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Einigung erzielt: Kita-Streiks sind vom Tisch

Tarifstreit Einigung erzielt: Kita-Streiks sind vom Tisch

Für viele Brandenburger Eltern waren die vergangenen Monate eine organisatorische Herausforderung: Viele Kitas blieben Streiks geschlossen. Nun haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber in Hannover im Tarifkonflikt geeinigt. Doch komplett in trockenen Tüchern ist der Kita-Frieden noch nicht.

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Eltern können aufatmen.

Quelle: Fotos: dpa

Potsdam/Hannover. Brandenburger Eltern können aufatmen: Neue Kita-Streiks sind vorerst abgewendet. Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeber haben sich am Mittwoch in Hannover im monatelangen Tarifstreit um die Kitas geeinigt. Rund 24 000 Erzieher und Sozialarbeiter in Deutschland sollen finanziell besser gestellt werden. Die Gewerkschaftsbasis muss das Ergebnis allerdings noch absegnen. Im August hatte sie einem Schlichterspruch die Zustimmung verwehrt.

Vor allem jüngere Erzieherinnen bekommen mehr Geld

Verbesserungen sind nun vor allem für jüngere Erzieherinnen und Sozialarbeiter vorgesehen. Vollzeitbeschäftigte sollen zwischen 93 und 138 Euro mehr im Monat erhalten. „Das entspricht meinem Gerechtigkeitsempfinden“, sagt Solveig Haller vom Kita-Eigenbetrieb der Stadt Teltow (Potsdam-Mittelmark). Alle zehn kommunalen Teltower Kindertagesstätten hatten sich an den Erzieher-Streiks und -Demonstrationen beteiligt, die im Mai begannen. „Ich finde es gut, dass junge Kolleginnen mehr bekommen“, sagt Haller. „Viele wollen eine Familie gründen und konnten sich das bislang kaum leisten.“

Verhaltener die Freude in Ostprignitz-Ruppin. Die wenigsten Erzieherinnen arbeiten Vollzeit, sagt Katrin Müller, Mitarbeiterin der Kita „Lila Sausewind“ in Neuruppin mit 39 Plätzen. „Die Verbesserungen werden also für viele kaum spürbar sein“, meint die Erzieherin, deren Kita mehrere Tage streikbedingt geschlossen war. Die Eltern hätten aber Verständnis gezeigt, so Müller. In Brandenburg sind rund 900 Kitas in kommunaler Trägerschaft. An den unbefristeten Streiks beteiligten sich Erzieher in allen Landesteilen.

Der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, geht davon aus, dass seine Mitglieder der Lohnsteigerung von durchschnittlich 3,7 Prozent zustimmen werden. „Insgesamt bringt das Ergebnis für das Gros der Beschäftigten Verbesserungen“, so Bsirske.

Die GEW ist nur verhalten begeistert

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) spricht nur von einer Lohnsteigerung in Höhe von 3,3 Prozent. „Das Ergebnis ist eine deutliche Belastung für die kommunalen Haushalte“, so Präsident Thomas Böhle. Angesichts der „massiven Forderungen“ der Gewerkschaften sei der Abschluss aber vertretbar. Diese hatten ursprünglich ein Plus von 10 Prozent verlangt. Weniger zufrieden zeigte sich der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Gehrke: „Das, was erreicht wurde, ist, was erreicht werden konnte.“

Gewerkschaften leiten Urabstimmung ein

315 Millionen Euro kostet die Einigung im Kita-Tarifstreit nach Angaben der kommunalen Arbeitgeber. Das sind neun Millionen Euro mehr als beim Schlichterspruch im August, der von der Gewerkschaftsbasis abgelehnt wurde.

Am Freitag soll die Bundestarifkommission in Fulda ein Votum abgeben und die Urabstimmung einleiten. Bis Ende Oktober hat die Gewerkschaft Zeit.

Das Verhandlungsergebnis

Von Marion Kaufmann

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