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Eine fantastische Erfolgsstory aus Cottbus

Fantasy-Handel „Elbenwald“ Eine fantastische Erfolgsstory aus Cottbus

Der „Elbenwald“ liegt im Südosten Brandenburgs. Wer ihn besucht, begegnet möglicherweise Einhörnern und Elfen. Mindestens ebenso zauberhaft wie die Kundschaft ist die Firmengeschichte des märkischen Fantasy-Händlers. Das Cottbuser Unternehmen hat sich vom kleinen Start-Up zum Online-Riesen gemausert.

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Bei Elbenwald werden Star-Wars-Fans glücklich.

Quelle: Diana Bade

Cottbus. Es rauscht im Elbenwald. Das mag an der Darth Vader Lichtschwert-Grillzange mit Sound liegen oder am Kundenansturm. Die Tür des kleinen Ladens in der Cottbuser Fußgängerzone steht offen, Besucher gehen ein- und aus. So wie Theresa Hoffmann, die mit ihren langen, weiß-lila Haaren aussieht, als sei sie selber als Elfe einem Fantasy-Film entsprungen. Am Verkaufstresen steckt die zierliche 32-Jährige eine Tasse ihrer Lieblingsserie „Suicide-Squad“ in den Einkaufsbeutel und lächelt. „Der Laden ist mega, hier kann ich dem Alltag entfliehen und in eine andere Welt abtauchen.“

Elbenwald-Kundin Theresa Hoffmann hat sich für eine Tasse ihrer Lieblingsserie entschieden

Elbenwald-Kundin Theresa Hoffmann hat sich für eine Tasse ihrer Lieblingsserie entschieden

Quelle: Diana Bade

Die andere Welt liegt im Südosten Brandenburgs, wo die Elbenwald GmbH im Mai ihre erste märkische Filiale eröffnet hat. Star Wars, Harry Potter, Marvel, Game of Thrones, Mittelalter und Gamining-Fanartikel gibt es dort zu kaufen. Es ist die 30. Niederlassung in Deutschland und Österreich mit Filialen am Berliner Alexanderplatz, Köln und Wien. Die fantastische Firmengeschichte des märkischen Unternehmens startete im Jahr 2000 im Internet.

Die Kunden sagen, was cool ist

„Wir sind da ohne große Absichten hineingestolpert“, erzählt Alexander Lapeta, einer der drei Elbenwald-Gründer und Geschäftsführer. Seine beiden Freunde Dirk Toepel und Jens Geppert studierten an der Technischen Universität in Cottbus Verfahrenstechnik und wollten im Internet ein selbst entwickeltes Shopsystem testen. Weil ihnen eine Themenidee fehlte, fragten sie ihren Freund Alexander, der in Berlin Musik studierte. „Ich habe einen ,Herr der Ringe‘-Shop vorgeschlagen, weil ich damals selber Fan war“, sagt der heute 38-Jährige. Die Idee ging auf. Seither wächst der Elbenwald.

Lisa Fleischer begegnet immer wieder zauberhaften Kunden im Elbenwald-Store in Cottbus

Lisa Fleischer begegnet immer wieder zauberhaften Kunden im Elbenwald-Store in Cottbus: Der Stadführer Kai-Uwe Geske kommt in seinem Kostüm als Cottbuser Postkutsche in das Geschäft.

Quelle: Diana Bade

Inzwischen hat sich das kleine Start-Up zum Online-Riesen entwickelt. Die Internetseite www.elbenwald.de ist der führende Anbieter für Fantasy-Fanartikel in Deutschland. Der Umsatz 2016 betrug 30 Millionen Euro, 300 Beschäftigte zählt das Unternehmen. 5000 Fanartikel fasst der Elbenwald-Shop im Netz, 1000 Päckchen gehen durchschnittlich jeden Tag via Paketdienst auf den Weg zu den Fans, darunter nicht nur reine Merchandising-Klassiker wie T-Shirts, Tassen oder Schlüsselanhänger, sondern viele besondere Produkte wie eine Stormtrooper Keksdose oder ein „Star Trek“-Pizzaschneider. „Die Kunden sagen uns, was cool ist“, erklärt Lapeta.

