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Ein Banker mit Herz für den Osten

Claus Friedrich Holtmann gestorben Ein Banker mit Herz für den Osten

"Einen Präsidenten von diesem Kaliber hat man selten": Am Mittwoch ist Claus Friedrich Holtmann, früherer Präsident des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbands, im Alter von nur 64 Jahren gestorben. Der gebürtige Krefelder lebte in Potsdam und war dem Land Brandenburg eng verbunden. Ihm ist zum Beispiel der Choriner Musiksommer zu verdanken.

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Claus Friedrich Holtmann.

Quelle: dpa

Potsdam. Wer Claus Friedrich Holtmann erlebt hat, der vergisst den früheren Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbands nicht so leicht. Seine raumfüllende Stimme, seine präzise, bildreiche und humorvolle Sprache bleiben haften. Der Banker wurde auch im eigenen Haus verehrt. „Wir alle tragen Holtmann-Zitate in uns“, sagte Verbandssprecherin Cosima Ningelgen. Das Besondere der Sparkassen hat er zu seiner Verabschiedung im Mai so erklärt: „Wir sind nicht besser als die anderen, wir haben nur ein System, das uns hindert, sehr große Fehler zu machen“. Am Mittwoch ist Claus Friedrich Holtmann im Alter von 64 Jahren gestorben.

Als er in den Ruhestand ging, wussten die Menschen in seinem Umfeld von seiner Krebserkrankung. Öffentlich darüber gesprochen hat er nicht. Der gebürtige Krefelder stellte sich nicht gern in den Mittelpunkt. „Für das Gelingen einer Symphonie kommt es auf den letzten Trommler genauso wie auf den Dirigenten an“, sagte er. Dem Land Brandenburg war der Potsdamer, der mit seinem Hund täglich im Neuen Garten spazieren ging und mit seiner Frau gerne reiste, eng verbunden. Besonders geliebt hat er den Choriner Musiksommer, den er als Vorstand der Ostdeutschen Sparkassenstiftung mit angeschoben hatte. In der Kultur- und Sportförderung sah Holtmann einen wichtigen Zweck der dem Gemeinwohl verpflichteten Sparkassen. Zuletzt hatte er sich etwa für die Erneuerung der Bischofskapelle in Ziesar (Potsdam-Mittelmark) eingesetzt. Auch der MAZ war der Banker verbunden – als treuer Leser.

„Einen Präsidenten von diesem Kaliber hat man selten“, sagte Johannes Werner, der Chef der Mittelbrandenburgischen Sparkasse. Seit seiner Ausbildung in den 1960er Jahren war Holtmann bei den Sparkassen und hat beim Aufbau der Organisation in Ostdeutschland von Anfang an mitgewirkt. Er scheute nicht vor Diskussionen mit Politikern der Linken über die Finanzkrise zurück und warnte vor Problemen der Sparkassen durch niedrige Sparzinsen.

Von Ulrich Nettelstroth

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