gebäude. Sie liefert rund 12 Prozent der Energie, die für das Zentrallager nötig ist. Auf dem Dach wäre noch mehr Platz für Solarzellen. Dann würde in bestimmten Stunden aber mehr Strom erzeugt als benötigt und schon müsste das Unternehmen in die Stromvermarktung einsteigen. Das aber will Lidl nicht.

Solar-Panels sind auf dem Gebäude installiert worden. Quelle: Julian Stähle

Die Anlage wird auch genutzt, um eine Elektro-Tankstelle mit Schnellladefunktion für Elektrofahrzeuge mit Strom zu versorgen, die auf dem Parkplatz in Großbeeren steht. Bis zum Jahresende sollen 20 Ladepunkte vor Filialen aufgebaut werden. Bei diesem Vorhaben arbeitet Lidl mit der Firma Wallb-E aus Paderborn zusammen, die Ladelösungen für Elektromobilität anbietet. Geschäftsführer Dominik Freund präsentierte die für Lidl entwickelte Ladestation mit Schnellladefunktion. Während eines Einkaufs würde die Batterie annähernd vollgeladen, hieß es. Lidl will den Strom Kunden und Mitarbeitern kostenfrei zur Verfügung stellen, wie es hieß.

Für ihre Konzepte hatte die Firma Ende vorigen Jahres einen Umweltpreis erhalten, den „Energy Efficiency Award“. Ausgelobt wurde der Preis von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Nach dem Vorbild Großbeeren plant Lidl bis Ende 2017 drei weitere Logistikzentren – in Hildesheim und Cloppenburg (Niedersachsen) sowie in Radeburg (Sachsen). Auch dort sollen alle Anlagen zur Kühlung der Produkte mit klimafreundlichen Kältemitteln betrieben werden.

GVZ Großbeeren

Drei Güterverkehrszentren
(GVZ) gibt es im Land Brandenburg. Das größte ist das GVZ Berlin Süd in Großbeeren (Teltow-Fläming) am Südrand Berlins mit einer Fläche von 220 Hektar. Außerdem gibt es das GVZ Wustermark (Havelland) im westlichen Umland sowie das GVZ Freienbrink (Oder-Spree) im Osten.

Großbeeren bietet derzeit 80 Unternehmen mit rund 6700 Arbeitsplätzen auf 220 Hektar Fläche einen Standort.

Im aktuellen Europäischen GVZ-Ranking der Deutschen GVZ-Gesellschaft (DGG) belegt Großbeeren den vierten Platz – hinter dem Interporto Verona und den GVZ Bremen und Nürnberg.

Von Igor Göldner

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