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Brandenburg Eifersuchtsdrama vor Gericht verhandelt
Brandenburg Eifersuchtsdrama vor Gericht verhandelt
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19:44 25.06.2015
Quelle: dpa-Zentralbild
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Cottbus

Als der Schlüssel im Türschloss umgedreht wird, geht die junge Frau davon aus, dass es ihr zwölfjähriger Sohn ist. Es ist früh am Morgen und sie liegt mit ihrem Partner noch im Bett. Dann der Schock: Es ist ihr Ex-Freund, der mit einem Beil in der Hand ins Schlafzimmer kommt. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass der heute 30-Jährige den neuen Mann an ihrer Seite umbringen wollte.

Der Angeklagte gibt am Donnerstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Cottbus den Überfall in der brandenburgischen Kleinstadt Forst an der Grenze zu Polen zu, bestreitet aber eine Mordabsicht. „Ich war auf Konfrontation aus“, beschreibt der gebürtige Forster, der zuletzt als Messe-Aufbauer arbeitete, seinen Angriff im Herbst 2014. Er habe nach der Trennung dem Mann zeigen wollen: „So, jetzt hau’ ich auf den Tisch.“ Das etwa 40 Zentimeter lange Beil habe er als Schutz für sich selbst mitgenommen, gibt er an. Es sei zu keinem einzigen Schlag damit gekommen.

Staatsanwaltschaft wirft wütendem Ex-Freund versuchten Mord vor

Immer wieder berichtet der Angeklagte davon, wie er in der Wohnung die Möbel ansah, die er während der Beziehung angeschafft habe. „Ich kann nicht verstehen, wie man sich in dem gemachten Nest wohlfühlen kann“, beschreibt er seine Wut. Zu seiner Tat sagt er im Nachhinein: „Das war blöd.“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem versuchten Mord vor. Die 31 Jahre alte Ex-Freundin und ihr gleichaltriger Partner sagen beide vor Gericht aus, dass der Angeklagte zu seinem Opfer gesagt habe: „Ich bring’ Dich um. Du hast alles kaputt gemacht.“

Kampf mit dem Neuen

Im Schlafzimmer folgte laut Zeugenangaben ein Kampf zwischen den Männern, bei dem das Opfer dem Angreifer das Beil aus der Hand schlug. Viele Gegenstände seien dann durch die Luft geflogen. Auch der zwölfjährige Sohn, dem der Angreifer am Morgen auf der Straße die Wohnungsschlüssel abgenommen haben soll, bekam einen Schlag ab. Der Junge stammt aus einer früheren Beziehung der Frau. Zum Schluss verschwindet der damals 29-Jährige aus der Wohnung. Laut Staatsanwaltschaft wurden der neue Partner, die Frau und ihr Sohn bei dem Gerangel verletzt.

Die 31-Jährige beschreibt die Beziehung zu dem Angeklagten, die 2008 begann, als problematisch. Ihr Freund sei immer wieder gewalttätig gewesen und er habe sie unter Druck gesetzt, bei ihm zu bleiben. Die beiden haben einen gemeinsamen kleinen Sohn. Mehrmals habe sie sich von ihm trennen wollen, aber immer Mitleid mit ihm gehabt. Die Beziehung ging im Herbst 2013 zu Ende. Ein Trennungsgrund sei sein Hang zum Spielen gewesen, sagt die Hausfrau.

Das mutmaßliche Eifersuchtsdrama erinnert an einen Fall, der momentan auch am Landgericht verhandelt wird - eine tödliche Messerattacke. Ein heute 46-Jähriger soll im vergangenen Dezember im Spreewald mit einem Jagdmesser auf den neuen Partner seiner Ex-Freundin losgegangen sein. Das Opfer starb. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft.

Immer wieder kommt es vor, dass es zu Eifersuchtsdramen mit Angriffen auf neue Partner des Ex-Freundes oder der Ex-Freundin kommt. Was sind die Hintergründe? Professor Niels C. Habermann von der SRH Hochschule Heidelberg, der auch als Sachverständiger für Gerichtsprozesse arbeitet, sagt über die Täter: „Es handelt sich um Menschen, die empfindlich in ihrem Selbstwert getroffen werden. Die mit der Trennung sozusagen ihre Felle davon schwimmen sehen, die eine fürchterliche Kränkung erleben und dann als Reaktion darauf etwas unternehmen müssen, um die subjektiv kaum auszuhaltende Demütigung zu kompensieren.“

Von dpa/MAZonline

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