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Brandenburg Drogen und Alkohol immer mehr ein Problem
Brandenburg Drogen und Alkohol immer mehr ein Problem
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20:22 11.07.2016
Quelle: dpa
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Potsdam

Gefährlicher Trend: Immer mehr Brandenburger müssen wegen Drogen- und Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus behandelt werden. Die Fälle sind seit 2010 um 9,4 Prozent gestiegen, heißt es beim Statistischen Landesamt. 2006 wurden 11 515 Männer und Frauen wegen psychischer Störungen und Verhaltensauffälligkeiten aufgrund von Alkohol- oder Drogenkonsum behandelt. 2014 stieg die Zahl auf 12 529 Personen.

Mehr Männer als Frauen in Behandlung

Durchschnittlich wurden in den vergangenen Jahren dreimal so viele Männer als Frauen behandelt. Alkohol ist mit Abstand der häufigste Auslöser psychischer Störungen. Die Modedroge Crystal Meth spielt als Ursache für Krankenhausaufenthalte in Brandenburg eher eine untergeordnete Rolle.

Angst, Depression, Alkoholabhängigkeit

Abhängigkeit, Delirien, Entzugserscheinungen, Vergiftungen und Desorientierung sind typische Behandlungsbilder, sagt Johannes Lindenmeyer, Direktor der auf Suchtbehandlung spezialisierten Salus-Klinik in Lindow (Ostprignitz-Ruppin). „Alkoholabhängigkeit ist nach Angst und Depression die dritthäufigste psychische Störung überhaupt“, sagt er. Alkoholismus werde oft unterschätzt, weil Alkohol kulturell akzeptiert sei. Seine leichte Verfügbarkeit begünstige Suchterkrankungen.

Nur 15 Prozent der Alkoholiker in Behandlung

Schätzungen zufolge wählen nur 15 Prozent der Alkoholabhängigen den Weg einer ärztlichen Behandlung. Eine reine Entzugsbehandlung dauert in der Salus-Klinik sieben Tage, die Entwöhnung vom Alkohol drei Monate. In der Regel sei diese Therapie bei der Hälfte der Patienten erfolgreich.

32 Prozent der Brandenburger Männer und 17 Prozent der Frauen haben laut Gesundheitsministerium einen riskanten Alkoholkonsum. Regionale Zahlen über Alkoholkranke liegen dem Ministerium nicht vor. Bundesweit sind 4,8 Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen alkoholabhängig.

In der Mark gibt es einen Trend bei Frauen, überhaupt keinen Alkohol zu trinken. 2009 gaben 20 Prozent der Brandenburgerinnen an, niemals Alkohol zu trinken, 2013 waren es 25 Prozent. 2009 tranken 36 Prozent der märkischen Männer öfter einen über den Durst, 2013 waren es nur 32 Prozent.

Im Gesundheitsministerium reagiert man auf den Anstieg der Fallzahlen zurückhaltend. „Eine Deutung der Veränderung ist nicht einfach“, sagt Ministeriumssprecherin Marina Ringel. Sie weist auf einen Widerspruch hin: Der riskante Alkoholkonsum hat laut mehreren Untersuchungen in den vergangenen Jahren eigentlich leicht abgenommen. „Wenn mehr Menschen Hilfe in Anspruch nehmen, ist dies per se kein Alarmzeichen“, sagt Ringel.

Weniger optimistisch ist die Vorsitzende des Landesverbandes Blaues Kreuz Berlin-Brandenburg, Dagmar Schütze. „Die Fallzahlen bleiben bei uns dieselben“, sagt sie. „Die Leute ticken nur anders.“ Statt in der Anonymität von Selbsthilfegruppen zu verschwinden, suchten Abhängige heute eher professionelle Hilfe.

Von Rüdiger Braun

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