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Ein letzter Besuch beim Fraktionschef der SPD

Klaus Ness gestorben Ein letzter Besuch beim Fraktionschef der SPD

Der SPD-Fraktionschef Klaus Ness wurde nur 53 Jahre alt – kein Alter, um einfach umzufallen. Noch vor zwei Tagen stand der Sozialdemokrat Nachwuchsjournalisten der MAZ im Landtag Rede und Antwort. Wie geht man als Journalist mit so einer Meldung um?

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Er war einer der bekanntesten SPD-Politiker Brandenburgs: Klaus Ness.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. An so einem Tag ist es schwer, die richtigen Worte zu finden. Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Klaus Ness, ist in der Nacht zu Freitag verstorben. Es ist eine dieser Nachrichten, die dafür sorgen, dass die Welt für einen Moment lang stehen zu bleiben scheint. Eine Nachricht, die einem den Boden unter den Füßen wegreißt. Erst recht in dieser Zeit, am Jahresende, kurz vor Weihnachten. Einer Zeit, in der man das Jahr Revue passieren lässt, mit seinen Liebsten zusammenkommt, um sich auf das Leben zu besinnen.

Hier die öffentlichen Reaktionen zum plötzlichen Ableben lesen>

Klaus Ness wurde nur 53 Jahre alt. Kein Alter, um einfach umzufallen. Ness stand mitten im Leben, war Politiker aus Leidenschaft, wollte noch viel bewegen in Brandenburg. Umso schwerer ist die Nachricht von Ness’ frühem Tod zu begreifen. Sie geht deshalb nicht nur denjenigen nahe, die ihn persönlich kannten, sondern auch allen anderen, die den führungsstarken Mitgestalter der Brandenburger SPD bloß aus dem Fernsehen oder der Zeitung kannten. Auch wenn Ness längst nicht den Bekanntheitsgrad eines Matthias Platzeck oder Manfred Stolpe erreichte. Er war vielmehr ein Stratege im Hintergrund.

Zum Tod von Klaus Ness

Am Donnerstagabend, 17. Dezember, bricht Klaus Ness im Landtag zusammen. Zwei Abgeordnete beleben den SPD-Poltiker wieder. Ness wird ins Krankenhaus gebracht.

In der Nacht zu Freitag stirbt Klaus Ness, die Ärzte konnten sein Leben nicht mehr retten.

Parteiübergreifend reagieren Politiker geschockt und erschüttert von der Nachricht, dass Ness gestorben ist. Er wird als prinzipientreuer Politiker gelobt, der sich vor allem im Kampf gegen den Rechtsextremismus engagiert habe. Außerdem habe er die gute Entwicklung Brandenburgs in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt.

Zwei Tage vor Ness’ Tod hat er MAZ-Volontäre zum Gespräch im Brandenburger Landtag empfangen. Eine Volontärin erinnert sich an das Gespräch.

Klaus Ness war noch lange nicht am Ende. Kaum einer prägte die SPD in Brandenburg derart. Ein Nachruf.

Strippenzieher, unerbittlich, klug, aber auch streitbar. Klaus Ness hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen ist. Der stellv. Chefredakteur Henry Lohmar in einem Kommentar zum plötzlichen Ableben des Politikers.

Letzter Besuch beim SPD-Fraktionschef

Mich trifft die schreckliche Nachricht wie ein Schlag. Keine zwei Tage ist es her, da saß ich Klaus Ness im Konferenzraum der SPD-Fraktion im Landtag gegenüber. Quicklebendig war er an diesem Mittwoch. Meine Kollegen und ich, allesamt Nachwuchsjournalisten bei der MAZ, lauschten dem Sozialdemokraten, wie er von seiner Arbeit als Parlamentarier berichtete. Dass der Schock bei uns allen tief sitzt, ist durch eine einfache journalistische Grundregel zu erklären: Je näher einem ein Ereignis ist, desto betroffener macht es und desto relevanter ist es für die eigene und erst recht für die Nachrichtenwelt.

Nachwuchsjournalistin bei der MAZ

Nachwuchsjournalistin bei der MAZ: Josefine Sack.

Quelle: Julian Stähle

Ich erinnere mich an das Blitzen in Ness’ Augen und wie sich seine Lippen zu einem verschmitzten Lächeln kräuselten, als wir ihn fragten, wie er eigentlich zur Politik gekommen sei. Schon mit 15 Jahren trat der spätere Diplom-Pädagoge der SPD bei. Schuld seien seine Klassenkameraden am Gymnasium gewesen, erzählt er. Es war 1976. Im Wahljahr. Helmut Schmidt (SPD) gegen Helmut Kohl (CDU). Jusos gegen JU’ler. Ness und seine Kumpels konnten die Mitschüler, die für Kohl warben, nicht ausstehen: „Alles uncoole Typen, deren Eltern Anwälte waren“, erinnert sich Ness. Also besorgten sich er und seine Kumpels Schmidt-Aufkleber im Büro der Jusos. Ein paar Monate später, im Februar 1977, trat der Gymnasiast Ness den Sozialdemokraten bei.

Ness war einer der wichtigsten Landespolitiker

Klaus Ness gehörte nach Jahrzehnten im Regierungslager zu den wichtigsten Führungskräften der Sozialdemokraten im Land. Meinungsstark, klug, ein Mann, der weiß, was und wohin er will, leidenschaftlich in der Sache – so habe ich ihn am Mittwoch erlebt.

Obwohl Ness kein Brandenburger war – Ness wurde 1962 in Peine geboren, fühlte er sich längst als „echter Brandenburger“. Er war mit der Diplomingenieurin Martina Gregor-Ness aus Senftenberg verheiratet, die für die SPD im Kreistag Oberspreewald-Lausitz sitzt.

Ihr, Ness’ Familie und seinen Mitstreitern und Freunden gilt in dieser schweren Stunde unser Mitgefühl.

Von Josefine Sack

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