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Nur jeder sechste Einbrecher wird ertappt

Kriminalität in Brandenburg Nur jeder sechste Einbrecher wird ertappt

Mehr Beutezüge, höhere Schäden und weniger Aufklärung: Brandenburg wird als Tatort unter Einbrechern immer beliebter. Die oppositionelle CDU führt das auf die Polizeireform zurück – und fordert neben mehr Beamten eine Revision der Strukturen bei Schutz- und Kriminalpolizei.

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Für Einbrecher ist Brandenburg ein beliebter Tatort.

Quelle: dpa

Potsdam. Mehr Beutezüge, höhere Schäden und sinkende Aufklärungsquoten: Der Tatort Brandenburg wird unter Einbrechern immer beliebter. Seit 2010 hat die Zahl der Wohnungseinbrüche um 56 Prozent zugenommen – von 2839 auf 4436 im vergangenen Jahr. Die festgestellten Gesamtschäden haben sich im gleichen Zeitraum von 6,8 auf 11,2 Millionen Euro fast verdoppelt, während die Aufklärungsquote von 24,4 auf 16,4 Prozent sank. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion vor. Die Dokumente liegen der MAZ vor.

Die zehn Gemeinden mit den meisten Einbrüchen

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Quelle: Detlef Scheerbarth

Pro Einbruch wurde demnach im Durchschnitt ein Schaden von 3887 Euro verursacht. Einen dramatischen Anstieg der Fallzahlen um 281 Prozent auf 122 Fälle gab es im Revier Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark). Die Aufklärungsquote lag bei nur 2,5 Prozent. 2010 wurde noch jeder dritte Einbrecher dingfest gemacht. Weitere Brennpunkte liegen im Bereich der Polizeiinspektion Havelland mit 517 Fällen (plus 124,8 Prozent), wobei die Aufklärungsquote von 16,5 auf 7,9 Prozent sank, und Oberhavel (411, plus 13,5 Prozent) mit einer Quote von 13,1 Prozent.

Immer häufiger schlagen die Einbrecher tagsüber zu. Mittlerweile wird jede zweite Tat zwischen 6 Uhr früh und 21 Uhr abends begangen – der Anteil nimmt überproportional zu. So wuchs die Zahl im Schwerpunktlandkreis Potsdam-Mittelmark um 191,4 Prozent auf 405 Fälle an.

Zugleich ist die Polizeipräsenz weiter zurückgegangen. Im zweiten Halbjahr 2015 waren im Schnitt nur noch 100 Streifenwagen pro Monat unterwegs. Nach Vorgaben der Polizeireform von 2011 sollten es eigentlich 124 sein.

Der Innenexperte der CDU-Fraktion, Björn Lakenmacher, sprach von einer „erschreckenden“ Bilanz, die logische Folge einer „verkorksten“ Polizeireform samt Personalabbau sei. Seither seien vier Innenminister daran gescheitert, den steigenden Einbruchszahlen ein wirksames und dauerhaft tragendes Konzept entgegenzusetzen. Neben mehr Polizeibeamten forderte Lakenmacher eine Revision der Strukturen bei Schutz- und Kriminalpolizei. „Es muss in Brandenburg wieder und überall selbstverständlich sein, dass ein Tatorttrupp in zumutbarer Zeit den Tatort erreicht und Werkzeugspuren sowie Fingerabdruckspuren erkannt und gesichert werden können“, sagte Lakenmacher der MAZ.

Von Bastian Pauly

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