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Brandenburg Ein Jüterboger als Krisenmanager für die SPD
Brandenburg Ein Jüterboger als Krisenmanager für die SPD
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00:43 08.11.2017
Erik Stohn soll SPD-Generalsekretär werden. Quelle: SPD
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Potsdam

Im Nachhinein war es eine hellsichtige Beschreibung seines künftigen Jobs: „Auch wenn der Herbst stürmisch beginnt, heißt es nun, die Reihen geschlossen zu halten, um gemeinsam das Land nach vorn zu bringen – und wir Sozialdemokraten sind seit über 150 Jahren sturmerprobt.“ Mit diesen Worten hatte Erik Stohn (33), SPD-Parteichef in Teltow-Fläming und Landtagsabgeordneter, auf das Abblasen der Kreisreform durch seinen Landesparteichef, Ministerpräsident Dietmar Woidke, reagiert.

Jetzt soll der Jüterboger neuer SPD-Generalsekretär in Brandenburg werden und die Nachfolge der zurückgetretenen Chefstrategin Klara Geywitz antreten. Der geschäftsführende Landesvorstand hat den Personalvorschlag Woidkes am Sonntag abgesegnet.

Anruf kam überraschend

Der Anruf des Ministerpräsidenten sei für ihn überraschend gekommen, sagte Stohn am Abend der MAZ. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er einen so jungen Abgeordneten fragt.“

Wichtigste Aufgabe: Kommunikation

Amtsvorgängerin Geywitz scheiterte, weil sie trotz des Proteststurms aus Kreisen und Kommunen bis zuletzt an den umstrittenen Gebietsreformplänen von Rot-Rot festgehalten hatte. Stohn lieferte schon am Sonntag seine Kurzanalyse für das Aus des Großprojekts: „Die Kreisreform ist an fehlender Kommunikation mit der Bevölkerung und den SPD-Mitgliedern gescheitert. Wir müssen mehr Zuhören und Verstehen und daraus die Leitlinien für die Politik ableiten.“ Folglich sei „Kommunikation die größte Aufgabe des Generalsekretärs“.

Respekt und Dankbarkeit für Klara Geywitz

Viel Bedenkzeit blieb dem 33-jährigen Juristen nach Woidkes Anruf nicht. Er habe „aus Pflichtbewusstsein zugesagt“, sagte Stohn. „Ich übernehme die Organisation der Partei in schwieriger Lage und bin mir der Größe und Schwere der Aufgabe bewusst. Außerdem bin ich froh, dass Klara Geywitz mich dabei unterstützen wird. Ihr zolle ich Respekt und Dankbarkeit. Sie hat viel für den SPD-Landesverband getan.“

Weiter dem Wahlkreis verpflichtet

Am 18. November soll Woidkes Personalvorschlag auf dem Parteitag den Mitgliedern unterbreitet werden. Stohn, der sich in seinem Wahlkreis in Teltow-Fläming eben noch mit Forderungen nach einem „Gesundheitsbus“ für die Menschen in abgehängten Kommunen befasste und einen Baucontainer versetzen ließ, damit der verdeckte „Ana & Bala“-Döner-Imbiss in Jüterbog nicht pleite ging, mahnte seine Genossen am Sonntag, es gebe auch „viele mittelgroße Projekte“. Er nennt Infrastruktur und Nahverkehr im ländlichen Raum, Digitalisierung und Breitbandausbau. „Ich weiß auch, was zuhause in meinem Wahlkreis zu tun ist und dem fühle ich mich weiter verpflichtet“, sagt er.

> Eric Stohn soll SPD-Generalsekretär werden

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