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Einbrüche nehmen zu

Brandenburger Hoteliers in Angst Einbrüche nehmen zu

Laut einer Umfrage fühlen sich viele märkische Wirte nicht mehr sicher. Hotels und Restaurants im Land werden immer öfter Ziel von Einbrechern. Beliebte Beute sind Bargeld, Computer und Alkoholika. Die Aufklärungsquote lag 2012 nur bei 21,8 Prozent.

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1331 Diebstähle aus Hotels, Gaststätten, Pensionen und Kantinen gab es in Brandenburg im Jahr 2012.

Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburger Gastronomen fürchten um ihre Sicherheit. Nach einer aktuellen Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) werden Hotels und Restaurants im Land immer öfter Ziel von Einbrechern. Bei gut einem Drittel der befragten Unternehmen wurde innerhalb der vergangenen zwei Jahre eingebrochen, was einen Schaden von rund 150.000 Euro verursacht hat. Beliebte Beute sind Bargeld, Computer und Alkoholika.

38 Prozent der Hoteliers gaben an, dass sich ihr Sicherheitsgefühl verschlechtert hat. Nur vier Prozent fühlen sich sicherer als vor zwei Jahren. „Die Branche ist massiv von der Einbruchswelle im Land betroffen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Dehoga Brandenburg, Olaf Lücke, gestern in Potsdam. Der Stellenabbau bei der Polizei mache sich bemerkbar. Dies betreffe die Hauptstadtregion, wo die Zahl der Wohnungseinbrüche dramatisch angestiegen ist, ebenso wie die Gastronomie in berlinfernen Gegenden.

Dehoga-Präsident Olaf Schöpe etwa wurde bereits mehrfach Opfer von Einbrechern. Sein Waldhotel in Cottbus hatte schon fünfmal unerwünschte Gäste. Inzwischen habe er für mehrere tausend Euro Überwachungskameras installiert und arbeite mit einem privaten Sicherheitsdienst zusammen. „Seitdem ist Ruhe“, sagt Schöpe.

„Das ist auch ein psychologisches Problem“, sagt Ingeborg Goldinger, Direktorin des Best Western Parkhotels in Potsdam. Mitarbeiter hätten Angst, den Nachtdienst zu übernehmen. „Man überlegt sich als Arbeitgeber, ob man eine junge Frau alleine an die Rezeption setzen kann.“

Die Kriminalitätsstatistik verzeichnet im Vorjahr 1331 Diebstähle aus Hotels, Gaststätten, Pensionen und Kantinen, darunter 839 Fälle „unter erschwerten Umständen“ wie das Landespolizeipräsidium auf Anfrage mitteilt. 2011 gab es nur 774 Fälle, bei denen Sicherheitssysteme überwunden wurden. „In der Regel suchen die Täter Bargeld und leicht zu transportierende Wertgegenstände“, so Polizeisprecher Jens Quitschke. 185 Tatverdächtige konnte im Vorjahr ermittelt werden. Die Aufklärungsquote lag bei 21,8 Prozent.

Dabei müssen die Hoteliers auch andere Einbrüche verkraften: Durch den langen Winter verzeichnet das Brandenburger Gastgewerbe Umsatzrückgänge. In der Hotellerie sanken die Umsätze laut Dehoga in den ersten drei Monaten 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent, in der Gastronomie um 4,5 Prozent.

Von Marion Kaufmann

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