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Brandenburg Drei Thalbachs auf einen Streich
Brandenburg Drei Thalbachs auf einen Streich
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10:11 21.01.2014
Famose Theater-Troika: Anna, Katharina und Nellie Thalbach (v.l.). Quelle: dpa
Berlin

Das Publikum feierte Thalbach im Stehen mit stürmischem Applaus und holte sie immer wieder vor den Vorhang. Die Schauspielerin, gerade auf der Bühne gestorben, war sichtlich gerührt.

Sie spielt in der Adaption von zwei Hauptmann-Stücken die resolute Waschfrau Wolff, die ihre Familie um jeden Preis zu Wohlstand bringen will. Als Naturtalent erwies sich Enkelin Nellie. Die 18-Jährige, die gerade erst die Schule beendet hat, sorgte in dem gelegentlich etwas langatmigen Dialektstück als geistig behinderter „Justav“ für die berührendsten Momente. Zugleich glänzten sie und Mutter Anna wie quirlige Zwillinge als Töchter der Wolffen. Auch Thalbachs Halbbruder Pierre Besson („Soko Köln“) bekam in der Doppelrolle als Bühnen-Ehemann und eingebildeter Amtsvorsteher viel Beifall.

Und noch mehr Familie: Regie führte der ältere Halbbruder Philippe Besson, der für die Sozialkomödie gemeinsam mit dem Autor Jan Liedtke die Hauptmann-Werke „Der Biberpelz“ und „Der Rote Hahn“ zusammengefügt und verdichtet hat. Szenenapplaus gab es für Thalbach, als sie von einer „alten Frau“ berichtete und deren Alter auf Fragen des Amtsvorstehers mit 60 angab. „Also verhuschelt?“ kam als Nachfrage. „Nee, nee, die Jedanken hat se noch janz jut zusammen.“

Das hatte Thalbach in dem Stück auch. Bravourös ließ sie ihre Mutter Wolffen mit derber Berliner Schnauze zwischen ausgefuchster Gaunerin und besorgter Familienglucke changieren. Für Skrupel sieht diese Frau keinen Grund – schließlich sind ihre Opfer die Wohlsituierten und Reichen. „Ich kann diese Art von ausgleichender Gerechtigkeit ganz gut nachvollziehen, allerdings geht sie am Schluss zu weit“, sagte Thalbach. Zum geballten Familien-Einsatz fällt ihr noch ein: „Gott sei Dank muss ich nicht da unten stehen und die ganze Rasselbande zusammenhalten.“

Katharina Thalbach führte sonst schon mehrfach selbst Regie. So inszenierte sie 2011 Mozarts „Zauberflöte“ bei den Seefestspielen am Wannsee. „Wir waren keineswegs von Anfang an eine eingeschweißte Truppe. Das ist wie sonst auch – als käme man in eine neue Klasse rein“, lässt sie die Probenarbeit zum neuen Stück kurz Revue passieren.

Mit ihrer alleinerziehenden Tochter Anna hat die Charakterdarstellerin schon mehrfach gemeinsam gespielt – hochgelobt etwa in der geteilten Männerrolle als junger und alter Preußenkönig in dem TV-Dokudrama „Friedrich“ (2012). Doch für Enkelin Nellie ist es das Debüt auf den Brettern. Mutter und Oma sind auf den Start stolz. „Wir gehen jetzt zusammen zur Arbeit, das gefällt mir”, erzählte Anna Thalbach. Ob Nellie jedoch dauerhaft in die Fußstapfen ihrer großen Theaterfamilie treten will, weiß sie noch nicht.

Zu den Gratulanten am Geburtstagsabend gehörten Kollegen wie Muriel Baumeister, Detlev Buck, Ulrike Folkerts und Burghart Klaußner. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit machte der kleinen großen Berlinerin seine Aufwartung. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rühmte Katharina Thalbach als „Ausnahmeerscheinung der deutschen Kulturszene“.

Die Schauspielerin freut sich über jeden Geburtstag. „Alle tun immer so, als ob runde Geburtstage etwas besonderes wären. Dabei empfinde ich jeden als Triumph“, sagte sie. „Ist ja nicht selbstverständlich, dass man es schafft, wieder ein Jahr älter zu werden!“ Irgendwann höre das Leben nunmal leider auf. Aber mit Blick auf die älteste Frau der Welt, die Französin Jeanne Calment, sei ja erst knapp die Hälfte vorbei, betonte Thalbach. „Die ist 122 geworden.“

Draußen auf dem Ku’damm warteten am Abend noch Livemusik, Feuerwerk und Torte. Dass der Termin der Familien-Premiere ausgerechnet auf den 60. Geburtstag fiel, ist Zufall. Thalbach fand das toll. „Da läuft die Party ohne meine finanzielle Beteiligung.”

 Von Nada Weigelt

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