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Ein Nadelöhr weniger für den RE 2

Zugverkehr in die Lausitz Ein Nadelöhr weniger für den RE 2

Volle Züge, häufige Verspätungen und schlechte Infrastruktur: Die Regionalexpresslinie 2 gilt als die unzuverlässigste Bahnverbindung in Brandenburg. Jetzt soll ein Teil der Strecke zwischen Berlin und Cottbus ausgebaut werden. Doch das allein kann die Probleme nicht lösen, meinen Fahrgastverbände.

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Auf der Linie RE 2 verkehren Züge der Odeg.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Potsdam. Fahrgäste des RE 2 brauchen starke Nerven, besonders zwischen Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) und Berlin. „Zu bestimmten Fahrzeiten stehen und sitzen die Leute auf den Treppen“, sagt Dieter Doege, Landeschef von Pro Bahn in Berlin-Brandenburg. Zwei Jahre ist es her, dass der Fahrgastverband der Linie zwischen Cottbus und Wismar jede Zuverlässigkeit absprach. 2013 kam jeder zweite Zug zu spät. Und heute? Die Situation hat sich kaum gebessert, meint Doege.

„Unter den fünf großen Regionalexpresslinien im Land fährt der RE 2 mit Abstand unter den erschwertesten Bedingungen.“ Die Züge: prall gefüllt. Der Taktplan: fragil. Die Infrastruktur: beengt. Die Deutsche Bahn und Brandenburgs Landesregierung wollen gegensteuern, zumindest punktuell. Mit einem zweiten Gleis für die 30 Kilometer lange Passage zwischen Cottbus und Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) soll ein Nadelöhr verschwinden. Am Montag unterzeichneten Staatsbetrieb und Land eine entsprechende Planungsvereinbarung. „Der zweigleisige Ausbau des Streckenabschnitts ist dringend erforderlich“, erklärt Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) – auch um eine bessere Pünktlichkeit zu garantieren.

Pro Tag rollen etwa 40 Züge auf der wichtigsten Verbindung zwischen Berlin und der Lausitz – neben dem RE 2 auch ein IC-Zugpaar. Die Landesregierung hofft darauf, dass das Projekt in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen wird. Die ersten beiden Planungsphasen sollen bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Die dafür nötigen 2,4 Millionen Euro finanziert das Land.

Die Landesverbände von Pro Bahn und des Bahnkundenverbands begrüßen die Pläne, um unisono darauf zu pochen, dass es mit der Beseitigung eines Nadelöhrs allein nicht getan ist. „Der Ausbau ist weitgehend sinnlos, wenn man nicht auch das zweite Bahngleis in Königs Wusterhausen auf die Reihe bekommt“, sagt Pro-Bahn-Landeschef Doege. Auch sein Amtskollege vom Bahnkundenverband, Frank Böhnke, stört sich an diesem „Flaschenhals“. „Im Bahnhof Königs Wus­terhausen gibt es für den Regional- und Fernverkehr nur ein nutzbares Bahnsteiggleis. Viele Verspätungen entstehen hier, weil die Taktfolgen der Züge inzwischen so dicht sind, dass auch nur die kleinste Verspätung die gesamten Fahrpläne durcheinanderbringt.“

Der unverhoffte Erfolg des RE 2 macht die ganze Sache nicht einfacher. Seitdem die Züge zwischen Cottbus und Königs Wusterhausen mit 160 Stundenkilometern vorankommen und dadurch 20 Minuten Fahrzeit einsparen, hat die Frequenz der Fahrgäste erheblich zugenommen, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erklärt. Pro Tag gebe es zwischen Berlin und Cottbus mittlerweile 9400 Ein- und Aussteiger. Tendenz steigend. Auf den Treppen des RE 2 wird es in absehbarer Zeit also weiter beengt zugehen.

Von Bastian Pauly

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