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Ein Sozialarbeiter für jede Schule

Forderung des Landeselternrates Ein Sozialarbeiter für jede Schule

Angesichts von Mobbing, Gewalt, Amokdrohungen und familiären Problemen fordern Brandenburgs Eltern mehr Sozialarbeiter an den Schulen. Vier von fünf Fraktionen im Landtag unterstützen die Forderung. Streit gibt es über die Finanzierung.

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Eltern fordern einen Sozialarbeiter an jeder Schule im Lande.

Quelle: dpa

Lehrer allein könnten die Probleme nicht auffangen, sagt der Sprecher des Landeselternrats, Wolfgang Seelbach. „Heute benötigen Schulen zunehmend weiteres Personal wie Sozialarbeiter und Psychologen.“ Derzeit haben nur 208 öffentliche Schulen in Brandenburg einen Sozialarbeiter – das ist nicht mal jede vierte. Die meisten Sozialpädagogen sind an Oberschulen eingesetzt. „Wir fordern für jede Brandenburger Schule einen Sozialarbeiter“, so Seelbach.

Im Landtag steht eine breite Mehrheit hinter der Forderung. Laut einer Umfrage des Landeselternrats befürworten vier von fünf Fraktionen einen flächendeckenden Einsatz von Sozialpädagogen an märkischen Schulen. Während Linke und FDP aber eine Finanzierung durch das Land vorziehen, sehen SPD und Grüne weiter die Kommunen in der Pflicht. Die CDU hat sich noch nicht positioniert. Streit gibt es um die Finanzierung. Würden alle Schulen in öffentlicher Trägerschaft Sozialarbeiter anfordern, entspräche das einem zusätzlichen Finanzbedarf von rund 38 Millionen Euro im Jahr, rechnet der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag, Torsten Krause (Linke) vor. Sozialarbeit an Schulen ist Aufgabe der örtlichen Träger der Jugendhilfe. Im Rahmen des Personalkostenförderprogramms – dem sogenannten 510-Stellen–Programm – fördert das Land die Schulsozialarbeit jährlich mit rund 1,25 Millionen Euro.

Die Linke erwägt laut Krause eine Änderung des Schulgesetzes, um Schulsozialarbeit als Landesaufgabe zu verankern. Die FDP fordert ein „Landesprogramm Schulsozialarbeit“. Die SPD sieht in der Sozialarbeit hingegen weiter eine „originäre Aufgabe der Landkreise und kreisfreien Städte“, so Fraktionschef Klaus Ness.

Diese winken angesichts knapper Kassen ab. „Das Land muss die Schulen so gut mit Lehrern ausstatten, dass die Probleme von diesen gelöst werden können“, meint Jutta Schlüter, Erste Beigeordnete des Brandenburger Landkreistages. Die Jugendhilfe könne nicht als „Lückenbüßer“ einspringen, wenn es an den Schulen zu wenig Personal gebe.

„Mehr Schulsozialarbeiter wären wünschenswert“, meint der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding. Ob tatsächlich jede Schule einen Sonderpädagogen brauche, sei aber fraglich. Zudem sei der Bund gefordert, sich in dem Bereich wieder zu engagieren.

Von Marion Kaufmann

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