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Eine neue Chance für die Newtopia-Idee?

Ex-Kandidat sucht Teilnehmer für Freetopia Eine neue Chance für die Newtopia-Idee?

Was von dem Sat1-Experiment übrig blieb, ist offenbar nur der Wohnwagen, den es vorher schon auf dem Gelände gab. Ansonsten ist das einstige Setting bei Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) platt. Die Idee des Newtopia-Projekts lebt nach dem gescheiterten „Youtopia“ allerdings noch immer in einem der Ex-Kandidaten weiter.

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Auch dieses Tor, das einst auf das Newtopia-Gelände führte, fiel der Abrissbirne zum Opfer.

Quelle: dpa

Zeesen. Vor einem Jahr stand es fest. Newtopia, das TV-Experiment von Sat 1, war gescheitert. Die „Pioniere“, wie die Kandidaten hießen, trugen ihre Kisten mit den persönlichen Gegenständen vom Gelände. Das war der letzte Akt, danach stand das Waldstück im Königs Wusterhausener Ortsteil Zeesen mit Scheune, Teich und Stall erst einmal leer – aber nicht lange. Einer der ehemaligen Bewohner mietete sich dort ein und startete im Alleingang sein eigenes Projekt namens Youtopia. Auch das scheiterte nach kurzer Zeit. Gleichwohl ist die Idee des Projektes noch immer interessant.

Neuanfang im Januar versucht

Benjamin Nover will nicht aufgeben. Der 35-Jährige hatte bei der Newtopia-Produktionsfirma Talpa einen Vertrag, sein Einzugstermin stand schon fest, doch dann wurde die Reality-Soap wegen stark sinkender Quoten abgesetzt. Nover schloss sich damals dem Youtopia-Gründer Dirk Pauli an, der besser als „Don Diego“ bekannt war. Er zog als Letzter für zwei Wochen bei Newtopia ein, bevor endgültig Schluss war. Gemeinsam mit Benjamin Nover und einem weiteren Pionier, Ilja, wollte er die Newtopia-Kulisse wiederbeleben. Im Januar bezogen sie das Quartier und sendeten Livestreams auf der Internet-Plattform Youtube.

Der ehemalige Newtopia-Helfer Heiko Terno aus Lübben bedauerte ebenfalls, dass das Projekt scheiterte und das Gelände platt gemacht wurde

Der ehemalige Newtopia-Helfer Heiko Terno aus Lübben bedauerte ebenfalls, dass das Projekt scheiterte und das Gelände platt gemacht wurde.

Quelle: Screenshot/Facebook

Im Februar ging die erste Youtopia-Folge auf Sendung. Darin zu sehen war Don Diego, wie er das blau gestrichene Newtopia-Tor aufstieß und über das Gelände streifte. Zu sehen waren die aus dem Fernsehen bekannten Kulissen und Gebäude. Die Rede war von einem neuen Anfang – doch der brachte nicht den gewünschten Erfolg. Im Schnitt haben etwa 1000 Menschen die Videos im Internet gesehen. Im März hat Talpa den Kanal sperren lassen, weil nach eigenen Angaben Urheberrechte verletzt wurden. Damit ging auch Youtopia in die Brüche. Talpa selbst will sich dazu nicht mehr äußern, hatte damals auf Facebook nur eine kurze Stellungnahme veröffentlicht.

Stellungnahme von der Produktionsfirma zur Räumung des Geländes

Stellungnahme von der Produktionsfirma zur Räumung des Geländes.

Quelle: Screenshot/Facebook

„Bei Youtopia hatte ich meine Chance. Kaum war ich ein paar Wochen dort, wurde das Grundstück geräumt“, erzählt Benjamin Nover. Ende März wurde das Newtopia-Setting in Zeesen dann dem Erdboden gleich gemacht. Die Idee der Erschaffung einer neuen und eigenständigen Welt aber lebte weiter.

Der Traum lebt weiter – jetzt als Freetopia

Im Mai kündige Benjamin Nover auf Facebook an, dass er ein völlig neues Projekt mit dem Namen Freetopia gründen will. Es solle keine Weiterführung von Youtopia sein, vielmehr sei Nover, was das Konzept angeht, noch in der Findungsphase. Derzeit sucht er Kandidaten für sein Gründungsteam. „Für mich ist Freetopia der Versuch, meinen Traum von einer besseren Gesellschaft und Leben zu verwirklichen“, sagt Nover zu seinem Plan.

Bundesweite Suche nach neuem Areal

Momentan ist er auf der Suche nach einem geeigneten Gelände oder einem Haus, das er sich leisten kann. Er wohnt in Darmstadt (Hessen) und sucht fast bundesweit nach einem Areal. Nur nach Bayern oder ins Saarland will er nicht, sagt er. Nover war von 2005 bis 2009 obdachlos und lebt jetzt vom Staat. Jeden zweiten Tag schreibt er auf der Freetopia-Facebookseite ein neues Kapitel über sein Leben als Obdachloser. Um Geld für Freetopia zusammen zu bekommen, stellt er selbstproduzierte Dinge wie Hustensaft, Mützen und Patchwork-Decken zum Verkauf ins Internet.

Freetopia-Initiator Benjamin Nover (35)

Freetopia-Initiator Benjamin Nover (35)

Quelle: Facebook/Freetopia

Der Plan für Freetopia: Zuerst drehen die Bewohner selbstständig Videos, später werden rund um das Gelände Kameras aufgehängt, die einen 24-Stunden-Livestream ins Internet stellen. Für „Freetopianer“ soll es aber auch einen abschließbaren privaten Bereich ohne Kameras geben. Gemeinschaftsprojekte, die es auch schon bei Newtopia gab, stehen ebenfalls auf dem Programm. „Wir streben nicht unbedingt an, so erfolgreich wie Newtopia zu werden. Newtopia ist und bleibt das Original“, so Nover.

Von Luise Fröhlich

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