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Ein Badeparadies wird zum Schlammloch

Besuch am Pastlingsee in Südbrandenburg Ein Badeparadies wird zum Schlammloch

Kein schöner Anblick: Die toten Fische türmten sich am Ufer und der Schlamm reicht längst bis an die Wasseroberfläche. Der Pastlingsee in Südbrandenburg ist längst kein Badeparadies mehr. Seit Jahren verliert er Wasser. Viele befürchten, dass es benachbarten Seen einmal genauso gehen wird.

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Reste von toten Fischen liegen am 27.07.2015 in Grabko am Ufer des Pastlingsees.

Quelle: dpa

Potsdam. Ein Mann steht Dutzende Meter vom Pastlingsee in Südbrandenburg entfernt und blickt auf das Wasser. Er ist nicht zum Angeln gekommen. “Bis hierher reichte das Wasser in den 1980er Jahren“, sagt er am Montag mit erregter Stimme und zeigt auf den Boden. Mit den Jahren wurde der See immer kleiner. Die vergangenen Wochen waren verheerend - viele Fische starben als die große Hitze kam. Sie lagen zuhauf am Ufer. Knapp eine Tonne Fisch, schätzt der örtliche Anglerverband. Es gibt Befürchtungen, dass andere Seen in der Region einmal das gleiche Schicksal ereilen wird.

Warum hat der Pastlingsee soviel Wasser verloren?

Die Kommune, Anwohner und Grünen-Politiker nennen mehrere Gründe für den Wasserverlust. Es regnete in den vergangenen Jahren weniger. Rund um den Badesee wurden Bäume und Schilf gepflanzt, die viel Wasser benötigen. Und dann ist da noch die Braunkohleförderung in der Nähe. Selbst das Landesumweltamt geht davon aus, dass sie etwas mit dem Wasserverlust zu tun hat. “Welchen Anteil der Bergbau hat, ist derzeit aber unklar“, sagt Behördensprecher Thomas Frey.

Hintergrund ist die Grundwasserabsenkung, die in einem Tagebau notwendig ist. In der Nähe des Pastlingsees im deutsch-polnischen Grenzgebiet liegen die Vattenfall-Grube Jänschwalde und das dazugehörige Braunkohle-Kraftwerk.

Vattenfall weist einen Zusammenhang zwischen einer Grundwasserabsenkung und dem Wasserverlust zurück und verweist auf klimabedingte Veränderungen. Zugleich nimmt der schwedische Staatskonzern Geld in die Hand, damit dem See in Kürze Wasser zugeleitet werden kann. Bis zum Herbst könnten die Voraussetzungen geschaffen werden, das Projekt ist zunächst auf etwa ein Jahr angelegt. Der Pastlingsee liegt in einem Naturschutzgebiet.

Schlamm bis an die Oberfläche

Viele, die am Montag zu einem Vorort-Termin der Grünen-Fraktion an den See gekommen sind, kennen ihn aus ihrer Kindheit. Ein älterer Herr sagt: “Hier habe ich Schwimmen gelernt.“ Und schiebt betreten hinterher: “Ich hätte hier gerne auch mit meinen Enkeln gebadet.“ Aber das ist nicht mehr absehbar. Schlamm tritt an vielen Stellen des Sees bis an die Oberfläche. Angler berichten, dass man schon nach wenigen Metern bis zum Hals im Schlamm stecke. Einer sagt: “Für uns ist der See tot. Fische: fast gleich null.“ Auf einem Plastiksteg ist ein Schild angebracht. Darauf steht: “Achtung Gefahrenbereich!“ Der Landkreis sperrte das Gebiet unlängst für den Wassersport.

Viele Anwohner fordern jetzt eine nachhaltige Lösung für die Region. «Es muss ein Notfallplan her», sagt ein Mann. Die Grünen-Fraktion will zudem, dass Landesbehörden über die Auswirkungen von Grundwasserabsenkungen im Tagebau besser informieren und Berichte öffentlich machen. Der Pastlingsee soll nicht zum Vorbote werden, bringt es eine Anwohnerin auf den Punkt.

Von MAZonline

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