Enger Austausch mit der Fan-Community

Anregungen holen sich die Elbenwald-Vermarkter im direkten Austausch mit knapp 279.000 Facebook-Freunden und 31.422 You-Tube-Abonnenten, „Bei unseren Fans handelt es sich um eine friedliebende Community, Leute mit Fantasie, die ihr Hobby leben und mit Ernsthaftigkeit pflegen“, sagt Firmensprecherin Annekathrin Gräber.

Das lässt sich im Cottbuser Laden beobachten. Vor einem Regal mit Zauberstäben aus den Harry Potter Filmen sieht sich Madeleine Bergmann nach einem Hogwarts-Beutel um. Sie sucht einen dezenten Merchandising-Artikel, auch wenn sie sich mit ihren 26 Jahren keine Sekunde fürs Schwärmen schämt. „Ich bin mit Harry Potter aufgewachsen, war als Mädchen im selben Alter wie Hermine“, erzählt die gebürtige Cottbuserin. Die Zaubereigeschichten findet sie immer noch „cool“, auch eine Star-Wars-Tasse steht als „Blickfang“ in der Küche.

Die Harry-Potter-Zauberstäbe fliegen aus dem Laden

Gleich daneben berät Verkäufer Steven Laffan eine Kundin beim Zauberstabkauf. „Die Leute lieben Harry-Potter“, sagt er. Die Zauberstäbe würden nur so aus dem Laden „fliegen“, auch wenn die Preise mit bis zu 39,95 Euro nahezu fantastisch anmuten. Der echte Fan greift eben tief in den Geldbeutel, weiß auch Verkäuferin Lisa Fleischer. „Wenn ein richtiger Liebhaber kommt, zahlt er schon mal 399 Euro für ein Herr der Ringe-Schwert“, sagt sie. Doch es geht auch günstiger: „Tassen gehen immer gut über die Ladentheke“, erzählt sie. Auch Einhörner liegen zurzeit im Trend. Erst gestern habe sie eine Horde Teenagermädchen im Einhorn- und Pokémonkostüm im Laden begrüßt. „Es ist verrückt, wie weit Fanliebe gehen kann“, sagt sie.

Wenn es nach den Elbenwald-Vermarktern geht, werden Fans erst richtig interessant, wenn die Helden in Filmen wie Harry Potter zu jungen Erwachsenen heranreifen. „Merchandising funktioniert eigentlich immer erst, wenn man als Fan eine persönliche Beziehung zu Charakteren oder Darstellern aufbauen kann, sich mit ihnen identifiziert, sie bewundert, oder sich sogar verliebt“, erklärt Firmengründer Lapeta.

Kuscheln mit der Jon-Snow-Flauschdecke

Neue Kinofilme, TV-Serien und Video-Spiele mit starken Helden sind da ein Segen. So zwitschern es bereits seit Monaten die Raben von den Dächern: Fans fiebern der beliebten HBO-Serie Game of Thrones entgegen, die am 17. Juli mit Staffel 7 weitergeht. Schon bevor Tyrion Lannister, die Mutter der Drachen und Arya Stark zurück auf die Mattscheibe kehren, können sich GoT-Anhänger im Elbenwald mit Dracheneiern oder der Jon-Snow-Flauschdecke eindecken.

Denn sich frühzeitig in die Fan-Köpfe einzufühlen, ist der Job der Elbenwäldler. Dazu gehört „ganz viel Bauchgefühl“, erklärt Lapeta. „Unsere Kunden sind keine Nerds. Es ist uns wichtig, die Leute ernstzunehmen und sie nicht zu belächeln.“ Die Fans seien aufgeschlossen für neue Sachen, was aber nicht heißt, dass den Vermarktern alles ins Sortiment kommt. Was die Grafiker und Produktdesigner entwerfen, muss zudem mit den Studios von Disney, Marvel, Warner Bros und HBO abgestimmt werden. Trotzdem finden auch viele Fan-Ideen einen Platz im Elbenwald-Regal.

Ein Produkt, was Harry-Potter-Fans angeregt haben ist eine Zauberstab-Gürteltasche. „Für all diejenigen, die keine Lust haben, ihren Zauberstab ständig in den Händen halten zu müssen“, heißt es auf der Elbenwald-Seite. Der Zauber ist im Elbenwald eben auch to go erhältlich.

Von Diana Bade

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