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Brandenburg Ein Herz für Blumen auf Tauchstation
Brandenburg Ein Herz für Blumen auf Tauchstation
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21:21 16.07.2015
Seerosenzüchter Christian Zilinski-Meyer auf seiner Seerosenfarm in Groß Rietz (Oder-Spree). Quelle: FotoS: Klaus-Dietmar Gabbert
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Groß Rietz

Ist ein Gewitter im Anmarsch, so wird Christian Zilinski-Meyer schon frühzeitig vorgewarnt. Da ist noch längst keine dunkle Wolke am Himmel zu sehen, doch seine Seerosen schließen bereits die Blüten. „Das sind Sonnenanbeterinnen, sehr wetterfühlig“, erklärt der 34-Jährige sichtbar fasziniert. In Oma Ellis Garten in Groß Rietz bei Beeskow züchtet er seit Jahren die allerschönsten Sorten und ist noch immer begeistert von den Wasserpflanzen, mit denen er vor knapp 20 Jahren während eines Baumschulen-Ferienjobs erstmals Bekanntschaft machte.

„Ich war dort zuständig für Rosen und Stauden – Seerosen sind beides“, erinnert sich der studierte Betriebswissenschaftler verschmitzt. In Groß Rietz (Oder-Spree) legte er dann los, verwandelte Omas Bauerngarten in ein exotisch anmutendes Gartenparadies.Wo einst Obstbäume standen und Kräuterbeete angelegt waren, reihen sich heute etwa 20 akkurate Gräben, die mit Teichfolie ausgelegt sind. Außerdem gibt es fünf große Gewächshäuser für die tropischen Arten. Im hüfttiefen Wasser schwimmen und blühen von Mai bis Oktober Seerosen-Pflanzen in allen Größen und Farben – von Zartrosa bis Tiefrot, von Quittegelb bis kräftig Orange.

Seerosen sind Sonnenanbeterinnen. Es gibt ganz unterschiedliche Sorten. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert

Ein wahrer Hingucker sind die mehrfarbigen Blüten, wie des Züchters Lieblingsblume momentan – die thailändische „Wan Visa“ – lachsfarben mit gelben Längsstreifen, Stückpreis 150 Euro. Behände holt er ein Exemplar aus dem Teich. In Wasser und Erde zu wühlen, ist für ihn „die pure Entspannung“. Hüfttief steht er im schlammigen Teich und wühlt zielsicher im trüben Nass – ein angenehmer Zeitvertreib angesichts der Sommerhitze, sollte man meinen. Doch spätestens in den Gewächshäusern trifft den Besucher die tropisch-feuchte Keule. Zilinski-Meyer lacht verschmitzt. „Ja, die aus Asien stammenden Sorten lieben das“, kommentiert er. Und präsentiert ein Exemplar, das seine Farbe während der Blühzeit verändert – von anfangs Gelb bis ins späte Kupferrot.

Seine Leidenschaft für Seerosen bleibt ein Freizeitvergnügen an den Wochenenden. Denn hauptberuflich arbeitet Zilinski-Meyer im Management des Berliner Hotels „Adlon“. Erst kürzlich hatte er übrigens Gelegenheit, Beruf und Hobby zu vereinen: Der leidenschaftliche Züchter, der auch Großhändler in der Hauptstadt beliefert, durfte die Suiten der englischen Königin und ihres Gatten mit Seerosen dekorieren – cremefarben waren die Blumen für Queen Elizabeth, kräftig Rot die Varianten für Prinz Philip. Ziliniski-Meyers Blumen dekorierten auch schon Filmaufnahmen in Babelsberg, das Bundeskanzleramt, die Berlinale und diverse Modenschauen in der Hauptstadt. „Seerosen sind tolle Schnittblumen, die ihre Blüten eben auch abends oder bei Gewitter schließen und morgens wieder öffnen“, verrät der junge Mann.

Der Manager könnte inzwischen sogar von seinen Pflanzen leben. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert

Inzwischen könnte er von seiner Passion auch leben – allerdings: „Das wäre mir zu langweilig, denn was mache ich denn im Winter?“Angesagt ist in dieser Saison seinen Informationen nach die Farbe Pink. Vor allem Asiaten stehen drauf. Zeitlos gefragt sind bei Zilinski-Meyer, der seine rund 200 Sorten auch im Internet unter www.lotusland.de verkauft, allerdings die blauen Seerosen. „Die sind schon seit ein paar Jahren bei mir der Renner, weil das Blau für Seerosen doch noch eine recht ungewöhnliche Farbe ist“, verrät der Fachmann, der diese Exoten direkt aus Thailand bezieht. „Das Manko dieser Sorten war in den vergangenen Jahren, dass man die tropischen Blumen in Europa nicht über die kalte Jahreszeit brachte“, macht er deutlich.

Inzwischen aber gebe es auch winterharte Sorten, die mit 100 Euro pro Pflanze allerdings ziemlich teuer sind. Wie schwierig die Zucht der bunten Wasserpflanzen ist, weiß der Ostbrandenburger Seerosenfan aus eigener Erfahrung. Er weist auf eine Galerie wassergefüllter Gläser, in der stecknadelkopfgroße Samen schwimmen. „Um Pflanzen zu vermehren, müssen die mit dem Zahnstocher pikiert werden.“ Die Zucht ist noch komplizierter – denn zunächst sind die Blüten weiblich, an späteren Tagen dann männlich.“ Da Zilinski-Meyer Herausforderungen liebt, gilt seine aktuelle Leidenschaft den thailändischen Lotosblumen, Wasserpflanzen wie die Seerosen, allerdings nicht verwandt und hoch wachsend sowie sehr anspruchsvoll.

Im Gewächshaus und natürlich im Wasser gedeihen die Seerosen besonders gut. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert

Damit die Sämlinge keimen, muss er jeden einzelnen mit der Feile anspitzen, später zudem mit einem Pinsel „Hummel spielen“, denn bei der Bestäubung dürfe man nichts dem Zufall überlassen. Ziel des 34-Jährigen ist auch hier die Züchtung winterharter Sorten. Ab 20 Euro kostet eine Pflanze im Sieben-Liter-Topf.

„Die Töpfe werden mitsamt der Pflanze auf den Teichboden gestellt. Sind sie zu klein, kriegt man die Seerose nicht zum Blühen“, erläutert der Fachmann. Nimmt man die Pflanzen jedoch aus dem Topf, wuchern sie seinen Angaben nach den gesamten Teich zu. Für Privatkunden entwirft Zilinski-Meyer individuelle Seerosen-Ensembles für den heimischen Garten und bietet überdies das Umtopfen im Frühjahr an.

Von Jeanette Bederke

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