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Brandenburg Drei Brandenburger Städte sollen Müllhochburgen sein
Brandenburg Drei Brandenburger Städte sollen Müllhochburgen sein
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20:56 03.08.2017
Zu viel Müll für zu wenige Menschen: Gleich drei Brandenburger Städte finden sich in der Müllsünderliste wieder. Quelle: Bernd Gartenschläger
Karlsruhe

Potsdam, Cottbus und Brandenburg/Havel gehören zu Deutschlands Müllhochburgen. Wie eine Studie des Preisvergleichsportals billiger.de zeigt, fällt in den drei Brandenburger Städten deutlich mehr Hausmüll pro Kopf an als im Bundesdurchschnitt.

Miese Zahlen für die großen Städte

In Potsdam kommt jeder Einwohner auf durchschnittlich 266 Kilogramm Hausmüll im Jahr – 35 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Im Ranking ergibt das Platz 22 der Müllsünder. Cottbus (Rang 44) bringt pro Bürger 244 Kilogramm Müll auf die Waage, noch immer ein Viertel mehr als Otto Normalmüllproduzent. Und Brandenburg/H. liegt mit 16 Prozent über dem Durchschnitt (228 Kilogramm Hausmüll) auf Platz 65 der Müll-Liste.

Im Mittelfeld der untersuchten Städte und Landkreise finden sich die Prignitz (204 kg Müll, 4 Prozent über dem Schnitt), Oberhavel (204 kg, 2 Prozent), Frankfurt (Oder) (100 kg, 1 Prozent).

Potsdam widerspricht

Die Stadtverwaltung Potsdam weist die Studie zurück. „Immer wieder versuchen diverse Internetportale Vergleiche und Statistiken zu erstellen, die nicht ihr Kerngebiet betreffen und fehlerhaft sind, aber den Schein von Seriosität vermitteln“, kritisiert Stadtsprecher Jan Brunzlow.

Potsdam weist Abfallstudie als fehlerhaft zurück >

Positiv: Potsdam-Mittelmark

In der Region finden sich jedoch auch positive Beispiele: So gehört etwa Potsdam-Mittelmark zu den Hausmüllvermeidern. 168 Kilogramm Unrat pro Einwohner werden hier jährlich eingesammelt, 15 Prozent weniger als der Durchschnitt.

89 Einwegbecher fliegen in Deutschland in den Müll – pro Sekunde! Quelle: dpa

Deutschlands schlimmste Hausmüllhochburg ist demnach Bremerhaven. Dort wurden im Jahr 2015 fast 39.600 Tonnen Hausmüll im Rahmen der öffentlichrechtlichen Abfallentsorgung eingesammelt. Das sind statistisch betrachtet sage und schreibe 347 kg Restmüll pro Einwohner. Dies liegt kräftige 76 % über dem Studiendurchschnitt der anderen 199 untersuchten Kommunen (Ø 197 kg). Am besten steht Konstanz da, hier fallen nur 86 Kilogramm Hausmüll pro Einwohner an. Rekordverdächtige 56 Prozent weniger als im Durchschnitt.

89 Einwegbecher pro Sekunde

Doch das ist nicht das Ende der Müllberge in Bremerhaven: Würde man den Bio- und Wertstoffabfall in Bremerhaven hinzurechnen, sähe die Rechnung so aus: 70 % für die Restmülltonne, 30 % Bio- und Recycle-Abfall. Das ergibt einen gigantischen Gesamtmüllberg pro Kopf in Bremerhaven von 498 kg.

Für die Studie wurden Daten aus 200 deutschen Städte und alle 16 Bundesländern aus dem Jahr 2015 unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Jede Sekunde werden zwischen Flensburg und Garmisch, Görlitz und Aachen, Saarbrücken und Rügen beispielsweise 89 Einwegbecher für Coffee to go oder Softdrinks weggeworfen.

Jeder Deutsche produziert im Jahr bis zu einer halben Tonne Müll, genauer gesagt gut 455 Kilogramm Haushaltsabfall. Fast die Hälfte davon entfällt auf Haus- und Sperrmüll, die andere Hälfte setzt sich aus recycelbaren Wertstoffen wie Glas, Papier, Verpackungen und Bioabfall zusammen.

Von MAZonline/ Saskia Kirf

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